Wölfe in Sachsen-Anhalt auf Kälber spezialisiert

Wölfe reißen in Sachsen-Anhalt immer mehr Kälber. Das bestätigen neueste Zahlen aus dem am Dienstag vorgestellten Wolfsmonitorng des Magdeburger Umweltministeriums. So seien Vorfälle mit Wölfen von 44 im Vorjahr auf nun 70 angewachsen. Dabei seien konkret 43 Kälber betroffen gewesen, zudem 122 Schafe.

Gerissenes Kalb. Laut der Ministerin liegt das daran, dass die Bauern ihre Tiere nicht schützen. (Bildquelle: Bauernbund)

Wölfe reißen in Sachsen-Anhalt immer mehr Kälber. Das bestätigen neueste Zahlen aus dem am Dienstag vorgestellten Wolfsmonitorng des Magdeburger Umweltministeriums. So seien Vorfälle mit Wölfen von 44 im Vorjahr auf nun 70 angewachsen. Dabei seien konkret 43 Kälber betroffen gewesen, zudem 122 Schafe, zitiert der MDR aus dem Bericht.

Umweltministerin Claudia Dalbert von den Grünen musste am Dienstag eingestehen, dass diese deutliche Zunahme von Angriffen auf Kälber ein "neues Phänomen" sei, das seit dem vergangenen Jahr zunehmend auffalle. Was die genaue Ursache für diese Entwicklung ist, sei noch unklar. "Was wir sagen können, ist, dass die Kälber nicht gut geschützt sind."

Deshalb, so Dalbert, sei ein Modellprojekt angedacht, um Tierhaltern Hinweise zu geben, wie sie ihre Kälber gut gegen Wölfe schützen könnten, während eine Weidehaltung weiter möglich bleiben müsse. Das Projekt werde federführend vom Wolfskompetenzzentrum Sachsen-Anhalt im Jerichower Land übernommen. Dort habe es die Kälberrisse vermehrt gegeben. Ziel solle sein, "zu eruieren, wie ein guter Herdenschutz aussehen kann". Man müsse die Tiere schützen und es dem Wolf schwer machen.

Laut dem Umweltministerium wachse der Wolfsbestand insgesamt im Land aber eher langsam. Dalbert sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Die Wolfspopulation wächst, aber das doch nur verhalten." Die neuesten Zahlen sollten Anlass geben, die Debatte zu versachlichen und Emotionen zurückzunehmen. Man gehe aktuell von einem Bestand von 11 Rudeln mit insgesamt 70 nachgewiesenen Tieren im Land aus. Zwei weitere Rudel an den Grenzen zu Brandenburg und Niedersachsen werden laut Ministerium nicht Sachsen-Anhalt zugerechnet.

Bundesweit gehen die Experten nach MDR-Angaben von 60 nachgewiesenen Rudeln mit 150 bis 160 Tieren aus, das sind 13 Rudel mehr als ein Jahr zuvor.

Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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