Kaum Kahlfröste

Wenig Auswinterungsschäden in Winterkulturen

EU-weit halten sich die Auswinterungsschäden nach den strengen Frostphasen in Grenzen. Vereinzelte Frostschäden treten in Westdeutschland, Frankreich und Südosteuropa auf.

In Europa kam es seit Jahresbeginn zu bemerkenswerten Temperaturschwankungen. Seit Anfang Januar war es in Südosteuropa, im südeuropäischen Russland, in der Ostukraine und in der Türkei deutlich wärmer als üblich. Im Gegensatz dazu lagen die Temperaturen in vielen Teilen Mittel- und Nordeuropas unter dem Durchschnitt. Während der ersten zwei Monate dieses Jahres traten zwei herausragende Kältewellen auf. Die erste betraf Süd- und Osteuropa Mitte Januar, die zweite West-, Mittel- und Teile Südosteuropas. Die niedrigsten Temperaturen wurden in den meisten Regionen zwischen dem 11. und 14. Februar 2021 gemessen. Die Tiefsttemperaturen während der zweiten Kältewelle fielen in zentralen Teilen Deutschlands unter -20 Grad Celsius, während der Großteil Mitteleuropas Tiefsttemperaturen unter -15 Grad Celsius erlebte. In mehreren Regionen wurden die niedrigsten Temperaturen der vergangenen 50 Jahre gemessen. Dennoch lagen die Durchschnittstemperaturen in den meisten Teilen Südeuropas in der ersten Februarhälfte in etwa zwei Grad Celsius über dem langjährigen Mittel.

Die negativen Auswirkungen auf die Winterkulturen dürften sich in Grenzen gehalten haben, da die meisten der betroffenen Gebiete während der kältesten Perioden durch eine Schneedecke geschützt waren. Dennoch rechnet der agrarmeteorologische Prognosedienst der EU-Kommission (MARS) damit, dass es auf einigen Flächen in Westdeutschland, Ostfrankreich sowie in Ungarn und Südosteuropa zu Schäden gekommen sein könnte. Das könnte der Fall sein, wenn die Schneedecke oder die Frosttoleranz der Pflanzen nicht ausreichend war. Aufgrund des vorhergesagten Kälteeinbruchs in den kommenden zehn Tagen könnte es aber noch zu Frostschäden in Osteuropa, insbesondere im südlichen Teil des europäischen Russlands kommen.

Die Niederschläge waren in den meisten Teilen Europas überdurchschnittlich, mit den höchsten Ausschlägen in Italien, der Balkanregion, Rumänien, Bulgarien und Griechenland. Dort dauerten die ergiebigen Niederschläge auch im Februar an. Weit über dem normalen Niveau liegende Regenfälle wurden in Ostspanien und in Teilen der Ukraine beobachtet. Demgegenüber setzten sich in Marokko die Regenfälle nicht fort. Die Türkei erhielt durchschnittliche Niederschläge, die die zuvor gemeldeten Dürrebedingungen abschwächten. Sie reichten aber nicht aus, um die Bedenken hinsichtlich der Winterdürre vollständig zu zerstreuen.


Diskussionen zum Artikel

von Klaus Fiederling

Gefahrt gebannt...?

Diese Analyse ist zunächst korrekt: Noch ist nichts ausgewintert - es ist „nur“n immer noch trocken; für unsere Marktanalysten wohl „nur ein bisschen trocken“. Nachdem der Februar zu Ende gegangen ist und sich allenfalls Minimengen an Niederschlägen abzeichnen, nimmt die ... mehr anzeigen

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