Ackerbaustrategie soll im Herbst vorliegen

Eine umfassende Ackerbaustrategie für die nächsten Jahre will das BMEL bis Herbst vorstellen.
Bild: Vogel & Noot

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) will bis zum Herbst 2018 die im Koalitionsvertrag vereinbarte Ackerbaustrategie vorlegen. Die bereits vorgestellte Minimierungsstrategie für Glyphosat wird ein Teil der Ackerbaustrategie sein.

Das hat der Parlamentarische Staatssekretär vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Michael Stübgen, vergangene Woche im Bundestag angekündigt. Seinen Angaben zufolge wird die Strategie „einen Gesamtansatz zur Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln“ verfolgen.

Laut Stübgen wird die Federführung der Ackerbaustrategie innerhalb der Bundesregierung beim Agrarressort liegen. Man werde aber insbesondere das Bundesumweltministerium frühzeitig einbinden, um eine zügige Ressortabstimmung zu gewährleisten. Derzeit liefen in seinem Haus die Vorbereitungsarbeiten für die Strategie, berichtete der Staatssekretär.

Noch nicht fertig ist nach Stübgens Angaben der Ressortentwurf zur Reduzierung der Glyphosatanwendung. Ein Grund sei die erforderliche Konformität mit dem EU-Recht. Ein Verbot oder eine Einschränkung glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel ist dem Staatssekretär zufolge nur dann möglich, wenn ein Mittel verbotene Beistoffe enthält oder ein Mitgliedstaat den Nachweis über „besondere Bedingungen“ in seinem Hoheitsgebiet führt, die dies rechtfertigen.

Als Kernpunkte der geplanten Rechtsverordnung nannte Stübgen ein Anwendungsverbot glyphosathaltiger Mittel für private Anwender, Kleingärtner ohne Sachkundenachweis sowie auf Flächen der Allgemeinheit und in der Nähe von Gewässern. Eingeschränkt werden solle der Einsatz auf landwirtschaftlich oder gartenbaulich genutzten Flächen.
Bekanntlich soll Glyphosat nicht auf Flächen angewendet werden dürfen, auf denen keine ausreichenden Saumstrukturen vorhanden sind. Die Anwendung zur Stoppelbehandlung soll nur noch zulässig sein auf erosionsgefährdeten Flächen sowie zur Bekämpfung von Problemunkräutern wie Disteln und Quecken auf Teilflächen.

Intensiv besprochen wurde die Zukunft des Ackerbaus und die vom Bund vorgeschlagene Ackerbaustrategie auch auf der Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern Ende vergangener Woche in Münster. Der Bund wurde gebeten, zur Herbstkonferenz einen Zwischenbericht zur Nationalen Ackerbaustrategie vorzulegen. Die Neuausrichtung der acker- und pflanzenbaulichen Produktionsverfahren soll die Biodiversität stärken. „Besonders am Herzen liegt mir hier der Erhalt unserer blütenbestäubenden Insekten: Wir müssen die Ursachen für den zunehmenden Artenschwund angehen und durch den Aufbau solider Forschung die noch offenen Fragen klären“, sagte NRW-Agrarministerin Christina Schulze Föcking. Auch der Ausbau der Forschung und die Digitalisierung der Landwirtschaft sollen dazu beitragen, den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln wirksam zu reduzieren.

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9 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Hermann Kamm · 1.
    der ganze schmarn geht mir bald

    am Arsch vorbei. von top agrar nur noch Hiobsbotschaften. jetzt reichts mir bald, und ich überlege ob ich nicht Top Agrar abbestelle.

    Anmerkung der Redaktion:
    Klar, das können Sie natürlich machen, nur die Herausforderungen und Vorgaben bleiben ja, wir machen ja nicht Politik, sondern berichten nur darüber. Ob Wegschauen da der richtige Weg ist?

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  2. von Willy Toft · 2.
    Ich dachte schon, es geht nicht schlimmer!

