Agrarunternehmer müssen Ihre Betriebsstruktur veröffentlichen

Acker Das Straßburger Plenum hat jetzt der Einigung zugestimmt, die zuvor im Trilog mit der EU-Kommission und dem Rat zur geplanten Verordnung landwirtschaftlicher Statistiken erreicht worden war
Bild: Archiv

Das Europaparlament hat sich für eine Offenlegung der Betriebsstrukturen in der Landwirtschaft ausgesprochen. Demzufolge sollen Agrarunternehmen dazu verpflichtet werden, ihre Betriebsstruktur öffentlich bekanntzumachen. Betroffene sollen angeben müssen, ob Sie Teil einer Agrarholding oder einer Unternehmensgruppe sind. Damit soll es innerhalb der Europäischen Union leichter möglich sein, den Umfang gewisser Konzernstrukturen in der Landwirtschaft zu erfassen.

Laut Kritikern solcher Strukturen, wie die grüne Europaabgeordnete Maria Heubuch, könnte so die von der EU-Kommission vorgeschlagene Kappung der Direktzahlungen mit „Zähnen“ ausgestattet werden. Dafür müsste zuvor allerdings in einem weiteren Schritt auch erfasst werden, wie die „Agrar-Holdings“ heißen, so Heubuch. „Wer wirklich etwas gegen die ungerechte Verteilung der Agrargelder tun will, muss auf Ebene der Holdings und Konzerne kürzen. Alles andere wäre Kosmetik“, so die Agrarpolitikerin.

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4 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Reinhold Klüh · 1.
    NGO´s und Umweltverbände

    Nun diese wären dann genauso gefordert ihre Strukturen offen zu legen. BÄTSCHI. Auf die Fresse hauen können wir auch.

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  2. von Harald Finzel · 2.
    Fallbeispiel: Gut Kerkow

    Nehmen wir mal als Beispiel Gut Kerkow, einen ehemaligen Vorzeigebetrieb des ökologischen Landbaus auf rund 900 Hektar (http://archive.is/1gcx8), der nach dem tragischen Tod des damaligen Eigentümers und Betriebsleiters an ein Konsortium um Sarah Wiener verkauft wurde. Neben Sarah Wiener werden als aktuelle Eigentümer Elenore Kaufhold und Jochen Beutgen genannt (http://www.gut-kerkow.de/; laut Impressum "Gut Kerkow Bauernmarkt GmbH"). Beide sind nicht nur im Vorstand der gemeinnützigen Sarah Wiener Stiftung, sondern auch Geschäftsführer der Berliner Häuser Verwaltungs-GmbH, einer Immobiliengesellschaft mit 67 Mitarbeitern (https://www.berliner-haeuser.de/about/). Außerdem bestehen Verbindungen von Beutgen und Kaufhold auch zu diversen anderen Holdings und Vermögensverwaltungsgesellschaften (https://www.northdata.de/Kaufhold,+Elenore,+Berlin/109f und https://www.northdata.de/Beutgen,+Jochen+Thomas,+Berlin/z5p). Außerdem wird noch ein Jochen Becker als persönlich haftender Gesellschafter von Gut Kerkow Bauernmarkt GmbH und Gut Kerkow Landwirtschaftsbetrieb KG genannt (https://www.northdata.de/Becker,+Jochen,+Berlin/13uz). --- Die Gut Kerkow Landwirtschaftsbetrieb KG bekam 2017 Agrarzahlungen in Höhe von 316.867,23 €, davon rund die Hälfte aus der ersten Säule (v.a. Basisprämie+Greening), die andere Hälfte aus der zweiten Säule (v.a. Öko-Prämie). Von den bei gut-kerkow.de namentlich genannten 22 Beschäftigten sind gerade einmal 7 der landwirtschaftlichen Produktion zuzuordnen; der Rest wohl eher der Verwaltung, Weiterverarbeitung und Vertrieb; neuerdings betreibt die Gut Kerkow Bauernmarkt GmbH auch eine Kunstgalerie am Betriebssitz; die Aktivitäten der mitübernommenen Biogasanlage hingegen sind einer Gut Kerkow Energie GmbH zuzuordnen. --- Top Agrar, fragt doch mal Frau Heubuch nach ihrer Einschätzung dieses konkreten Falls: Soll Gut Kerkow auch künftig Gelder aus der ersten Säule bekommen? Und aus der zweiten Säule? Soll eine Kappung nur für die erste Säule gelten, oder auch für die zweite Säule? Welche Mitarbeiter werden bei der Berechnung einer Obergrenze angerechnet? Und fragt auch gleich, wie Frau Heubuchs Vorstellungen praktisch umgesetzt werden können, ohne dass wieder ein bürokratisches Monstrum erschaffen wird, wie wir es beim "aktiven Landwirt" schon hatten.

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  3. von Erwin Koch · 3.
    Richtig gut was Grün fordert!

    Aber auch die Spendenkonzerne NABU, BUND, Greenpeace usw. müssten ihre Flächen und Betriebsstrukturen, ihre pseudo Landwirte und Agrarantragsstrohmänner offenlegen!

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  4. von Karlheinz Gruber · 4.
    Viele Konstrukte wurden ja gemacht

    um möglichst viel an der Steuer vorbei zu bekommen. Daher glaube ich nicht, daß manche Firmengeflechte wirklich offengelegte werden (können). Man erinnere sich nur an manche Steuerfälle, wo sich die Finanzämter die Zähne ausgebissen haben, oder über Jahre ermitteln mußten, nur um dann festzustellen, daß sie nicht viel klüger als vorher sind. Und ich glaube kaum, daß die Steuerberater Ihr Mandantengeheimnis so ohne weiteres Preisgeben. Ulli Höneß z. B. wußte bei seinem Verfahren auch nicht genau, wieviel Steuer am Finanzamt vorbei ging. Er gab nur daß zu, was Ihm bewiesen wurde..... Im Prinzip ein Tiger ohne Zähne um die Bevölkerung wieder ruhig zu stellen.....

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