EU gefährdet Versorgung mit Pharmaglycerin

Bei seinem Werksbesuch in Marl hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe der Biokraftstoff-Industrie seine Unterstützung zugesichert.
Bild: Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie e.V.

Die Produktion von Biodiesel und Pharmaglycerin auf Basis von Raps ist von den Plänen der EU-Kommission unmittelbar betroffen, nach 2020 den Einsatz von Biodiesel aus Raps zu beenden. „Das kann letztlich das Ende der Biodieselproduktion bedeuten, und ohne Biodiesel wird es auch kein Glycerin mehr geben“ befürchtet Detlev Volz. Volz ist  Geschäftsführer der Natural Energy West (NEW), die unter anderem ein Biodieselwerk im Chemiepark Marl betreibt.
Glycerin ist ein Koppelprodukt, das bei der Herstellung von Biodiesel aus Rapsöl erzeugt wird. Ein Großteil des in der Industrie für Kosmetika oder Arzneimittel eingesetzten Pharmaglycerins stammt aus Biodieselwerken.
Bei einem Wahlkampfauftritt hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe jetzt seine Unterstützung zu gesichert. „Deutschland ist heute der größte Hersteller von hochwertigem Pharmaglycerin in Europa. Es wäre aberwitzig, diese Spitzenposition aufzugeben. Wer die Vernetzung der Bioökonomie versteht und fossile Rohstoffe nach und nach in allen Teilen der Wirtschaft ersetzen will, kann auf die kombinierte Produktion von Biokraftstoff und Pharmaglycerin in Deutschland überhaupt nicht verzichten“ unterstreicht Gröhe bei seiner gestrigen Werksbesichtigung in Marl. 

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Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schmidbauer · 1.
    Was soll das?

    Als vor ca. 20 Jahren Biodiesel noch kein Thema war, gab es auch Pharmaglycerin. Damals war es ein wertvolles, teures Produkt. Dann kam die Umesterung im großen Stil, Glycerin wurde zum Abfallprodukt und es mussten neue Absatzwege gefunden werden. Damit stieg die Verfügbarkeit von Pharmaglycerin stark an. Wenn die Biodieselproduktion nicht mehr interessant ist, dann werden sich die Verhältnisse ändern, aber einen Versorgungsengpass für Pharmaglycerin wird es wohl nicht geben. Das ist Panikmache bzw. Sorge um den eigenen Gewinn.

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