Posse um tote Maus bei Grünlandmahd  

Mähen Grünlandflächen müssen von innen nach außen gemäht werden.
Bild: Archiv

In den sozialen Medien kursiert derzeit eine Verfügung des Kreises Borken gegen einen Landwirt aus Rhede, der im Frühjahr bei der Grünlandmahd eine Maus totgefahren haben soll. Jedenfalls wurde er angezeigt, gegen das Landesnaturschutzgesetz Nordrhein-Westfalens (LNatSchG), verstoßen zu haben.

Der Vorwurf: Er soll im Mai 2017 eine Grünlandfläche von außen nach innen gemäht haben. Dabei soll angeblich eine Maus zu Tode gekommen sein. Der Kreis Borken verdonnerte den Landwirt aus dem Münsterland daraufhin zu einem Verwarnungsgeld von 50,00 € - allerdings für das nicht zulässige Mähen von außen nach innen und nicht für das vermeintliche Totfahren einer Maus, wie der Kreis Borken heute in einer Pressemitteilung noch einmal klarstellte.

Damit war die Geschichte aber noch nicht zu Ende: Das Verfahren wurde darüber hinaus von der Kreispolizeibehörde an die Staatsanwaltschaft Münster weitergeleitet. Diese sollte prüfen, ob der Landwirt auch gegen § 17 Tierschutzgesetz (Verbot des Tötens ohne vernünftigen Grund) verstoßen hat. Das wäre dann eine Straftat. Die Staatsanwaltschaft konnte dem Landwirt ein vorsätzliches Töten der Maus allerdings nicht nachweisen und stellte das Verfahren im Mai 2017 einDas wiederum passte dem Anzeigenerstatter nicht. Er legte im Juni gegen den Einstellungsbescheid der Staatsanwaltschaft Münster bei der Generalstaatsanwaltschaft Hamm erneut Beschwerde ein. Diese prüfte den Sachverhalt ein weiteres Mal und sah keinen Anlass, die strafrechtlichen Ermittlungen wieder aufzunehmen.

Zum Hintergrund:

Um die Wildverluste zu reduzieren, hat das Land Nordrhein-Westfalen in dem seit November 2016 geltenden Landesnaturschutzgesetz vorgeschrieben, dass Grünlandflächen ab einem Hektar von innen nach außen zu mähen sind.

Zur Vermeidung von Wildschäden ist nach Aussagen der Landwirtschaftskammer NRW zudem wichtig, auf die Nachtmahd zu verzichten, wenn möglich eine Verringerung der Fahrgeschwindigkeit beim Mähen einzuhalten, das Aussparen von Teilflächen sowie auf den Einsatz von moderner Vergrämungstechniken während der Mahd zu achten.

Die o.g. Posse zeigt, wie sensibel die Bevölkerung die Landwirtschaft wahrnimmt und wie wichtig es ist, zum Beispiel von innen nach außen zu mähen, um den Wildtieren zu helfen und gleichzeitig die Akzeptanz bei den Bürgern zu verbessern.

Lesen Sie mehr

13 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Werner Danzeisen · 1.

    die Landwirte solltern mal zum Gegenschlag ausholen, am Sonntag bin ich an midestens drei Pferdekoppeln ohne Unterstand vorbeigeradelt, oder bis zu welcher Ausentemperatur sind eigentlich Reitturniere den Pferden zumutbar??

    Das meinen unsere Leser:
  2. von Wolfgang Daiber · 2.
    Mal ne Frage

    Wenn ich die Maus beim von innen nach außen mähen auf die benachbarte Straße vertreibe ,bin ich da "Fluchthelfer " mit allen rechtlichen Konseqensen,oder muss ich Schilder aufstellen Tiere auf der Fahrbahn,oder werde ich der Beihilfe zum Selbstmord beschuldigt,wenn die Maus vor einem Ferrari die Straße überquert.....Frage über Fragen . Die Welt ist ein Irrenhaus ,und Deutschland ist die Zentrale

    Das meinen unsere Leser:
  3. von Ernst Dippel · 3.

    Was soll man dazu noch Kommentieren ??? Ich denke meine Oma und mein Opa würden sich im Grabe umdrehen,und ihnen gegenüber schäme ich mich das es Menschen gibt die sich mit so einer Scheiße beschäftigen.In was für eine verrückte Welt leben wir, wo auf der einen Seite die Menschen hungern und auf der anderen Seite ist die Maus Tot.

    Das meinen unsere Leser:
  4. von Hermann-Josef Schaller · 4.
    Oh ,glückliches Deutschland !!!!!

    Wer sich mit solchem Schwachsinn beschäftigen kann,kann wahrlich keine anderen Sorgen haben !

    Das meinen unsere Leser:
  5. von Gerhard Seeger · 5.
    Unbestätigten Meldungen zufoge....

