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Weil sieht Anstrengungen der Bauern in Sachen Tierschutz

Am 22. Februar fand die AGRIVIZION-Pressekonferenzreihe „Wertewandel in den Zuchtzielen“ in Dinklage statt. Ministerpräsident Stephan Weil begrüßte das Engegemengt der Bauern sehr, denn neue Entwicklungen im Bereich Tierzucht sollten immer auch der Verbesserung von Tierwohl und Tiergesundheit dienen.

Lesezeit: 3 Minuten

Am 22. Februar fand die AGRIVIZION-Pressekonferenzreihe „Wertewandel in den Zuchtzielen“ in Dinklage statt. Initiiert hatte dies das Agrar- und Ernährungsforum (AEF).


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„Das Oldenburger Münsterland als einer der leistungsfähigsten Agrarwirtschaftsräume Europas ist ein Kraftzentrum für ganz Niedersachsen“, so Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil. Mit der Veranstaltung stelle das AEF unter Beweis, dass Probleme, die viele Verbraucher bewegen, inzwischen offensiv seitens der Branche angegangen werden. Weil begrüßte das sehr, denn neue Entwicklungen im Bereich Tierzucht sollten immer auch der Verbesserung von Tierwohl und Tiergesundheit dienen. Das, so Weil, läge auch im wirtschaftlichen Interesse der hiesigen Agrar- und Ernährungswirtschaft.

 

Dies unterstrich auch Uwe Bartels, der Vorsitzende des Agrar- und Ernährungsforums (AEF) in seinem Eingangsstatement. Wer, wenn nicht Unternehmen des Oldenburger Münsterlandes seien Motor innovativer Entwicklung und in der Lage, komplette Lösungen, die nachhaltig und für die Gesellschaft akzeptabel sind, zu erarbeiten, so z.B. auf dem Sektor der Tierzucht. Die Region wisse um die Verantwortung der Wissenschaft, der Zuchtorganisationen und der Landwirtschaft für den Erhalt der genetischen Vielfalt und der Integrität der Tiere. „Hier liegt noch ein Arbeitsfeld vor der Branche“, konstatierte Bartels.

 

Prof. Dr. Henner Simianer von der Georg-August-Universität machte in seinem Vortrag deutlich, dass moderne Tierzucht schon lange nicht mehr nur zur Steigerung der Leistung, sondern auch zur Verbesserung der Fitness und der Tiergesundheit eingesetzt werde. Insbesondere unter Einsatz neuer Züchtungstechniken kann den gesellschaftlichen Anforderungen in Sachen Tierwohl oder dem Klimawandel begegnet werden.

 

Dass die deutsche Geflügelzucht bereits vor vielen Jahren vorausschauend auf die sich verändernden Marktanforderungen reagiert habe, zeigte deutlich Prof. Dr. Rudolf Preisinger von der EW-Group. „In den letzten Jahrzehnten hat sich die Zahl der züchterisch bearbeiteten Eigenschaften mehr als verdoppelt. Tierwohl, Effizienz und Nachhaltigkeit bestimmen heute die Selektionsentscheidungen in der Basiszucht“, so die zentrale Aussage Preisingers. Die Geflügelzucht nutze große Zuchtpopulationen und modernste wissenschaftliche Erkenntnisse sowie innovative Erfassungstechniken in der täglichen Zuchtarbeit.

 

Zucht sei viel, aber nicht alles, entgegnete die Expertin aus dem LAVES, Prof. Dr. Sabine Petermann. Die heute üblicherweise eingesetzten Lege- und Mastgeflügelhybriden seien absolute Hochleistungstiere. Daher stelle die Haltung dieser Tiere ganz besondere Anforderungen an die Sachkunde und an das Management auf den jeweiligen Betrieben. Zur Beurteilung der Tierhaltungen seien Tierschutzindikatoren, wie z.B. die Fußballengesundheit bei Mastgeflügel, einzusetzen. Zudem plädierte Petermann für den Verzicht auf prophylaktische Eingriffe wie das Schnabelkürzen. Petermann forderte eine nationale Nutztierstrategie.

 

Die abschließende Diskussion stellte klar heraus, dass sich bei allen Anstrengungen um höhere Umwelt- und Tierwohlstandards und um die nachhaltige Existenzsicherung der landwirtschaftlichen Betriebe, verlässliche Rahmenbedingungen erforderlich seien. Auch der Verbraucher müsse in Sachen Verkaufsentscheidungen stärker sensibilisiert werden.


Begrüßt wurde daher die seitens des Landes Niedersachsen eingebrachte Entschließung des Bundesrates für eine gemeinsame „Bund-Länder-Nutztierstrategie“. 14 Bundesländer haben dazu ihre Zusage erteilt. Jetzt müssen der Bund und die Länder unverzüglich ein gemeinsames Vorgehen verabreden.


Über die Konferenzreihe


Mit der neuen Veranstaltungsreihe „AGRIVIZION – Oldenburger Münsterland will das AEF die Bedeutung der Region als Innovationszentrum für eine nachhaltige Agrar- und Ernährungswirtschaft herausstellen. Gefördert wird dieses Vorhaben vom EU-Förderprogramm LEADER sowie dem Landkreis Vechta. Zielgruppe dieser Veranstaltungsreihe sind nationale Medienvertreter.

 

Die nächste AGRIVIZON-Pressekonferenz unter dem Themenschwerpunkt „Nährstoffsituation und innovative Lösungsansätze aus der Region“ - unter Anwesenheit von Staatssekretär Dr. Hermann Onko Aeikens - findet am 07. April 2017 statt. Als weitere Veranstaltungsthemen sind geplant: „Tiergerechte Stallsysteme“ sowie „Nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen“.

 


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