Schröder: "Wir brauchen grundlegend andere Haltungssysteme!"

In der aktuellen top agrar-Ausgabe 10/2012 fordert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, ein grundlegend neues Tierschutzgesetz sowie Haltungssysteme, die sich nach den Tieren richten und nicht andersherum. Wir möchten nun gerne wissen, wie Sie zu dem Streitpunkt stehen. Bitte teilen Sie uns Ihre Meinung unten über die Kommentarfunktion mit.

In der aktuellen top agrar-Ausgabe 10/2012 fordert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, ein grundlegend neues Tierschutzgesetz sowie Haltungssysteme, die sich nach den Tieren richten und nicht andersherum. Wir möchten nun gerne wissen, wie Sie zu dem Streitpunkt stehen. Bitte teilen Sie uns Ihre Meinung unten über die Kommentarfunktion mit. Wir freuen uns über konstruktive und faire Einträge...

Hier noch einmal der Brief von Thomas Schröder:

"Der Unterschied zwischen dem Anspruch des Grundgesetzes und der Wirklichkeit im Tierschutzgesetz ist eklatant. Eine Bestandsaufnahme zeigt: Viele landwirtschaftliche Nutztiere leiden unter der Zucht, den Haltungsformen und Manipulationen, bei Transporten und Schlachtung. Schwänze kupieren, Schnäbel kürzen sind heute die Regel, um die Tiere an die Systeme anzupassen. Nach dem Tierschutzgesetz ist das nur in Ausnahmefällen erlaubt. Hier muss sofort gehandelt werden. In tiergerechteren Haltungssystemen mit gutem Management wird schon jetzt auf nicht-kurative Eingriffe verzichtet. NEULAND ist dafür ein Beispiel.

Die Lage hat sich durch zunehmende Intensivierungen in der Tierhaltung verschärft. Deshalb brauchen wir dringend eine grundlegende Novellierung des Tierschutzgesetzes. Die von der Bundesregierung vorgelegten  Entwürfe sind unzureichend. Die dringlichen Tierschutzfragen in der landwirtschaftlichen Tierhaltung bleiben unbeantwortet.

Die Frage der Wirtschaftlichkeit ist eine immens wichtige für die Landwirte und ihre Familien. Festzuhalten ist, dass immer mehr Betriebe - besonders Familienbetriebe – trotz hoher Subventionszahlungen aufgeben müssen. Ein Grund ist der Preisdruck, der durch immer größere Betriebseinheiten angetrieben wird und dem gerade die kleineren Betriebe nicht standhalten können.  „Wachsen oder weichen“ darf nicht mehr gelten. Auch deshalb  ist anderes Handeln notwendig. Der Anspruch der Öffentlichkeit  ist zudem gewachsen. Die Lösung ist daher nicht eine  „bessere“ PR-Arbeit, sondern wir brauchen grundlegende Änderungen der Haltungssysteme.

Es ist ein Irrglaube, den internationalen Wettbewerb über den Preis gewinnen zu können. Die deutschen Landwirte wären gut beraten, auf Prozessqualität zu setzen. Mehr (Tierschutz-)Qualität kann dann intensiver und von allen Beteiligten beworben werden. Dann kann daraus ein Wettbewerbsvorteil werden. Die  Bundesregierung betont gerne, wie vorbildlich der Tierschutz bei uns sei. Wer eine solche Führungsrolle beansprucht, muss diese national auch als Vorreiter belegen. Davon sind wir derzeit weit entfernt. Ein Weg zu mehr Tierschutz kann auch durch staatliche finanzielle Unterstützung begleitet werden.

Der Verbraucher wünscht nach eigenen Angaben mehr Tierschutz. Der Tierschutzbund  geht deshalb mit einem Tierschutzlabel voran, solange die politisch Verantwortlichen weiter im Nichtstun verharren. (www.tierschutzlabel.info)"

Lesen Sie außerdem:
"Wir brauchen ganz andere Ställe!" (12.9.2012)

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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