Neues Stroheizwerk versorgt Nahwärmenetz in Gülzow

In Gülzow (Mecklenburg-Vorpommern) ist gestern das erste Strohheizwerk des Landes in Betrieb gegangen. Es steht am Standort der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) und der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA) und versorgt ein Nahwärmenetz.

Stroh ist günstigster Brennstoff in der Ackerbauregion

Binnen vier Monaten wurden die aus Strohlagerhalle und Heizhaus mit 1.000 kW-Strohheizkessel bestehende Strohheizungsanlage und ein ca. 1.000 m langes Nahwärmenetz fertig gestellt.
Die emissionsarme Strohfeuerungsanlage, die von der dänischen Firma LIN-KA Energy hergestellt und von der Hans-Jürgen Helbig GmbH eingebaut wurde, versorgt künftig Büros, Labore und Werkstätten sowie Gewächshäuser von FNR, LFA, LALLF und Gebäude der Gemeinde Gülzow-Prüzen mit Wärme. Bisher wurde mit Heizöl geheizt, nun ersetzen 2,5 kg Stroh einen Liter Heizöl.

Die landwirtschaftlich geprägte Region um Güstrow hat erhebliche Potenziale an Getreidestroh für die energetische Nutzung. „Da Stroh als günstigster Bio-Brennstoff in ausreichendem Maße nachhaltig zur Verfügung steht, ist die Strohheizung die richtige Entscheidung für den Standort Gülzow“, meint Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus. Er erwartet, dass von der Anlage eine Signalwirkung auf die Energiewende im Bereich der Wärmeversorgung ausgeht.
Die Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern GmbH (LGMV) ist Bauherr, Planer und Betreiber der Strohheizungsanlage.

LFA begleitet Strohverbrennung wissenschaftlich

„Stroh ist preiswert und hat neben den für die Tierhaltung und Humusreproduktion benötigten Mengen keine besonderen Nutzungskonkurrenzen. Die Strohheizungsanlage mit Nahwärmeversorgung kann Landwirten, Gärtnereibetrieben und Bioenergiedörfern, aber auch gewerblichen Nutzern als Beispiel und Anregung für die Energieträgerumstellung dienen.“ so LGMV-Geschäftsführer Dr. Thomas Pitschmann.

Die Strohheizung soll auch als Demonstrationsanlage dienen. Entlang der Kette von der Strohbereitstellung über den Anlagenbetrieb und die Wärmebereitstellung bis hin zur Schließung von Kreisläufen durch die Nutzung von Strohasche als Dünger will die LFA pflanzenbauliche, ökonomische und technische Fragestellungen wissenschaftlich untersuchen.

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