    Nun sollen wir noch unsere Gedanken in Papierform, zu einer Strategie für den Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln zum Besten geben. Wir überholen jetzt aber bald die Strategen in der Politik! Die Strategie wird dann wahrscheinlich wieder im Frühjahr umgeschrieben, weil man dann erst weiß, was nach dem Winter wachsen will. Wo ist die gute fachliche Praxis geblieben, wem sollen wir unser Tun vermitteln, kommt ein Redakteur zur Herbstbestellung, damit es auch der Bevölkerung nahe gebracht werden kann?

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  3. von Wilhelm Grimm · 3.
    Ihr Leute von TA, was ist los ?

    Ich habe keine Hassbotschaft geschrieben. Nicht nur die Klöckner wird anscheinend nervös. Ihr wisst doch selbst besser als ich, dass deren Einlassung zum Glyphosat eine riesige Dummheit ist.

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  4. von Wilhelm Grimm · 4.

    Anmerkung der Redaktion:
    Hassbotschaften werden bei uns nicht toleriert, bitte beachten Sie das. Vielen Dank.

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  5. von Wilhelm Gebken · 5.
    Im Jahre 1915 haben schon einmal Professoren die Landwirtschaft übernommen, mit dem Ergebnis des ersten Hungerwinters im 1. Weltkrieg

    Die schlauen Professoren hatten folgendes Rechenexempel, eines was wir auch heutzutage auf jeder grün/linken/gutmenschlichen Veranstaltung zu hören bekommen: Da Schweine ja nur eine "ganz schlechte Futterverwertung" haben (heute ca. 1:3), müsse man ja nur die Schweine schlachten, damit für die Bevölkerung die vielfache Menge an Eiweiß/Energie zur Verfügung steht. Von schlauen Professoren verkündet, von noch schlaueren Beamten durchgeführt: Ein Großteil der damaligen Schweine wurde geschlachtet und in Konserven gepackt. Die Konserven wurden schlecht und waren nicht zu gebrauchen. Auch mit der dreifachen Eiweiß-und Energiemenge hat es nicht ganz so gut geklappt. Es wächst nun mal nicht überall Brotweizen. Unterm Strich haben die genialen Entscheidungen dieser damaligen genialen Elite mehr als 100.000 deutschen Bürgern der Nichtelite ausserhalb der Schlachtfelder das Leben gekostet. Ach ja: Die Schweine in den Konservendosen konnten dann auch keinen organischen Dünger mehr produzieren, was sich dann auch im Jahre 1916 äußerst schmerzhaft bei den Erträgen bemerkbar gemacht hat und in die nächste Katastrophe geführt hat. P. S.: Heute wird das natürlich nicht mehr passieren. Nein, wir sind ja (noch) reich genug um unseren bBedarf in den Entwicklungsländern zu decken. Müssen eben die hungern. Und im Anschluß kommt dann wieder eine NGO, die wahlweise, je nach eigener Absicht, den unbedarften Bürgern oder den deutschen Bauern die Schuld daran gibt.

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  6. von Thomas Egolf · 6.
    Wir steuern mit dieser Regierung geradewegs in die:

    DDR 2.0, einziger Unterschied, wir haben aber weiterhin das ganze Risiko!

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  7. von Bernhard ten Veen · 7.
    so ein Humbug

    mit solchen vertheorisierten Ansätzen bricht man der Gesamten Ackerbauwirtschaft das Genick. immer neue spektaculäre Forschungs und Wissenschafts Räte und Beiräte. ABM zu lasten der Landwirte und des Steuerzahlers. ...ich weiss nur eins... nach dieser Legislaturperiode sind wir Bauern nur noch Sklaven der Beamten und Politiker.

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  8. von Wilhelm Grimm · 8.
    Die machen uns fertig.

    Da Frau Klöckner unsere Probleme im Ackerbau nicht begreift, muss sie weg oder wir.

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  9. von Renke Renken · 9.
    Die Beamten

    übernehmen den Ackerbau

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