Umrechnung Milch: Zott stellt auf den Faktor 1,03 um

Das Verhandlungsgremium Die Vertreter der Bayern-MeG und die verantwortlichen Mitarbeiter der Firma Zott beschlossen eine Änderung des Umrechnungsfaktors.
Bild: Werkbild

Die Umrechnung der Anlieferungsmilch von Volumen in Gewicht ist seit vielen Jahren in der Milchwirtschaft und in der Politik ein großes Thema. Der Bundesrat hat die Bundesregierung bereits 2015 in einer Entschließung aufgefordert, den bisherigen Wert von 1,02 in der Milch-Güteverordnung schnellstmöglich auf mindestens 1,03 anheben. Befürworter einer Anhebung begründen dies mit dem tatsächlichen Gewicht der Milch sowie mit der notwendigen „europäischen Gleichbehandlung“, da in den meisten EU-Mitgliedstaaten der Umrechnungsfaktor 1,03 betrage.
 
Da die Bundesregierung aber mit der Novelle der Milch-Güteverordnung zögere und privatrechtlich ein anderer Umrechnungsfaktor vereinbart werden könne, haben die Bayern MeG und die Molkerei Zott jetzt gehandelt. Im Rahmen einer Milchpreisverhandlung haben sich die Verhandlungsparteien darauf verständigt, ab 1.1.2018 die angelieferte Milch mit 1,03 umzurechnen.
 
Christian Schramm, verantwortlicher Prokurist im Milchkauf sagte hierzu, die beschlossene Vorgehensweise bilde die realen Verhältnisse ab, weshalb eine gerechtere Mengenbestimmung gemeinsam beschlossen wurde.
 
Für Markus Seemüller, Geschäftsführer der Bayern MeG, ist dieses Verhandlungsergebnis mit der größten bayerischen Privatmolkerei ein
wichtiges Signal für die gesamte Milchbranche. Es zeige beispielshaft auf, dass man nicht bei allen Themen auf die Politik warten müsse, sondern die Wirtschaft selbst handeln könne.
 
Ein bäuerliches Gremium der Bayern MeG mit 16 MEG-Vertretern aus verschiedenen Regionen Bayerns, das insgesamt rund 700 Mio. kg Milch vertritt, verhandelt mit der Molkerei Zott seit 2018 die laufende
Milchgeldzahlung. Diese Form der Milchvermarktung und die damit auch mit vereinbarte Änderung des Umrechnungsfaktors sei für Milcherzeuger und Molkerei wegweisend so Christian Schramm und Markus Seemüller.

Lesen Sie mehr

5 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Erwin Schneiderbauer · 1.
    Bravo Bayern MEG, Respekt Herr Seemüller!

    Die Bayern MEG hat in eindrucksvoller Weise bewiesen, das man etwas erreichen kann, wenn man will....... Hier können sich die Genossenschaften ein Beispiel nehmen. So vertritt man seine Mitglieder, nur mal so ein Tipp am Rande

    Das meinen unsere Leser:
  2. von Georg Rauch · 2.
    Lob an die BayernMEG und auch an Zott

    Endlich ist ein schon längst überfälliger Stein ins rollen gekommen. Ein absolutes L O B an die Akteure in dieser Sache. Jetzt wäre es natürlich absolut sinnvoll wenn sich der BV und seine Milchpräsidenten Schmal und Felsner auch dafür stark machen würden, um die Umsetzung in anderen Privat-&Genossenschaftsmolkereien voranzutreiben. 2016 hatte die Zollbehörde schon amtliche Messungen der Milch eingeleitet. Als festgestellt wurde das die Milch deutlich schwerer als 1,02 kg/Liter ist, wurde diese Untersuchung sofort seitens der Politik gestoppt ! .....wenn da nicht eine Lobby dahintersteckt. Mich wundert es sehr das in Genossenschaftsmolkereien (Bauern als Vertreter) nicht schon längst andere Beschlüsse gefasst werden. Den schließlich rechnen Molkereien die Milch, welche Sie untereinander verkaufen, schon längst nach Gewicht ab !

    Das meinen unsere Leser:
  3. von Gerd Uken · 3.
    Die Milchgüteverordnung

    Wird vom BMEL verfasst -wenn ich das richtig verstanden habe. Warummmacht Schmidt da denn nichts wenn der Bundesrat da schon mal angemahnt hat? http://www.meine-milch.de/milkipedia/milch-gueteverordnung Wo ist denn da unsere Lobby ?

    Das meinen unsere Leser:
  4. von Paul Siewecke · 4.

    Nicht vergessen: der Handel macht nichts, was ihm nicht den Gewinn steigert. Alles andere ist aus unerfindlichen Gründen meist unmöglich..

    Das meinen unsere Leser:
  5. von Gerd Uken · 5.
    So so privatrechtlich geht es also doch

    Warum wird dann die Milchgüteverordnubg nicht allgemeingültig geändert-wer hat denn den Nutzen wenn alles so bleibt wie e es ist?! Noch gerechter wäre es Nacht tatsächlichen Gewichten der Inhaltsstoffe zu Rechen. Im Osten funktionierte das ja schon. Aber dann fehlt der Milchmengengewinn.

    Das meinen unsere Leser:
Ihre Meinung

Zum Schreiben eines Kommentars loggen Sie sich bitte ein!

Sie sind neu hier?

Als Abonnent kostenlos registrieren