B.M.G. stellt vorläufigen Insolvenzantrag

B.M.G. B.M.G.
Bild: Pressebild

Die Situation um den Milchhändler B.M.G. spitzt sich zu. Wie die Beriner Milcheinfuhr-Gesellschaft in einem Schreiben an die Milchbauern erklärt, habe das Unternehmen einen vorläufigen Insolvenzantrag stellen müssen. Der Insolvenzverwalter habe sich bereits vorgestellt und versichert, dass es im Interesse aller liegt, die Firma weiterzuführen und am Markt neu zu positionieren.

Dioe B.M.G sagt allen Milchbauern zu, die Milch weiterhin abzuholen und zu verarbeiten. Die Spediteure seien entsprechend informiert. Weitere Informationen seien für den 12. oder 13. März zugesagt.

BDM und Milch Board fordern Rettung des Milchhändlers B.M.G.
Der Bundesverband Deutscher Milchviehalter und die MEG Milch Board machen sich unterdessen für die Rettung stark. Der BDM ruft nach der Politik, das Milch Board legt gegen den ausgeschiedenen Geschäftsführer nach. Weiterlesen...

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7 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Alfred Gmelch · 1.
    Wer sind die Gewinner?

    Aus einer derartigen Schieflage eines Milchaufkäufers erhoffen sich einige Molkereien erheblichen Gewinn. Wer nun glaubt, dass es das nicht gibt, der möge doch mal darüber nachdenken, wie es den Mitgliedern der MeG´s ergeht, die jetzt den Supergau erleben. Auf breiter Basis werden sie am langen Arm der Beutegeier verhungern, wenn nicht durch die unermüdliche Tätigkeit von Bayern MeG, BDM und Milch Board nach Lösungen gesucht werden würde. Hier kann man hautnah erleben, was so manche Vereinigung im Milchsektor tut oder vielmehr nicht tut, um Wettbewerb, der so dringend gebraucht wird, abzuwürgen. Es wäre eine Blamage für uns alle Milcherzeuger, wenn die BMG als Wettbewerber jetzt ausscheiden würde, denn es entsteht leider der Eindruck, dass es den Molkereien sehr gelegen kommt, einen Wettbewerber weniger am Markt zu haben. Hier muss der Ansatz von uns allen erwachen, die Stärke von Milcherzeugergemeinschaften, die die Bündelung von Milch vorantreiben zu stärken, denn solche Szenarien wie jetzt bei der BMG, stärken nur die Molkereien, nicht uns Milchbauern.

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  2. von Gerd Uken · 2.
    Eines darf man auch nicht verkennen

    Den "Heimkehrern" die zuvor ihrer Geno gekündigt hatten erspart den Genoss auch noch die Auszahlung der Geschäftsanteile. Es gibt sicherlich auch noch mehr Ungereimtheiten.............

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  3. von Gerd Schuette · 3.
    Häme, Spott und Schuldzuweisungen sind nicht zielführend

    Hinter den 900 Mio kg Jahresmilchmenge, die über die BMG gehandelt wurden, stehen sehr viele Milchviehhalter und in der Landwirtschaft Tätige. Diese bangen jetzt ums Überleben. Andere werden von der Situation sogar profitieren. Ein völliger Zusammenbruch der BMG wird den deutschen Milchsektor deutlich verändern. Investitionen in die Milchviehhaltung werden weniger und die Zahl derer, die die Milchviehhaltung einstellen, wird steigen. Der Begriff des Risikomangements wird auf den Höfen Einzug halten. Der Milchsektor wird sich neu aufstellen müssen oder er wird schrumpfen, und zwar nachhaltig und in Größenordnung. Die Gründung einer Auffanggesellschaft und ein wie auch immer gestaltetes Weiterführen der BMG ist dringend anzuraten.

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  4. von Matthias Zahn · 4.
    Wohltäter!?

    Preislich sicher nicht unbedingt. Es geht mehr darum das die Bauern eine alternative wenn sie wechseln wollen. Es geht um Wettbewerb um unsere Rohmilch. Und deshalb ist die BMG wichtig für uns Milchbauern!

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  5. von David Ziegler · 5.
    Rettet die BMG die Milchbauern?

    Bei den ganzen Kommentaren hat man den Eindruck das BMG ein rieseig Wohltäter ist. Ein Milchpreis von durchschnittl. 27,07 ct (von Mrz 2016 bis Dez 2017) sagt doch schon alles. Vergleichend dazu DMK 29,08, Arla 30,93, FC 33,45. Es gibt etliche Milchbauern bei denen es (fast) kein alternativer Milchabnehmer als die BMG gibt, passt irgendwie nicht zu den Aussagen das die Großen an die Menge ranwollen, dass hätten sie bei etlichen großen Betrieben schon vor Jahren gekonnt und wollten nicht.

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  6. von Forst Genossenschaft Hardegsen · 6.
    Bei DMK und anderen Leucht(Wach-)türmen knallen jetzt bestimmt die Sektkorken

    Auf genau diese Situation arbeitet das Deutsche Molkereikartell schon jahrelang hin. Freie Milchmengen, MEGs und freie Milchhändler stören schon lange die Bequemlichkeit der Leuchttürme beim Aufteilen der Milchbauern in den Gebieten und bei der Routenplanung (Aussage von Ex-Geschäftsführer Schweiger bei Beginn seiner DMK-Laufbahn in Hildesheim auf einem Autobahnparkplatz). Ob nun Milchhanse, Buernmelk, Wiegert und jetzt B.M.G., irgendwann führt das System der Überproduktion einen freien Milchhändler in einer reinen Überschuß-Marktlage in die Problematik, dass es „Milch an jeder jeder Bushaltestelle gibt“ und die Verarbeiter ihn vor die Wand laufen lassen, um dann einen weiteren unliebsamen Mitbewerber los zusein, oder sich einzuverleiben. Ich bin gespannt wie das hier endet. Eine fatale Entwicklung auch für die Milchbauern, da es nun in Zukunft wohl überhaupt keinen Markt um Rohmilch im Norden mehr geben wird. Ein weiteres Ziel ist gleichzeitig die aufmüpfigen Milcherzeuger, die sich gerne in MEGs und Liefergruppen sammeln, ebenfalls abzustrafen, da oft Geld bei solchen Problemen auf der Strecke bleibt. Ein Trauerspiel was vom Landvolk- Bauernverband meist nur mit Schweigen und Nichtbeachtung und von einigen der Funktionäre sogar noch mit hämischen Kommentaren begleitet wird.

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  7. von Ottmar Ilchmann · 7.
    Machtgefälle

    "Dioe B.M.G sagt allen Milchbauern zu, die Milch weiterhin abzuholen und zu verarbeiten." Damit verspricht die insolvente BMG nicht mehr und nicht weniger als jede andere Molkerei. Und solange wir Milchbauern nicht mehr in der Hand haben als dieses Versprechen, solange wir weder Mengen noch Preise VOR der Lieferung absichern können, solange wird sich an unserer Situation auch nichts ändern. Die Ereignisse um die BMG zeigen sehr deutlich den Handlungsbedarf in der gesamten Branche auf.

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