    ... wurde bei der toten Maus seitens der Staatsanwaltschaft eine Obduktion angeordnet. Diese ergab schließlich dass das Nagetier nicht überfahren worden war sondern von hinten stranguliert und die Leiche anschließend vor den Schlepper geworfen wurde. Nun wird wegen vorsätzlicher Tötung ermittelt. Befragungen im sozialen Umfeld der Maus legen den Verdacht nahe dass es sich bei diesem Verbrechen um eine Beziehungstat handelt. Die Maus soll außereheliche Verhältnisse zu anderen Mäusen unterhalten haben. Spuren weisen eindeutig in den Rotlichtbezirk der gemähten Wiese. Wer sachdienliche Hinweise zu diesem Fall beibringen kann möge sich bei der Polizei in Borken melden oder sich mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf schlagen. Spass vorbei.

    Das meinen unsere Leser:
  6. von Max Kunzelmann · 6.
    Wir schaffen das!

    Am besten diesen Vorfall in die internationalen Medien bringen. Das gibt mildernde Umstände für uns Deutsche! Wer Bauern wegen dem Tod einer Maus vor den Richter bringt und sein Land mit unregistrierten Fremden überfultet, der ist fürwahr kollektiv reif für die Irrenanstalt.

    Das meinen unsere Leser:
  7. von Ludger Schulze-Pals · 7.
    Fehlerteufel

    In der ersten hochgeladenen Version hatte sich ein Fehlerteufel eingeschlichen. Im NRW-Landesnaturschutzgesetz ist vorgeschrieben, von innen nach außen zu mähen. Wir haben dies in der aktuellen Meldung korrigiert. Wir danken den aufmerksamen Lesern. Ludger Schulze Pals

    Das meinen unsere Leser:
  8. von Helmut Schosser · 8.

    Nur wenn die Leute hungern müssen, werden sie wieder normal !!!

    Das meinen unsere Leser:
  9. von Jochen Böhrer · 9.
    Innen nach außen...und dann?

    Der angegebene Grund, dass man nicht von außen nach innen mähen soll: Die Tiere bleiben im letzten Streifen, weil sie beim Flüchten keine Deckung mehr haben und werden dann zu Tode gemäht. Alles schön und gut.. aber bei der Mahd von innen nach außen ist das auch der Fall, wenn daneben eine andere schon abgemähte Wiese, ein Feldweg oder ein Acker mit niederem Bewuchs ist. Und das wäre bei mir bei 3/4 der Wiesen der Fall. So gesehen macht es mehr Sinn, den letzten Streifen gezielt abzusuchen.

    Das meinen unsere Leser:
  10. von Paul Maier · 10.
    Wie viele Tiere kommen auf unseren Strassen um?

    Wird zuküntig jeder Autofahrer angezeigt, wenn ihm ein Reh vor das Auto gesprungen ist. Steht am Strassenrand auch noch ein Schild "Wildwechsel", dann hat er doch sicher fahrlässig und ohne vernünftigen Grund ein Tier getötet. Zum Schaden am Auto käme dann noch eine Strafe hinzu. Dasselbe gilt auch beim Zusammenprall von Vögeln mit Flugzeugen. Im vorliegenden Fall hat ein Tierschützer im wahrsten Sinne des Wortes aus einer Maus einen Elefanten gemacht. Bei deutschen Gerichten sind hunderttausende Klagen abgelehnter Asylbewerber anhängig und da beschäftigen sich diese mit einer beim Mähen überfahrenen Maus. Scheinbar ist die Überlastung der Justiz noch nicht gross genug. Wenn diese Anzeige aufgrund des Landesnaturschutz- und Tierschutzgesetzes tatsächlich aufzunehmen gewesen ist, dann kann man sagen: Hier wurde der Schwachsinn zum Gesetz erhoben, das ergibt aber nur ein schwachsinniges Gesetz

    Das meinen unsere Leser:
  11. von Herbert Platen GbR · 11.
    Einfach lächerlich

    Wie wäre es wenn man jeden Wolf anzeigt und bestraft, der in eine Herde einbricht und mehr Tiere qualvoll tötet, als er fressen kann. Nicht nur die Person die die Anzeige eingereicht hat sondern auch die, die diese bearbeitet und weiter geleitet haben, haben jeden Bezug zur Realität verloren! Morgen wird bestimmt jeder Autofahrer angezeigt, der ohne vernünftigen Grund Auto fährt weil an seiner Windschutzscheibe Insekten aufschlagen und sterben werden. An die Redaktion, auch Sie haben nicht sachgerecht gehandelt bzw. geben falsche Empfehlungen. Es soll doch wohl im letzten Absatz lauten: von innen nach außen und nicht wie geschrieben umgekehrt. MfG

    Das meinen unsere Leser:
  12. von Gerhard Steffek · 12.
    Spitze!

    Soll damit geistiger Schwachsinn auf die Spitze getrieben werden? Abgesehen davon, sollte es nicht eher heißen: "von innen nach außen"?

    Das meinen unsere Leser:
  13. von Hermann Zastrow · 13.
    von außen nach innen???

    Ich habe zwar nicht ins Gesetz gesehen, aber aus Tierschutzgründen sollte die Mahd immer von innen nach außen erfolgen.

    Das meinen unsere Leser:
Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren