Saisonarbeiter

Obst- und Gemüsebauern in großer Sorge

Die Politik kämpft nach eigener Aussage darum, dass die Lage für die Gemüse- und Obstbauern beherrschbar bleibt und sie jetzt Saisonarbeiter für die Pflanzung bekommen.

Keine Illusionen macht sich Agrar-Staatssekretär Uwe Feiler über die zu erwartenden Schwierigkeiten bei der diesjährigen Gemüse- und Obstsaison. „Wir stehen vor einer ganz schwierigen Situation“, sagt der CDU-Politiker im Interview mit AGRA-EUROPE.

Man kämpfe darum, dass die Lage beherrschbar bleibe und es nicht zum Äußersten komme. Derzeit sei nicht absehbar, in welchem Umfang ausländische Saisonkräfte für Pflanz- und Erntemaßnahmen zur Verfügung stehen werden. Er sei jedoch optimistisch, so der Staatssekretär, „dass wir mit den eingeleiteten Maßnahmen die Probleme zu einem großen Teil in den Griff bekommen“.

Feiler spricht sich dafür aus, die 70-Tage-Regelung für kurzfristige Beschäftigungen auszudehnen, die geltenden Arbeitszeitvorschriften vorübergehend flexibler zu gestalten und die 450 Euro-Grenze für Minijobber anzuheben. Der Staatssekretär verweist auf eine Reihe von Initiativen aus der Branche heraus, um drohende Engpässe bei den Arbeitskräften abzuwenden. Dazu zähle, Rumänen die Anreise per Flugzeug zu ermöglichen. Weitergehende Einschränkungen des öffentlichen Lebens werden laut Feiler auch die Land- und Ernährungswirtschaft zusätzlich belasten. Klar sei jedoch, dass die notwendigen Arbeiten zur Aufrechterhaltung der Lebensmittelversorgung geleistet werden müssten und dies im Ernstfall mit Passierscheinregelungen und Pendelmöglichkeiten sichergestellt werden müsste.

Bereits viel getan

Als „enorm wichtig für die Unternehmen“ wertet der Staatssekretär die Klarstellung des Bundesinnenministeriums, dass die Einreise von Saisonarbeitern nach Deutschland weiter möglich ist, wenn sie die notwendigen Papiere zur Beschäftigung und Unterbringung dabei haben. Die Betriebe müssten dafür Sorge tragen, dass die Arbeiter keinem gesonderten Infektionsrisiko ausgesetzt seien. In der Unterbringung habe sich in den letzten Jahren bereits sehr viel getan.

Im Einzelfall müssten die Gesundheitsbehörden vor Ort entscheiden, ob Änderungen vorgenommen werden müssten. Wichtig sei es, die Erntehelfer über Hygiene- und andere Vorsichtsmaßnahmen zum Schutz vor einer Coronainfektion aufzuklären. Feiler zeigt sich zuversichtlich, dass die Sonderkulturbetriebe insgesamt flexibel auf die Herausforderungen reagieren werden.

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