Grüne empört: Hogan soll Milchbauern beleidigt haben

Martin Häusling Martin Häusling teilt kräftig gegen Agrarkommissar Hogan aus (Bild: EU-Kommission)
Nach Ansicht der Grünen im Europaparlament nimmt EU-Agrarkommissar Phil Hogan die Existenzängste tausender Milchbauern nicht ernst. Grund ist offenbar ein Interview mit dem privaten online-Sender viEUws.
 
„In einmalig verletzender Weise hat Hogan bezweifelt, dass die europäischen Milchbauern wirklich am Rande des Ruins stehen. Es fehlten angeblich die Beweise, dass dies so sei“, empört sich der Agrarsprecher der Grünen im EP, Martin Häusling. „Wenn Hogan sagt, er glaube nicht, dass derzeit viele Bauern ihre Milch unter den Produktionskosten verkaufen würden, ja, sie würden dies ja nur behaupten und produzierten aber am Ende des Tages munter weiter, dann ist dies einfach nur unverschämt.“
 
Auch seine in dem Interview gemachte Behauptung, die durch das Russland-Embargo verloren gegangenen Märkte seien durch neue Exporte etwa nach Mexiko und China ausgeglichen worden, unterschlägt nach Ansicht von Häusling die Folgen einer solchen Umlenkung der Warenströme. Denn dies sei nur möglich, weil der Milchpreis auf ein Minimum gedrückt wurde und weil die EU aufgrund der Subventionszahlungen Milch zu Dumpingpreisen auf den Weltmarkt wirft. „Dort, ob Mexiko oder in Kolumbien, zerstört diese Billig-Milch nun die regionale Erzeugung und demoliert die dortigen Märkte. Zu behaupten, wie der Kommissar das im Interview tat, die Eroberung der neuen Märkte sei der Qualität europäischer Produkte zu verdanken, verdreht die Tatsachen“, schimpft der Grünen-Abgeordnete.
 
Häusling bedauert, dass sich Hogan wie keiner seiner Vorgänger auf neo-liberalem Kurs befinde. Er wolle die Bauern dem knallharten Marktgeschehen ausliefern und präsentiere Warenterminbörsen als neues Handelskarussel für die Milchbauern. Er übergehe so die meist genossenschaftliche Bindung und die Andienungspflicht, die es den meisten Milchbauern gar nicht ermöglicht, freie Milchkontingente selbst zu handeln. „Wer so redet, der lässt seine Bauern im Stich.“

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14 Leserkommentare Kommentieren

  1. von schmidunfriedshausen · 1.
    selber schuld

    ich kann das gejammere der milchbauern nicht mehr hören,sie selber sind es doch die diese misere heraufbeschworen haben ,wenn sie immer mehr und immer mehr produzieren zu einem garantierten preis ,ist ja fast schon wie ein lohnzettel am ende des monats, dann braucht man sich nicht wundern dass irgendwann das fass überläuft.sie sind eben an einen freien markt nicht gewöhnt ,wie das mit anderen landwirtschaftlichen produkten schon jahrzehnte ist,siehe schweine und ferkelerzeuger,wenn wirklich jemand unterstützung braucht ,dann sind das die ferkelerzeuger aber nicht die milcherzeuger ,wer nach so einer kurzen preisdelle schon in finanzielle nöte geraten ist ,der sollte mal einen spitzen bleistift zur hand nehmen.

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  2. von 100864 · 2.
    Grüne empört

    Das wir Bauern empört über grüne Äußerungen sind stört auch keine Grünen ! Es seien nur die ständigen Lügen über konventionelle Betriebe genannt. 50 % unseres gesamten Strukturwandel geht auf Kosten von ständig steigender Bürokratie, neuen gesetzlichen Bestimmungen (Tierwohl soll am besten gleich in Ordnungsrecht gepackt werden). Alles auf dem Mist von grünen Theoretikern gewachsen. Eine kleine Clique mit nicht einmal 10 % blendet ein ganzes Volk. Da man ja alles nur zum Schutz des Verbrauchers macht gehört man ja automatisch zu den " Gutmenschen", welche wiederum für die Medien ohne jeden Zweifel erhaben sind. Vor 80 Jahre hatten wir die gleiche Entwicklung, damals war es Antisemitismus und Rassenwahn. Heute ist es die Antikonventionelle Bauernhetze und der Biowahn. Um eins klar zu stellen ich habe nichts gegen Biobetriebe, wir können gut nebeneinander Leben und arbeiten. Hetze und Planwirtschaft sind beide im letzten Jahrhundert in unserem Staate gescheitert. Die Landwirtschaft hat einen hohen Ausbildungsstand und betriebswirtschaftliches Wissen , wir können nicht alle auf Bio umschalten nur weil grüne Politik einen 5 Jahresplan aufgestellt hat.Es muß auch Geld verdient werden.

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  3. von jole · 3.
    In bezug

    auf die Sauenhalter hat er doch ein wenig recht. den geht es noch viel schlechter. aber das interessiert ja keinen Grünen

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  4. von Kuhnummer1 · 4.
    The show must go on: Hier verteidigen die Grünen die Landwirte,

    aber in den Massenmedien sind die Landwirte das Grundübel allen Bösen. "... die EU aufgrund der Subventionszahlungen Milch zu Dumpingpreisen auf den Weltmarkt wirft." Wo sind sie denn, die fetten Milchsubventionen?

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  5. von elinge · 5.
    Nun das Monopoli geht eigendlich nur weiter !!!

    Und von allen gewollt und jeder glaubt das Spiel zu gewinnen. Über Verlierer spricht man nicht nein Sie gehören dazu . Wo hat Herr Hogan nicht recht im Durchschnitt der Jahre wurde immer mehr Produziert. Und das von immer weniger Betriebe und das sogar mit mehr Umweltschutz und Tierschutz zumindest auf dem Papier. Das 4-5 % der Betriebe jedes Jahr verrecken(mehr oder weniger man kann es auch als das Ende der Selbstausbeutung bezeichnen) müssen gilt ja schon die letzten 65 Jahren als gesetzt. Daran hat auch Frau Kühnast in ihrer Zeit auch gar nichts geändert !!! Somit weiter so ????

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  6. von variomika · 6.
    Sehr geehrte Frau Peitinger

    Es sollte mittlerweile jeder verstanden haben dass es sinnlos ist auf Politik oder Gewerkschaften zu warten, die werden sich für uns Landwirte nicht bewegen!! Wir müssen das schon selbst in die Hand nehmen.... MVP ist mal ein Anfang.

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  7. von Doris Peitinger · 7.
    Wo bleiben die anderen Parteien?

    So uninformiert kann Herr Hogan gar nicht sein, dass er nicht begreift, dass die Milcherzeuger weit unter Kostendeckung produzieren und sich tatsächlich in einer existenzbedrohenden Krise befinden. Meiner Meinung nach zeigt es vielmehr, wie er zu den Bauern steht, indem er ihre Sorgen noch ins Lächerliche zieht. Wo bleiben in diesem Zusammenhang die anderen Parteien?

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  8. von eiboeiben · 8.
    Grüne ... empört über Au8ssage von Hogan ...

    ... er brauche Beweise, dass es den Bauern (Milch-) so schlecht geht -> nichts ist "leichter", er "bräuchte" ja nur Lieferanten (Kraftfutter, Dünger) und Banken ("überzogene" Konten) befragen - oder wenigstens aktuelle DB-Rechnungen erstellen! - aber wenn es da schon "hapert", wie soll er denn so ein "wichtiges" Amt solide "ausüben" können; er "stochert" ja irgendwie im "Nebel" herum (black-box)°! ... übrigens: der DB in Deutschland hat wie bereits mehrfach erwähnt, die "rote" Null erreicht - eine Weiterproduktion ist eigentlich "unrentabel"!!! (-> Hochrechnung mit derzeitigen Erlösen und Kostenannahmen!) ...

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  9. von milton06 · 9.
    Das muss Häusling gerade sagen.

    Und außerdem hat er das Prinzip einer Warenterminbörse nicht verstanden. Dort wird keine Milch gehandelt, es werden nur Preisabsicherungen vorgenommen. Das kollidiert weder mit der MItgliedschaft in einer Geno-Molkerei noch mit einer Andienungspflicht. Und dass "munter weiter produziert" wird, ist nicht gelogen - da muss ich mich nur mal in meiner Region umschauen...

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  10. von variomika · 10.

    Der Arbeitet ausschließlich für IRLAND!!!

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  11. von frada · 11.

    Der sollten malt ers zusammen mit seinem Kollegen Ostendorf Knigge üben bevor er was von sich gibt.

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  12. von hexel · 12.

    dieser Hogan taugt nichts und wird nichts taugen

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  13. von Slowfoot · 13.
    "die Eroberung der neuen Märkte sei der Qualität europäischer Produkte zu verdanken, verdreht die Tatsachen "

    Häusling beleidigt Milchbauern

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  14. von gerd_schuette · 14.
    Guckst du hier

    http://www.vieuws.eu/food-agriculture/eu-farmers-resilient-despite-crisis-says-commissioner-hogan/

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