Schleppschuh statt Prallteller?

Claus Mayer Claus Mayer
Bild: Heil

Ein Kommentar von Claus Mayer, top agrar Südplus:

Die neue Düngeverordnung bereitet vielen Praktikern Kopfzerbrechen. Sie ist so kompliziert, dass auch so manches Landwirtschafts-amt redliche Mühe bei der Umsetzung hat.

Gleichzeitig ist der Nutzen der Verordnung umstritten. Viele Beamte und Politiker sagen hinter vorgehaltener Hand, dass die Verordnung zu pauschal gestaltet ist, um Nährstoffeinträge in Luft und Gewässer zu verhindern. Die Bauern müssen sich dennoch an die Auflagen halten. Erst umsetzen, dann hinterfragen, so die Marschroute.

Das gilt auch für die neuen Vorschriften zur Gülleausbringung. Prallteller und Schwenkverteiler darf man ab 2020 auf dem Acker nicht mehr einsetzen, ab 2025 auch nicht mehr auf Grünland. Mehr als zwei Drittel der Landwirte in Baden-Württemberg und Bayern nutzen derzeit noch diese Technik.

Viele Praktiker wollen sie sich auch künftig nicht nehmen lassen, zumindest bis 2025. Denn sie bietet klare Vorteile: Sie ist leicht handzuhaben, hat nicht viel Gewicht und ist günstiger als andere Verteilsysteme.
Jeder kann sie sich selbst leisten. Das schafft Unabhängigkeit vom Maschinenring oder Lohnunternehmer. Und die Hersteller von Schwenkverteilern werben damit, dass die Stickstoffverluste aufgrund der großen Tropfen nicht so hoch sind.

Wissenschaftlich belegt ist das aber nicht. Alle bekannten Untersuchungen weisen darauf hin, dass bodennahe Ausbringtechniken mehr Stickstoff aus dem Güllefass zur Pflanzenwurzel bringen als diese Breitverteilsysteme.Lohnt es sich da, schon jetzt in die neue Technik zu investieren?

Viele Experten sagen: Ja! In manchen Fällen wird es künftig nur mit effizienter Ausbringtechnik möglich sein, die Pflanzen bedarfsgerecht mit Stickstoff zu versorgen. Denn die neue Düngeverordnung schränkt die mineralische Zudüngung stark ein.

Dabei macht die Verordnung keinen Unterschied zwischen den Ausbringtechniken. Wer weniger Stickstoff bei der Ausbringung verliert, hat mehr Nährstoff für seine Pflanzen. Weder die Düngebedarfsermittlung (vor der Düngung) noch die Nährstoffbilanz (nach der Düngung) machen dabei einen Strich durch die Rechnung.
Wer ohnehin mehr düngen dürfte, dem bringt die effiziente Ausbringung betriebswirtschaftliche Vorteile: Jedes Kilogramm Stickstoff, das nicht verloren geht, muss er dann nicht durch Mineraldünger ersetzen. Das kann eine Ersparnis von über 40 kg/ha bringen (siehe Südplus 1/2018 Seite 14).

Vor allem der Schleppschuh ist mittlerweile auch für kleinere Betriebe attraktiv: Die Verteiler gibt es in größeren Arbeitsbreiten hinter immer kleineren Güllefässern. So müssen sie nicht viel schwerer sein als die bisherige Technik. Auch am Hang ist der Schleppschuh mittlerweile gut einsetzbar (siehe Beitrag Seite 28). Vielleicht lohnt es sich also, bald einen anzuschaffen – auch wenn man dafür eine Maschinengemeinschaft gründen oder sich dem Maschinenring anschließen muss.

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5 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Armin Brader · 1.

    Topagrar wird die neue Technik schön schreiben müssen, sonst gibts weniger werbe einnahmen

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  2. von Bernhard Und Marlene Seng · 2.

    Bitte wer den Hessenbauer,PfälzerBauer, Der Landbote hat,Seite 6 vonEKD Dr.Clemens Dirscherl in der Nr 51-52 bitte lesen.

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  3. von Rudolf Rößle · 3.
    Es werden

    von Landwirten günstige Zusatzstoffe für Gülle getestet, wie z.B. Milchsäurebakterien und Hefen die die N- Verluste rapide herunterfahren werden. Vielleicht braucht man den Schleppschuh 2025 gar nicht mehr auf dem Grünland. Voraussetzung ist, dass die anerkannten Forschungslabore die Versuche auswerten und das auch wollen.

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  4. von Franz Utz · 4.
    Und

    Die Streifen im Grünland sind so wie man der Hendrik über den Salat im Garten sch......würde und die dann nachher das auf dem Teller hätte.solch einen Quatsch das die hochstudierten Dummerchen da rausposaunen.Am besten wäre keiner macht mit.

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  5. von Jan Vrielmann · 5.

    Der nach " UNTEN" abstrahlende Breitverteiler ist auch nach 2025 auf dem unbestelltem Acker zugelassen. Die Einarbeitungszeit der Gülle von 4 Stunden muss natürlich eingehalten werden.

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