Niedersachsen: Paratuberkulose-Untersuchung ab jetzt Pflicht

Niedersächsische Milchviehhalter müssen Rinder über 24 Monate mit Blut- oder Milchproben auf Paratuberkulose untersuchen.
Bild: Archiv

Ab dem 1. November 2017 müssen Rinderhalter in Niedersachsen ihre Tiere jährlich auf Paratuberkulose untersuchen lassen. Mit Verabschiedung der Niedersächsischen Paratuberkulose-Verordnung (Nds. ParaTb-VO) macht das erste Bundesland die Untersuchung zur Pflicht.

Die Infektionskrankheit, verursacht durch das Mycobacterium avium spp. paratuberculosis, führt zu einer chronischen Darmentzündung bei Wiederkäuern. Meist infizieren sich die Tiere im ersten Lebensjahr. Da die Krankheit eine lange Inkubationszeit hat und es noch keine Methode zur Frühdiagnostik gibt, lassen sich Erreger erst viel später nachweisen. Betroffene Tiere scheiden die Erreger jedoch schon aus, bevor die Krankheit durch chronischen Durchfall, Abmagerung und Milchverlust in Erscheinung tritt.

Bereits seit Juli 2016 konnten niedersächsische Rinderhalter freiwillig am Verminderungsprogramm teilnehmen. Nach Angabe der Tierseuchenkasse lies bereits jeder dritte Betrieb eine Untersuchung durchführen.

Nun müssen die Tierhalter alle Zuchtrinder ab 24 Monaten einmal jährlich untersuchen lassen. Zuchtrinder aus Mutterkuhbetrieben werden über die BHV1-Probe mit untersucht. Milchviehhalter müssen ihre Tiere durch Sammelmilchproben bzw. Einzelmilch- oder Blutproben überprüfen lassen. Ist das Ergebnis positiv, müssen alle Tiere durch eine Einzeltierprobe untersucht werden. Außerdem muss der Tierhalter eine Beratung zur Biosicherheit des Betriebes durch den Hoftierarzt in Anspruch nehmen und darf nur nachgewiesen negative über 24 Monate alte Tiere in andere Rinderbestände mit Zuchttieren verbringen. Die Tierseuchenkasse übernimmt zusammen mit dem Land die Kosten für Probenahme und Untersuchung, bei positivem Befund auch die Beratung durch den Tierarzt.

Betriebe mit positiven Tieren können an dem Verminderungsprogramm der Tierseuchenkasse teilnehmen. Sie verpflichten sich damit, über fünf Jahre verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung der Krankheit durchzuführen. Dazu gehört unter anderem die Schlachtung positiver Tiere innerhalb von 18 Monaten. Die Tierseuchenkasse ersetzt diese mit 100 % des gemeinen Wertes unter Anrechnung der Verwertungserlöse.

Mehr Infos: www.ndstsk.de
 
 
 

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2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schmidbauer · 1.
    Rettet das Mycobacterium avium paratuberculosis!

    Und schon wieder schickt man sich an, mit Methoden aus dem letzten Jahrhundert ein Bakterium auszurotten. Nachdem der Wolf und der Biber wieder zurückkehren durften, scheint man doch in der Politik und Verwaltung nichts dazu gelernt zu haben, trotz grüner Minister. Das Bakterium ist ein wichtiger Indikator für den guten ökologischen Zustand unserer Tierbestände und hat auch ein Lebensrecht! Wir dürfen seinen Eingriff in die Natur nicht beschränken und müssen seinen großen ökologischen Nutzen sehen. Es ist einfach da, es bräuchte nicht einmal einen Nutzen, es hält die Tierbestände fit, weil es schwache Tiere merzt. Auch die Bakterien wurden uns von der Schöpfung gegeben und wir haben nicht das Recht, zu entscheiden, ob sie bleiben dürfen oder verschwinden müssen. Nur so als Info: Ich habe diese Realsatire weitgehend von Wolfs/Biberbefürwortern abgeschrieben...

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  2. von Berthold Lauer · 2.

    Nach BHV1 und BVD/MD die nächste Krankheit, die zwar kaum jemandem große Probleme bereitet hat, die aber unbedingt saniert werden muss. Sanierungen, die den meisten außer hohen Kosten nichts bringt, wobei eine ParaTB-Sanierung von den genannten wohl noch das sinnvollste ist. Wenn nach all den erfolgreichen Sanierungen dann aber ein Rückfall oder von irgendwoher ein neuer Eintrag stattfindet, dann knallts aber richtig.

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