TV-Bericht: Tönnies wehrt sich

Das Schlachtunternehmen Tönnies wehrt sich gegen Vorwürfe bezüglich der Arbeits- und Lebensbedingungen rumänischer und bulgarischer Werksarbeiter, die in einer ARD-Sendung erhoben wurden. Das Fleischunternehmen spricht von „fehlerhafter Berichterstattung“ und prüft rechtliche Schritte.

Das Schlachtunternehmen Tönnies wehrt sich gegen Vorwürfe bezüglich der Arbeits- und Lebensbedingungen rumänischer und bulgarischer Werksarbeiter, die in einer ARD-Sendung erhoben wurden. Das Fleischunternehmen spricht von „fehlerhafter Berichterstattung“ und prüft rechtliche Schritte, berichtet die Tageszeitung „Die Glocke“.  In der Reportage „Deutschlands neue Slums - Das Geschäft mit den Armutseinwanderern“, die am vergangenen Montag ausgestrahlt worden war, heißt es unter anderem, die Mitarbeiter müssten zehn bis zwölf Stunden arbeiten - wenn nötig sogar an sechs Tagen die Woche zwölf Stunden lang. Auch die Angst der Beschäftigten vor Krankheit und dem im Krankheitsfall befürchteten Jobverlust werden in der Reportage thematisiert.

Am schwersten wiege laut dem Rheda-Wiedenbrücker Unternehmen der Vorwurf, dass durch die Berichterstattung eine Verbindung hergestellt worden sei zwischen in Dortmund lebenden Roma bulgarischer und rumänischer Abstammung sowie Werksarbeitsnehmern am Tönnies-Standort in Rheda, die ebenfalls aus diesen Ländern stammen. „Damit wurde beim Fernsehzuschauer der Eindruck erweckt, unter unhaltbaren Zuständen in Dortmund lebende Rumänen und Bulgaren würden als Werksvertragsarbeitnehmer bei Tönnies arbeiten“, heißt es. Das sei falsch. Tönnies werde „die Darstellungen rechtlich prüfen und alle Möglichkeiten nutzen, gegen den Bericht vorzugehen“, teilt das Unternehmen weiter mit. 

Außerdem hat das Unternehmen gegen einen früheren Mitarbeiter des Integrationsbüros in Rheda-Wiedenbrück Strafanzeige erstattet. Das bestätigte das für die Pressearbeit des Unternehmens zuständige Büro auf Anfrage der „Glocke“. Drei Tage vor der Ausstrahlung der ARD-Reportage sei der Mann zu Tönnies-Geschäftsführer Frank Duffe ins Büro gekommen und habe sich als Hintergrundinformant mehrerer TV-Sender vorgestellt. Er soll von Duffe Arbeitsverträge für sich und seine Frau - dotiert mit 2500 beziehungsweise 1800 Euro netto - verlangt haben. Gegenleistung sollte seine Verschwiegenheit sein. Bekomme er den Vertrag nicht, werde er einem französischen TV-Sender weitere Details berichten. Das Unternehmen wertete das als versuchte Erpressung.

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Artikel geschrieben von

Christian Brüggemann

Redakteur Markt

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