USA brauchen voraussichtlich mehr Mais für Biosprit

Auch wenn die Washingtoner Regierung die Quoten für die Beimischung von Bioethanol zu konventionellen Treibstoffen 2014 mengenmäßig nach unten anpassen sollte, wird der Maisbedarf der Biospriterzeuger in den USA steigen. Davon geht der Internationale Getreiderat (IGC) in seiner aktuellen Prognose aus.

Auch wenn die Washingtoner Regierung die Quoten für die Beimischung von Bioethanol zu konventionellen Treibstoffen 2014 mengenmäßig nach unten anpassen sollte, wird der Maisbedarf der Biospriterzeuger in den USA steigen. Davon geht der Internationale Getreiderat (IGC) in seiner aktuellen Prognose aus. Die Londoner Experten beziffern den Bedarf der US-Bioethanolhersteller im Wirtschaftsjahr 2013/14 jetzt auf 124,5 Mio t Mais; das wären 5,4 % mehr als ein Jahr zuvor. Als wichtigste Ursache für die Produktionsausdehnung nennt der IGC attraktive Verarbeitungsmargen der Industrie, denn als Folge eines voraussichtlichen globalen Rekordaufkommens an Mais in der laufenden Saison 2013/14 ist mit relativ niedrigen Maispreisen zu rechnen. Auch als Reaktion auf eine gute Exportnachfrage könnten die Hersteller die Produktion ankurbeln und ihre in der Vergangenheit abgebauten Ethanollager wieder aufstocken. Außerdem dürfen einer gesetzlichen Regelung aus dem Jahr 2007 zufolge bis zu 20 % der jeweiligen Beimischungsverpflichtung von einem Jahr auf das nächste übertragen werden. 

Entscheidung für Frühjahr 2014 erwartet

Mitte November 2013 hatte die US-Umweltschutzbehörde (EPA) zur Diskussion gestellt, die Beimischungsverpflichtung 2014 auf insgesamt 57,6 Mrd l zu senken; die ursprüngliche Zielquote lag bei 68,7 Mrd l und somit 19 % über der von der EPA jetzt vorgeschlagenen Menge. Als Grund für ihre Empfehlung gibt die Umweltschutzbehörde einen langfristig rückläufigen Treibstoffverbrauch aufgrund einer immer effizienteren Fahrzeugtechnik an. Fachleute gehen davon aus, dass in der Folge die Zielquote allein für Maisethanol dann von 54,5 Mrd l auf 49,3 Mrd l sinken wird. Bis zum Frühjahr des kommenden Jahres will die US-Regierung eine Entscheidung treffen. Durch den vermehrten Einsatz von Treibstoff mit noch höheren Ethanolbeimischungen von beispielsweise 15 % oder 85 % könnte die Nachfrage nach Maisethanol zwar gesteigert werden; diese Kraftstoffe werden der EPA zufolge allerdings bislang kaum nachgefragt. Als Ursachen werden unter anderem Vorbehalte der Verbraucher genannt, die Motorschäden an ihren Kraftfahrzeugen befürchten.

Auch in der EU mehr Mais für Ethanol

Mais ist global das wichtigste Getreide für die Biospritgewinnung: Der IGC prognostiziert, dass in der Saison 2013/14 weltweit insgesamt 148,7 Mio t Getreide zur Herstellung von Biokraftstoffen eingesetzt werden. Davon sollen 138,8 Mio t auf Mais entfallen, was im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 7,1 Mio t oder 5,4 % entspräche. Mit großem Abstand folgen Weizen mit 5,7 Mio t und Sorghum mit 3,1 Mio t. Weniger als 1 Mio t entfällt auf Gerste und Roggen. Zweitgrößter Ethanolproduzent hinter den USA ist Brasilien, wo allerdings kein Getreide, sondern überwiegend Zuckerrohr als Rohstoffgrundlage genutzt wird. An zweiter Stelle in der Weltrangliste der Maisethanolhersteller und mit großem Abstand zu den Vereinigten Staaten rangiert die Europäische Union. Deren entsprechenden Maisverbrauch veranschlagt der Getreiderat für 2013/14 auf 5,5 Mio t, nach 5,1 Mio t ein Jahr zuvor. Gleichzeitig dürften in der EU 3,5 Mio t Weizen zu Biosprit verarbeitet werden; das wären 100 000 t mehr als im Vorjahr. Als Ursache für diese „geringe“ Steigerung nennt der Getreiderat die schlechte Weizenernte in Großbritannien. Dort hat die Südzucker-Tochter CropEnergies Ende September 2013 ihre Bioethanolanlage am Standort Wilton in Betrieb genommen. CropEnergies gehört mit einer Produktionskapazität von 1,2 Mio m3 Bioethanol zu den größten europäischen Bioethanolherstellern. Stagnation in Sachen Biokraftstoffe herrscht derweil in China, dem weltweit drittgrößten Bioethanolerzeugerland; in der Volksrepublik werden dem IGC zufolge 2013/14 wie im Vorjahr 4,1 Mio t Mais in diese Verwertungsschiene fließen. In Kanada sollen es - ebenfalls unverändert zu 2012/13 - rund 2,7 Mio t sein. (AgE)


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