Jagdgegner gescheitert: Tophäen dürfen weiter eingeführt werden

Mitte Januar 2016 brachte eine Gruppe von EU-Parlamentariern eine schriftliche Erklärung ein, die ein Komplettverbot der Einfuhr von legalen Jagdtrophäen aus Entwicklungsländern zum Ziel hatte. Hätte die Mehrheit der Parlamentarier unterschrieben, wäre die Erklärung zur offiziellen Meinung des EU-Parlaments geworden. Doch zum Stichtag Anfang der Woche hatten sich nur 20 % der Parlamentarier gegen ein Verbot ausgesprochen, wie der Deutsche Jagdverband (DJV) mitteilt.

Karl-Heinz Florenz, Präsident der parlamentarischen Intergruppe "Biodiversität, Jagd und ländlicher Raum" sagte dazu: "Die Mehrheit der Mitglieder des Europäischen Parlaments ist nicht der Meinung, dass ein Einfuhrverbot der richtige Weg ist, um den Artenschutz voranzubringen. Wir erkennen ohne Wenn und Aber an, dass hier die einheimische Bevölkerung und die europäischen Jäger eine wichtige positive Rolle spielen." 

In enger Abstimmung mit FACE, dem europäischen Dachverband der Jäger, hat der DJV im Vorfeld die über 90 deutschen Europaabgeordneten angeschrieben und scharf gegen die fehlerhafte Erklärung protestiert. Unter anderem enthielt das Papier die Behauptung, das Artensterben sei vor allem auf den Einfluss des Menschen zurückzuführen.

Die Trophäenjagd trage dazu bei, dass Arten mit Symbolcharakter ausstürben. Dass Einnahmen aus der Trophäenjagd dem Artenerhalt und ortsansässigen Gemeinschaften nutzten, hätten Wissenschaftlern widerlegt. 

Der DJV machte in seinem Schreiben deutlich, dass die Abschaffung der Auslandsjagd zerstörerische Auswirkungen auf die Artenvielfalt hätte. Die Weltnaturschutzunion IUCN habe deshalb in den „Leitlinien für die Trophäenjagd als Instrument zur Schaffung von Anreizen für Naturschutz“ eindeutig dargelegt, dass die Auslandsjagd ein wichtiges, sinnvolles und positives Mittel für den Erhalt der Artenvielfalt sein kann. Diese Position hat die IUCN vor wenigen Tagen in einem 19-seitigen Dokument erneuert.

„Angesichts der derzeit kontroversen Diskussion zu Jagdtourismus in Politik und Öffentlichkeit ist das klare Bekenntnis der EU-Parlamentarier pro legaler Auslandsjagd sehr wichtig“, sagte DJV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bethe. Er dankte FACE für die erfolgreiche Arbeit und begrüßte es ausdrücklich, das eine große Mehrheit im Parlament wissensbasiert gehandelt habe: Die Entscheidung für eine nachhaltige Jagd könne auch in Afrika oder Zentralasien wichtige Beiträge zum Naturschutz leisten, indem Wildtiere einen monetären Wert erhielten. Das schütze sie vor Wilderei und somit vor der Ausrottung, so Dr. Bethe. Im Brief an die EU-Abgeordneten führte der Dachverband der Jäger zahlreiche Studien an, die zeigen, wie Auslandsjagd zum Schutz der Megafauna beitragen kann.

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