Warnung vor Tiergesundheitsgefahren durch die Düngeverordnung

Vor Gefahren für die Tiergesundheit infolge der neuen Vorgaben der Düngeverordnung hat die bayerische SPD-Landtagsfraktion gewarnt.

Horst Arnold (Bildquelle: www.horstarnold.de)

Vor Gefahren für die Tiergesundheit infolge der neuen Vorgaben der Düngeverordnung hat die bayerische SPD-Landtagsfraktion gewarnt. Laut Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage der Fraktion könne die durch die Verordnung vorgeschriebene streifenförmige Ausbringung von Gülle auf Feldern zu einer Verunreinigung des dort wachsenden Grünfutters führen, erklärte Agrarsprecher Horst Arnold in München.

Besonders bei heißen Temperaturen könne die Gülle nicht versickern. Stattdessen trockne sie an der Oberfläche und konserviere die Schadstoffe, die vom nachwachsenden Gras aufgenommen würden und somit ins Futter kämen. „Wir können es nicht zulassen, dass wissentlich gesundheitsschädliche Futter- und damit Lebensmittel in Umlauf kommen“, betonte Arnold und kritisierte zudem die seiner Einschätzung nach mangelnden Forschungsaktivitäten der bayerischen Staatsregierung zu dem Thema. Diese habe es verschlafen, Forschungsprojekte rechtzeitig aufzulegen.

Das Vorhaben „Gülleausbringtechnik auf Grünlandstandorten in Franken“, das man jetzt zu Monatsbeginn gestartet habe, sei zu diesem Zeitpunkt geradezu „Hohn“. Durch die späte Reaktion der Landesregierung könnten Landwirte, die sich an Recht und Gesetz hielten, bei der Ernte von verunreinigtem Futter sogar kriminalisiert werden, stellte Arnold fest.

Den Vorgaben des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuchs zufolge könne nämlich das Inverkehrbringen von verunreinigten und damit potentiell gesundheitsschädlichen Lebens- und Futtermitteln mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren belangt werden. Der SPD-Politiker forderte deshalb, die neuen Vorgaben für Grünlandstandorte so lange auszusetzen, bis eine Unbedenklichkeit für die Tiergesundheit wissenschaftlich eindeutig gesichert sei.

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Diskussionen zum Artikel

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von Angelika Meier-Oetjen

@Paul Maier , bitte an Clostridien denken

Natürlich tötet UV- Licht viele Keime ab, aber ich bitte zu bedenken, dass es auch Keime, z.B. Clostridien und deren Sporen gibt, die ewig lange im und am Boden überleben. Bei der nächsten Ernte bekommen Sie den getrockneten Güllestreifen,der auch noch hochwächst, mit ins Futter . Anoerobe Clostridien vermehren und halten sich gut unter der Silofolie, und bei entsprechender Futteraufnahme der Kühe, bekommen diese massive Probleme. Durchfall, Festliegen, Lähmungen, um nur einiges zu nennen. Die Milchleistung sinkt, oftmals endet das für so manche Kuh tödlich. Leider sind diese Tatsachen noch weitgehend unbekannt. Diese Güllestreifen werden noch vielen Rindern zum Verhängnis werden. Wenn ahnungslose Nichtpraktiker Gesetze schaffen, die fatalen Folgen an den Landwirten hängen bleiben, nicht mal auf Bitten die landw. Fachblätter z.B. TOP AGRAR ,sich dieser Problematik annehmen, dann kann nur so ein Problem dabei heraus kommen.

von Paul Maier

Das kommt heraus wenn die Verordnungen von ahnungslosen, aber besserwissenden NGO Schreihälsen betimmt werden.

Zur Gefahr der Verbreitung von Krankheiten ist zu sagen, dass kaum ein Keim die UV Strahlung unserer Sonne überlebt. UV Licht wurde sogar zur Desinfektion in OP Sälen eingesetzt. Zur Vermeidung von gasförmigen N Verlusten wäre es eine Überlegung wert, einmal den Unsinn der Beschränkung der Ausbringzeiten und die gewaltsame Verdrängung in die warmen Monate zu überdenken. Ammoniak NH 3 ist ein Gas, das auch sehr stark riecht und so von jedem wahrgenommen wird. Streifenförmig ausgebrachte Gülle stinkt bei trockenem Wetter genau so lange und intensiv wie breitflächig ausgebrachte. Wenn aber NH3 sich mit H2O verbindet, dann entsteht NH 4 OH und das ist eine Base. Ist dann auch noch die Bodentempertaur niedrig findet keine Umwandlung in Nitrat statt. Bei kühlem Wetter und möglichst auch noch Nebel oder leichtem Regen gibt es so gut wie keine Ammoniakausgasung. Diese Bedingungen sind aber im Sommer fast nie gegeben. Dem Bruder unseres früheren Ministerpräsidenten sagte ich schon vor vielen Jahren zu diesem Thema: "Wer den Schwachsinn zum Gesetz erhebt erhält eben nur ein schwachsinniges Gesetz."

