Drei bis fünf Jahre

Lindner warnt vor massiver Wirtschaftskrise

Finanzminister Lindner (FDP) sieht die Gefahr „einer sehr ernst zu nehmenden Wirtschaftskrise“ und warnt vor bis zu „fünf Jahren der Knappheit“.

Wegen des Ukrainekrieges, der Inflation und möglicher Energieengpässe droht der deutschen Wirtschaft eine Rezession. Davor warnt zumindest Bundesfinanzminister Christian Lindner. Im ZDF-heute journal sagte der FDP-Politiker, er sehe die Gefahr eines massiven wirtschaftlichen Abschwungs, u.a. wegen der stark gestiegenen Energiepreise und Lieferketten-Problemen.

Oberstes Ziel müsse nun sein, die Inflation zu stoppen. "Nicht nur wegen der Wirtschaft, sondern weil viele Menschen auch Sorgen haben, ob sie das Leben bezahlen können", sagte Lindner. Es dürfe jetzt keine Denktabus geben, wenn es darum geht, die Preisentwicklung für die Menschen zu kontrollieren.

„Meine Sorge ist, dass wir in einigen Wochen und Monaten eine sehr besorgniserregende Situation haben könnten. (...) Es geht ja um drei bis fünf Jahre der Knappheit“, so Lindner weiter.

Der Koalitionsausschuss von SPD, Grünen und FDP tagt am heutigen Mittwoch - besprochen werden sollen mögliche Maßnahmen im Kampf gegen Preissteigerungen bei Energie und Lebensmitteln in den kommenden Wochen.

Lindner nennt vier mögliche Energiequellen:

  • den Ausbau der erneuerbaren Energien
  • den Import von Flüssiggas über Schiffe und LNG-Terminals
  • man habe auch noch Öl- und Gasvorkommen in der Nordsee und an Land
  • und drei laufende Kernkraftwerke

Krisencocktail angerührt

Der Industrieverband BDI rechnet übrigens auch nur noch mit 1,5 % Wirtschaftswachstum und befürchtet noch Schlimmeres, wenn Putin die Gaslieferungen weiter drosselt. Inflation und Zinswende, Corona und Lieferkettenprobleme, Gasknappheit und Ärger mit China – das seien Zutaten für einen Krisencocktail, wie es ihn zumal für Deutschland lange nicht gab, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung den BDI.

Es sei allerdings nicht gesagt, dass es zu einem schweren Wirtschaftseinbruch kommen wird, denn der Arbeitsmarkt ist intakt und die Unternehmen haben zu tun. Aber er sei eben nicht mehr auszuschließen.

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