Fleischmärkte

Rindfleisch: Erholung in Sicht?

Nach einer langen Durststrecke registrieren die Fachleute der Landwirtschaftskammer Niedersachsen leicht steigende Preise. Die anhaltende Trockenheit macht aber einen Strich durch die Rechnung.

Die Rindfleischpreise bewegen sich seit Jahresbeginn auf Talfahrt. Mit rund 3,20 Euro je Kilogramm (Bullen, Klassifizierung 03) erreichten sie im Juli ihren Tiefpunkt. Wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen berichtet, lagen sie damit etwa 15 bis 20 Cent unter dem Vorjahresniveau. Als Gründe für diesen monatelangen negativen Trend werden die Kaufzurückhaltung inländischer Verbraucher und ein unbefriedigender Export genannt.

„Kirschen rot, Bullenpreise tot“

Dabei ist das Preistief im Sommer für Marktbeobachter nicht ungewöhnlich. Es bestätigt vielmehr die alte Viehhändlerweisheit „Kirschen rot, Bullenpreise tot“. Mittlerweile registrieren die Fachleute der Kammer wieder eine leichte Erholung des Marktes mit langsam steigenden Preisen. Die lange Durststrecke hat die wirtschaftliche Situation vieler Rinderhalter angespannt. Das wird nun noch durch die Folgen der anhaltenden Trockenheit verschärft.

Auf vielen rinderhaltenden Betrieben wird mittlerweile das Futter knapp. Und eine Entspannung der Lage scheint nicht in Sicht. Denn viele Maisbestände und das Grünland, von denen Silagefutter für Rinder gewonnen wird, haben wegen des fehlenden Regens Schaden genommen. Als Konsequenz verkleinern erste Betriebe ihre Herde und geben ältere Tiere vorzeitig zur Schlachterei. Das Fleisch kommt auf einen schwächelnden Markt, der darauf mit nachgebenden Preisen reagieren kann.

Aufwärtstrend in Sicht?

Obwohl die Kuhbestände kleiner werden und dadurch der Selbstversorgungsgrad bei Rindfleisch sinkt, bleibt abzuwarten, ob das den Rindfleischmarkt in den kommenden Jahren beflügeln wird. In diesem Zusammenhang weist die Landwirtschaftskammer auf das Mercosur-Abkommen mit den südamerikanischen Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay hin. Das würde zu steigenden Rindfleischeinfuhren in Höhe von knapp 100.000 Tonnen pro Jahr führen – mit möglichen negativen Folgen für die Preise. Allerdings muss das Abkommen noch von allen EU-Mitgliedstaaten ratifiziert werden. Einige Länder haben bereits Widerstand angekündigt.

Artikel geschrieben von

Christina Lenfers

Redakteurin top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerd Uken

Fehlt nur noch die zusätzlichen

35000 to die Trump hier zollfrei reinbringt...... Der Irische Landwirtschaftsminister hat 100 Mio. an Stütze für die Farmer bewilligt bekommen.

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