von Rudolf Rößle

Kompromiss

Schleppschlauch mit unten angehängten Pralltellern . Bodennah und gleichmäßig verteilt.

von Reinhold Klüh

MÖSCHA Verteiler

Der MÖSCHA ist auf dem Grünland das NonPlusUltra, wenn der Einsatz schon bei etwas Luftfeuchtigkeit erfolgt entsteht auch keine Ammoniakfreisetzung. Jede Art der Streifenausbringung auf dem Grünland schafft mehr Probleme als Nutzen, insbesonders werden invasive Arten gefördert und seltene Arten werden dann vollständig verdrängt. Dadran wird man irgendwann die Schuld auch wieder der Landwirtschaft in die Schuhe schieben.

von Hans Merk

Und warum machen wir das alles mit?

wenn alle diesen Schwachsinn auf Grünland verweigern, nur auf Grünland wohlgemerkt und dort weiter mit Möscha oder Prallteller fahren, was dann? Uns Zahlungen kürzen - halten wir aus. Einsperren - viel Spaß mit unseren Viechern! Sage schon lange dass ein gewisser ziviler Ungehorsam notwendig wäre...

von Werner Kriegl

Zwang

Es besteht - gerade bei Schweinehaltern - der massive Zwang Phosphat einzusparen in der Fütterung. Gleichzeitig gibt es aktuelle Untersuchungen, daß dies die Krankheitsanfälligkeit der Tiere massiv erhöht. Wenn man das noch mit den aktuellen Ergebnissen aus Hessen abgleicht, daß 65% der Phosphateinträge in Oberflächengewässern aus den Kläranlagen kommen, dann kann man eigentlich nur noch vor Wut platzen! Man wird mit einer Verordnung gezwungen, die Tiergesundheit aufs Spiel zu setzten, um Umweltziele zu erfüllen für die wir gar nicht verantwortlich sind...

von Karlheinz Gruber

ich kann mich ja auch irren,

aber war bisher nicht die SPD eine der führenden Parteien, die bisher nach einer schärferen DVO geschrieen haben und denen die Auflagen noch nicht hoch genug sind. Jetzt, da das Kind im Brunnen so gut wie ersoffen ist, und die Probleme aus dieser fast Totgeburt an den Tag kommen, wird auf das hingewiesen, worauf die Praktiker seit langem hinweisen. Aber warum sollte man auf Bauern hören. Das sind doch nur die, die die Umwelt kaputt machen und schlechte Lebensmittel produzieren (wie man sieht dank der auflagen die wir erhalten). Mich wundert es, daß bei der Aussage noch keine Forderung nach Ökoumstellung mit drinnen ist. Ach halt, die haben ja auch Dünger aus Tierhaltung und somit mit dem Mist auch Probleme..... Oder mit den Gärresten aus den Biogasanlagen für die Ackerkulturen. Pech liebe Politiker: Vielleicht erst mal den Landwirt eurer Gemeinde fragen und nicht die Grünen, NGOs oder sonstigen Schreier vor Ort.

von Willy Toft

Späte Einsicht stellt alles wieder in Frage, was bald gesetzlich geregelt wird!

Auf die Praxis wird sowieso keine Rücksicht genommen, auch wenn die Bedenken gebetsmühlenartig vorgetragen werden! Wohin das führt, sehen wir bei der täglichen Umsetzung der Auflagen und Vorgaben! Die Machbarkeit wird von den Theoretikern vorausgesetzt, denn sie müssen ja nicht damit leben!

von Hans Nagl

Ohne Worte

Wir haben bei der Steuer für 13 a Betriebe eine Grenze von 20 ha . Bei der Düngerverordnung eine Grenze von 15 ha . Das heißt wieder Mal kleine Betriebe werden zusätzlich Schikaniert.

von Gerd Uken

Dann soll er sich mal in den Niederlanden

Schlau machen , wie das dort gehandhabt wird........ Denn auch Schlitzen ist nicht unproblematisch vor allem in diesem trockenen Sommer-da ging gar nichts...

von Albert Maier

Ein Problem,

auf das Bauern schon seit Jahren hinwweisen. Aber die Meinung von Praktikern ist ja verpöhnt.

von Michael Hofmann

Geschlafen

wenn das im Bereich von der Gülle Ausbringtechnick nicht vernünftig geregelt wird und Kompromisse eingegangen werden, haben die kleineren und mittleren Betriebe wieder ein Problem ! Dann wird das ähnlich wie momentan bei den Ferkelerzeugern und der Kastration .

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