„Wir haben es satt“-Demo in Passau fordert Absetzung von Schmidt

Rosi Steinberger Die Landtagsabgeordnete Rosi Steinberger auf der Bühne
Bild: BUND Naturschutz in Bayern e.V. KG Passau

Rund 800 Teilnehmer* haben am vergangenen Wochenende in Passau für ökologische Landwirtschaft, gegen Glyphosat und für eine Absetzung von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt demonstriert. Initiatorin der Demo war laut dem Bayerischen Rundfunk Hannelore Saibold, Grünen-Kreisrätin und ehemalige Bundestagsabgeordnete. Unterstützung habe sie aus Politik sowie von Initiativen und Verbänden erhalten, darunter die ÖDP, der Bund Naturschutz, der Landesbund für Vogelschutz, Greenpeace und Bienenzuchtvereine.

Wie Saibold erklärte, brauche die EU eine neue Landwirtschaftspolitik, bei der die Bauern in kleineren Strukturen produzieren könnten, trotzdem ein Auskommen hätten und gleichzeitig die Landschaft pflegten; ohne Schäden für Tiere, die Umwelt oder das Trinkwasser, wie sie sagte. Auch in Niederbayern sei der Unmut über die Praxis in der Landwirtschaft groß. Der designierte bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) soll nach Ansicht der Demonstranten Glyphosat verbieten und sich auf EU-Ebene für eine andere Landwirtschaft einsetzen.

Die Organisatoren überreichten Söder am Rande des Neujahrsempfang der Passauer CSU eine Resolution, berichtet dazu buergerblick.de. Zum Thema Glyphosat sagte der bisherige Umweltminister: "Ich bin eher für Anreize als für Verbote." Dann bedankte er sich für das Geschenk: sechs Bio-Eier, Bio-Honig und einen Rosenkohlstrauß.

Im Vorfeld der Demo soll es übrigens Ärger gegeben haben, weil sich der Passauer Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes, Hans Koller, abfällig über das Aktionsbündnis geäußert haben soll. Die teilnehmenden Gruppierungen bezeichnete Koller als "fragwürdige Verbände und Organisationen", was dem BBV-Funktionär viel Kritik eingebracht habe, so der BR.

*Anmerkung:
Um den üblicherweise bei solchen Meldungen aufkommenden Kommentaren zu der Teilnehmerzahl vorzubeugen: Die Polizei sprach von 1000 Teilnehmern, die Organisatoren von 2000 und buergerblick.de von 500. Unabhängige Beobachter hätten aber nachgezählt, so dass die Zahl 800 realistisch sei, heißt es.

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4 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schmidbauer · 1.
    Macht es anders

    Demonstrationen sind wohlfeil, aber die Schwierigkeit ist doch, dass der Konsument zum billigen Produkt greift. Dagegen müsste doch dieses Aktionsbündnis demonstrieren! Aber das wäre auch viel komplizierter und schwieriger, die Verbraucher zu erreichen, als Forderungen an die Politik zu stellen.

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  2. von Jörg Meyer · 2.
    Rote karte zeigen !

    Der Sohn vom Deutzhändler um die Ecke fährt mit zur Demo Whes nach Berlin und stellt sich für ein Pressefoto hinter ein Plakat mit "üblen Aussagen" . Ergebnis: Seitdem hat er noch nicht einmal mehr Angebote abgeben dürfen und fertig! Er hatte allerdings vorher auch schon Plakate zur Demo an seiner Tür und die Bauernstimme lag auch regelmäßig aus. Auf meine Kritik hin wurde mir vorgeworfen ich sein gegen die freie Meinungsäußerung. Man muss sich nicht alles gefallen lassen und fertig! Die Firma Deutz habe ich allerdings hierüber noch nicht informiert, ob denen das egal wäre? Immerhin haben wir früher nur Deutz gefahren und nun nie wieder! Es gibt noch mehr solche Spezialisten, die gehören alle auf eine rote Liste und dann sollen sie doch nur noch mit denen Geschäfte machen mit denen Sie oder ihre Familienangehörigen gleicher Meinung sind!

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  3. von Karlheinz Gruber · 3.
    Kleine Anekdote am Rande

    Für diese Demo wurde bei uns auch von der KAB (katholische Arbeiterbewegung) aufgerufen. Wer Lust hatte dorthin mitzufahren, konnte sich bei der Vorsitzenden der KAB melden, da Fahrgemeinschaften nach Passau gemacht wurden. !!!!!! DIE Krux an der ganzen Sache ist: Der Ehemann der Vorsitzenden zeichnet für die Landwirte die bauwillig sind Ställe aller Art!!!!!!!. Vermittelt über Firmen. Hat er für mich auch schon gemacht.... einen konvtl. Stall. Und dann fährt der andere Teil zum Protest dagegen hin. Na, ob hier noch alles im Reinen ist..... Solchen Leuten gehört doch die Butter vom Brot genommen und der Rest dazu.... Koller Hans steht auf der Seite der Landwirte. Das kann man dazu sagen. Er hat im Vorfeld einen PERSÖNLICHEN Brief (Briefgeheimnis ade) an einen BGM in der Nachbarschaft geschrieben, welcher anscheinend offiziell dazu eingeladen hat. Und in diesem Brief hat er sehr höflich angerissen, ob das nicht doch etwas mit der Neutralität des Amtes kollidiert. Die Presse hat daraus einen Aufhänger gemacht. Und Haberzettel vom BUND oder NABU hat das dann breitgetreten und die LDW als Sojafütterer mit über 50 % in der Ration verunglimpft. (Kurzform). Das entscheidende war und ist die Politik, (auch vor Ort) die sich nicht mehr traut, Fakten zu nennen. Unser lieber grüner, äh schwarzer Söder hätte ja bei Fachwissen den Demonstranten sagen können, daß es keinen Glyphosatbehandelten Rosenkohl gibt (der wurde nämlich überreicht, ein Glyphosatfreier Rosenkohl....ggggg). Aber das einzige Wissen der Politik ist, nichts zu wissen und viel Stimmen für sich selber sammeln. Aber wir werden noch sehen, daß Söder die Grünen beidseitig überholt. Seine Aussagen in der Vergangenheit lassen vieles darauf hindeuten....

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  4. von Wilhelm Grimm · 4.
    "Fragwürdige Verbände und Organisationen" !!!!!!

    Hans Koller hat sich an Höflichkeit und Gleichmut selbst übertroffen. Die Politik muss klar sagen, auf welcher Seite sie steht, sie eiert nur rum. Und der Bauernstand selbst merkt auch nicht, dass ein Keil zwischen die Bauern getrieben wird nach der Vorgehensweise der alten Römer: "Teile und Herrsche"

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