Neue Richtwerte für Phosphor in den Gehaltsklassen A bis E

Gülledüngung Gülledüngung
Bild: top agrar

Anfang März verabschiedeten zwei Fachgruppen des Verbandes Deutscher Landwirtschaftlicher Untersuchungs- und Forschungsanstalten (VDLUFA) den novellierten Standpunkt „Phosphordüngung nach Bodenuntersuchung und Pflanzenbedarf“.

Zahlreiche fundierte wissenschaftliche Daten aus Düngungsversuchen und Publikationen sind in die Re-Evaluierung eingeflossen, schreibt der Verband. Basierend auf diesen Erkenntnissen konnten die Richtwerte für die Gehaltsklassen A bis E für Acker- und Grünlandstandorte deutlich abgesenkt sowie eine Anpassung für trockene Standorte berücksichtigt werden.

Hintergrund für die jeweiligen Anpassungen der Werte waren u.a. Änderungen in der ackerbaulichen Praxis, wie z.B. der Bodenbearbeitung sowie die Berücksichtigung aktualisierter wissenschaftlicher Auswertungen langjähriger Versuchsreihen bzw. zusätzlicher Versuchsergebnisse, die insbesondere seit der deutschen Wiedervereinigung zur Verfügung standen.

Abgeleitet aus den oben genannten Versuchsergebnissen und den dazu gemachten Erläuterungen wird der untere Richtwert der Gehaltsklasse C für Ackerböden und Grünlandböden von 4,5 auf 3 mg P je 100 g Boden, der obere Richtwert von 9 auf 6 mg P pro 100 g Boden abgesenkt (siehe Übersicht). Die Probenahme sollte entsprechend der Empfehlungen des VDLUFA auf Ackerland bis zur Bearbeitungstiefe (jedoch mindestens 20 cm) sowie auf Grünland bis 10 cm Bodentiefe erfolgen.

VD LUFA

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2 Leserkommentare Kommentieren

  1. von Wilhelm Gebken · 1.
    Das ist nicht die erste Anpassung dieser Art

    Die Gehaltsklasssen für Phosphor sind schon einmal mehr "angepasst" worden. Ebenso die Nitratwerte für Fließgewässer: Bis 2016 betrugen diese nach einer im Übrigen immer noch gültigen EU-Richtlinie 50 mg/l NO3 (Nitrat), genau wie beim Grundwasser. Als dann aber alle Fließgewässer "sauber" geworden waren, hat man einen anderen Grenzwert, nämlich 2,8 mg/l N (rein Stickstoff, was ca. 12,39 mg/l Nitrat entspricht) nach § 14 OGewV genommen. Jetzt sind die Flüsse wieder stickstoffverseucht und das obwohl sich an den Stickstoffkonzentrationen nichts geändert hat.

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  2. von Jörg Meyer · 2.
    Änderung der Ackerbaulichen Praxis?

    Kann die Meldung mal ein wenig mehr konkretisiert werden mit all ihren Auswirkungen. Mit scheint das gerade in Veredlungszentren eine regelrechte "Bombe" zu sein! Und warum kommt solch eine Entscheidung zeitnah zur Novellierung der Düngeverordnung?

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