Weniger Rinder in Deutschland

In Deutschland wurden Anfang Mai 2018 im Vergleich zum Vorjahr mit insgesamt zwölf Millionen Rindern rund 2,2 Prozent weniger registriert. Maßgeblich verantwortlich für die Bestandsreduzierung sind die dezimierten Milchkuhbestände infolge der zurückliegenden Milchkrise.

Kühe (Bildquelle: ZLF)

In Deutschland wurden Anfang Mai 2018 im Vergleich zum Vorjahr mit insgesamt zwölf Millionen Rindern rund 2,2 Prozent weniger registriert. Maßgeblich verantwortlich für die Bestandsreduzierung sind die dezimierten Milchkuhbestände infolge der zurückliegenden Milchkrise. Ein Blick in die Regionen zeigt allerdings eine sehr gegensätzliche Entwicklung. Es gibt Regionen in denen die Milchviehhalter ihre Herden stärker reduzierten beziehungsweise die Produktion aufgaben. Das Minus liegt hier zwischen 0,5 Prozent in Niedersachsen bis minus drei Prozent in Mecklenburg-Vorpommern.

Der Strukturwandel bei den rinderhaltenden Betrieben hält ungebremst an. Die Milchkühe machen etwa ein Drittel des gesamten Rinderbestandes aus. Auch bei den Milchkuhherden gibt es seit einigen Jahren die Entwicklung, dass immer weniger Halter größere Bestände haben. Dieser Trend schreitet 2018 weiter fort. Die Herdengröße stieg seit 2010 um 20 Tiere auf nun 65 Milchkühe pro Halter. Minimal rückläufig sollte die Zahl der zum Jahresende vermarkteten Jungbullen sein, da sich der Bestand an männlichen Rindern zwischen ein und zwei Jahren um 3,3 Prozent verminderte. Innerhalb eines Jahres stellten 3.076 Rinderhalter die Produktion ein, das ist eine Abnahme um 2,1 Prozent.

Bei den Milchviehaltern war sogar ein Minus von fünf Prozent mit 3.334 weniger Milchviehhaltern in nur einem Jahr zu beobachten. Allein in Bayern trennten sich 1.621 Höfe innerhalb von zwölf Monaten von der Milchkuhhaltung. Regional sind umfangreichere strukturelle Unterschiede zu beobachten. So sind im Norden eher größere Herden zu finden, während im Süden die kleineren Herden vorherrschend sind. Die beiden bedeutendsten Bundesländer in der Rinderhaltung sind weiterhin Bayern und Niedersachsen. Fast die Hälfte des gesamten deutschlandweiten Bestandes wird hier gehalten. AMI

Artikel geschrieben von

Christian Brüggemann

Redakteur Markt

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Diskussionen zum Artikel

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von Georg Erhardt

Wann schaffen es die rückläufigen Rinderzahlen in die großen Medien??

Weniger Rinder, weniger Vögel, weniger Insekten. Während es die beiden letztgenannten mit dem Rückgang auf die Titelseiten der Medien schaffen, interessiert den Rückgang der Rinderhaltung mit ihren Auswirkungen höchstens den Berufsstand. Ein Zusammenhang zwischen allen drei wird nicht gesehen und so bleibt für die meisten Verbraucher weiterhin die Landwirtschaft der "Übeltäter". Georg Erhardt

von Paul Maier

Trotzdem wird von einer "Gülleflut" gefaselt.

Ein ebenso starker Rückgang ist bei der Schweinehaltung zu erwarten, weil sich die deutsche Politik ja nicht zu einem gangbaren Weg für die Ferkelkastration durchringen kann und der 1. Januar 2019 schon bald vor der Tür steht. Wer angesichts solcher Zahlen immer noch von der angeblichen "Gülleflut" spricht ist nur ein ideologisch verblendeter Ignorant. Dabei sind einzelne Regionen heute schon fast gänzlich von der Tierhaltung "befreit" und wenn es also wirklich von der Tierhaltung käme, dann müssten dort die Zustände was die Wasserqualität anbelangt geradezu paradiesich sein. Warum liest man nie etwas darüber? Oder ist es etwa doch nicht allein die Tierhaltung, die auf die Wasserquälität einen Einfluss hat und man will nur um keinen Preis an anderer Stelle suchen?

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