Österreich: Strohschweine öffentlich gefördert

Derzeit entwickeln sich in Österreich erfolgreich neue Marktsegmente für Schweinefleisch.
Bild: Archiv

In Österreich entwickeln sich derzeit bei Schweinefleisch neue Marktsegmente, die laut Dr. Johann Schlederer, Geschäftsführer der Österreichischen Schweinebörse, durchaus Erfolgsaussichten haben. So könne z.B. das neue „Tierwohl-Schwein“-Programm, das seit Jahresbeginn mit ÖPUL-Geldern in Höhe von 6 bis 7 Euro pro Schlachtschwein gefördert werde, in zwei bis drei Jahren durchaus auf einen Marktanteil von 5 % kommen, schätzt der Experte.

Eine Strohschwein-Schiene gibt es seit 15 Jahren auch beim Qualitätsprogramm Gustino, das den Erzeugern rund 10 ct mehr pro kg SG verspricht. Weitere 7 bzw. 8 ct gibt es für die Fütterung mit Donau-Soja. An der Theke sei das Fleisch rund 10 % teurer als konventionelles. Hofer (Aldi in Österreich) hat gemeinsam mit dem Fleisch- und Wurstspezialist Hütthaler mit 13 Schweinehaltern das Programm: „Fairhof“ aufgelegt, das unter anderem Ausläufe, das Verbot des Schwanzkupierens und den Einsatz von Donau-Soja vorsieht. Der Mehrerlös betrage ca. 30 ct/kg SG.

Bei den meisten Programmen würden die Mehrerlöse aber gerade einmal die Mehrkosten bei den Erzeugern decken, so Schlederer. Insgesamt schätzt er den möglichen Marktanteil der Regional- und Qualitätsfleischprogramme mit konventionellem Fleisch in Österreich auf ca. 10 %. Bei Bio-Schweinefleisch stagniere der Anteil seit Jahren bei ca. 1,5 %: „Auch wenn man in den Medien oft einen anderen Eindruck bekommt, stagniert Bio-Schweinefleisch bei uns seit 20 Jahren.“ Alle genannten Programme basieren auf dem landesweiten AMA-Gütesiegelprogramm, das mit dem deutschen QS-Standard vergleichbar ist. In Österreich werden derzeit ca. 50 bis 60 % der Schweine mit dem AMA-Gütesiegel vermarktet. 
 

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Leserkommentare Kommentieren

  1. von Wilhelm Gebken · 1.
    Gibt es in Östereich eigentlich keine TA-Luft oder Ähnliches

    die wie bei uns den Umbau der Ställe verhindern?

    Das meinen unsere Leser:
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