Schmal bittet Handel um höhere Preise

Karsten Schmal Karsten Schmal
Bild: Archiv
„Von 34 Cent können wir hessischen Landwirte derzeit nur träumen, mit Milchpreisen zwischen 26 und 28 Cent sind wir weit davon entfernt und können unsere Kosten bei Weitem nicht decken“, erklärt der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal. Er appelliert an den Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland, sich ähnlich den Kollegen aus Frankreich solidarisch mit der heimischen Landwirtschaft zu zeigen und in den Preisverhandlungen ein deutliches Zeichen für einen höheren Milchpreis zu setzen.

Er verweist auf die französische Ladenkette Système U, die sich verpflichtet hat, Konsummilch zu einem Preis einzukaufen, der den Landwirten einen Milchpreis von 34 Cent sichert. Damit toppt das Unternehmen seinen Konkurrenten E. Leclerc, der vor wenigen Tagen zusagte, den Einkaufspreis nicht zu reduzieren, sondern auf dem Niveau von 2015 zu belassen.

Schmal: „Unser gemeinsames Ziel muss es sein, die Landwirtschaft in Hessen und damit eine regionale und nachhaltige Erzeugung zu erhalten. Dafür ist aber auch ein angemessenes Einkommen für unsere landwirtschaftlichen Betriebe notwendig und dieses sehe ich derzeit weder in der Milch noch in der Fleischerzeugung gegeben. Auch der diesjährigen Getreideernte sehe ich mit großer Sorge entgegen.“

Empfehlen Sie den Artikel weiter:

Das interessiert Sie bestimmt auch:

7 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Willy Toft · 1.
    Bitten kann man

    nur der Handel ist brutal. Der Handel sagt wir bekommen es doch so billig, warum sollen wir freiwillig mehr ausgeben. Geiz ist geil, der Verbraucher honoriert das Vorgehens des Handels, und kauft Dinge die er nicht unbedingt braucht. Der Konsum stimmt unter dem Strich. Die Meiereien bekommen es nicht hin den Preis zu erhöhen, im Gegenteil, sie lassen sich immer wieder von der Marktmacht des Handels beeindrucken, und bieten billiger an. Der Preis wird sich die nächsten Jahre nicht erholen, wenn das so weiter geht. Es wird nur mit Betriebsaufgaben gehen, die nachhaltig aus der Produktion ausscheiden. Das ist die Realität, und alle Milchviehbetriebe werden sich nicht so schnell wieder erholen. Die Sinnlosigkeit kennt keine Grenzen!! Keiner will "Marktanteile" verlieren, deshalb drosselt Keiner.

    Das meinen unsere Leser:
  2. von Paul Maier · 2.
    Die neuen Butterpreise zeigen die Haltung des Handels.

    Wer als Milch- oder Schweinefleischproduzent da auf Mitleid hofft, der hofft vergebens. Allerdings ist es mit Marktgesetzen auch nicht zu erklären, das Katzenmilch und Hundefutter teurer verkauft werden als Konsummlich bzw. Schnitzel für die Menschen. Da arbeitet der Handel gegenüber den Landwirten mit Scheinargumenten, deren Verlogenheit schonunglos zu brandmarken ist. Auf eine entsprechende Frage eines Landwirts an einen Vertreter des Diskounters Aldi blieb dieser eine schlüssige Antwort zur Preisgestaltung beim Tierfutter schuldig. Diese Unternehmen sind einzig auf Gewinnmaximierung ausgerichtet und wie es den Lieferanten ergeht ist ihnen reichlich egal, denn die sind beliebig austauschbar. Nach diesem Schema sprang schon José Ignatio Lopes mit den Autozulierferern um als er noch bei GM angestellt war.

    Das meinen unsere Leser:
  3. von Rita Kienberger · 3.
    Erbärmliches Verhalten nützt nichts!

    Eine weitere Steigerung wäre vielleicht "winseln".Ist lästig,bringt aber auch nichts!

    Das meinen unsere Leser:
  4. von Bernd Lohse · 4.
    Trauriges Bild, was unser Bauernverband abgibt !

    Erst großmaulig den freien Markt erzwingen und nun bitten und betteln : Abartig !

    Das meinen unsere Leser:
  5. von Gerd Schuette · 5.

    Die Geister die ich rief.... und jetzt bitten und betteln... Kein Konzept, keine Lösungsansätze, was bleibt ist Hilflosigkeit.

    Das meinen unsere Leser:
  6. von · 6.

    wenn man mit solchen bitten an den Handel geht und gleichzeitig freien Markt propagiert ist das in meinen Augen schon fast schizophren. Jeder Betrieb kannte die aktuelle Marktententwicklung seit fünf Jahren (oder hätte sie kennen können). Wenn dann auf diese Prognosen mit Produktionsausweitung und Investionen jenseits Betriebswirtschaftlicher Logik reagiert wird, bleibt es nicht aus, dass der ein oder andere jetzt zu hohe Kosten hat. Das ist freier Markt!!!. Die nachhaltigste Möglichkeit für stabile Betriebe ist eine marktangepasste Produktionsmenge, und die entsteht im freien Markt nur durch Ausstieg der weniger erfolgreichen Betriebe. Auch das ist freier Markt!!! Das ist was unsere sogenannte Berufsvertretung seit Jahren gefordert hat (Folgart am 1.4.2015: "Heute ist ein guter Tag"). Wollen wir weiter mit Vollgas richtig Abgrund fahren, oder vielleicht doch mal über unseren Schatten springen und uns wenigstens mit der Monitoringstelle und dem Milchmarktkrisenpapier des BDM beschäftigen? Viel Spaß beim Geldverbrennen weiterhin.

    Das meinen unsere Leser:
  7. von Alfred Gmelch · 7.
    Herr Präsident sehen Sie doch bitte an der REALITÄTnicht vorbei

    Glauben Sie wirklich mit Ihrer Bettelei an einen Erfolg? Ihr Vorschlag scheint mir so, als würden Sie auf Jemand zugehen und ihn bitten, er möge ihnen doch bitteschön seinen Mercedes geben. Glauben Sie allen Erstes er tut es?

    Das meinen unsere Leser:
Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren