Düngeverordnung

Ökoverbände bemängeln Düngungsverbot für Zwischenfrüchte

Auch die Ökobetriebe äußern weiterhin Kritik an den Düngungsvorschlägen der Bundesregierung. Sie stört das Verbot für die Herbstdüngung von Zwischenfrüchten in den roten Gebieten.

Die Ökoverbände kritisieren das von der Bundesregierung in der neuen Düngeverordnung vorgesehene Düngungsverbot für Zwischenfrüchte im Herbst in den roten Gebieten. Die Bundesregierung hatte die Ökobetriebe zwar von dem geplanten 20% Abschlag bei der Düngung in den roten Gebieten so gut wie ausgenommen. Betriebe, die durchschnittlich auf ihren Landwirtschaftsflächen weniger als 160 kg Stickstoff je Hektar und Jahr düngen, sind von der 20% Reduzierung der Düngung freigestellt.

Zwischenfrüchte halten Nährstoffe fest

Das Verbot der Herbstdüngung in den roten Gebieten bei Zwischenfrüchten ohne Futternutzung blieb jedoch Bestandteil des Düngekompromisses. Eine Ausnahme davon gab es nur für Winterraps. Der Vorsitzende des Bio-Dachverbandes Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Felix Prinz zu Löwenstein, bezeichnete es als „kontraproduktiv, den Bio-Bauern die Düngung ihrer Zwischenfrüchte im Herbst zu verbieten“. Zwischenfrüchte wie Wickroggen oder Winterrübsen, die zwischen der Ernte im Sommer und der Aussaat im nächsten Frühjahr angebaut werden, seien wichtig, um Nährstoffe zu binden und zu verhindern, dass diese ins Grundwasser sickern. Sie halten die Nährstoffe für die nächste Hauptfrucht fest, argumentierte zu Löwenstein. Wer Bio-Bauern die Herbstdüngung mit Mist oder Kompost untersage, verhindere, dass ihre Zwischenfrüchte ordentlich aufwachsen und ihre Funktion erfüllen können. „Ein gut entwickelter Zwischenfruchtbestand hilft auch dabei, Erosion durch Abschwemmung zu verhindern“, so zu Löwenstein weiter. Auch der Humusaufbau werde gefördert, um mehr Kohlenstoff aus überschüssigem CO2 dauerhaft festzulegen. „Die geplante Regelung konterkariert also Gewässer-, Erosions- und Klimaschutz und muss zurückgenommen werden“, forderte der BÖLW-Vorsitzende.

Zu hohe Viehdichten abbauen

Den Düngekompromiss als Ganzes bezeichnete zu Löwenstein dennoch als einen „ersten Beitrag zu besserem Gewässerschutz“. Allerdings hätte sich der Biobauer und Interessenvertreter statt der komplexen Vorschläge lieber eine Flächenbindung der Tierhaltung gewünscht. „Die nach Einschätzung aller Wissenschaftler wirksamste Maßnahme gegen schädliche Nitratüberschüsse wären Regeln, nach denen nur so viele Tiere auf der Fläche gehalten werden, wie Böden und Gewässer verkraften. Weil das nicht Bestandteil der vorgesehenen Regelungen ist, lassen Bundesumwelt- und Bundeslandwirtschaftsministerium weiter zu, dass Höfe, die bereits wasserschützend wirtschaften, die Probleme ausbaden müssen, die Betriebe verursachen, die zu viele Tiere halten“, so zu Löwenstein weiter. Entscheidend ist aus seiner Sicht, in Zukunft darauf hinzusteuern, die in der Mehrzahl der kritischen Regionen zu hohen Viehdichten abzubauen.

Die Redaktion empfiehlt

Der Düngekompromiss der Regierung ist noch nicht von Brüssel akzeptiert. Nun kommt auch schon Kritik aus der Agrarbranche. Agrarprofessor Taube hält ihn für nicht ausreichend.

Die Bundesregierung gibt den Bundesländern nicht mehr viel Spielraum bei der Düngeverordnung. Die dortigen Agrarminister reagieren verhalten.

Premium

Die Bundesregierung hat nach einigem Hin und Her konkrete Vorschläge für die Verschärfung der DüV erarbeitet. Diese betreffen aber nicht nur die nitrat-belasteten Gebiete.

Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

Schreiben Sie Stefanie Awater-Esper eine Nachricht


Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

von Siegfried Mantel

Kompliment an Prinz zu Löwenstein, Zwischenfruchtdüngung und 20 % Abschlag

als erstes möchte ich dem Prinz zu Löwenstein danken dass er so vernünftig die Sache mit der Zwischenfruchtdüngung angesprochen hat, und man fragt sich wo die Fachkompetenz in Berlin ist bei dem Herrn Onko Aikens und wie diese Typen alle heißen. Einen Raps muss man nur im Herbst mit Stickstoff düngen, wenn man fachlich alles von der Fruchtfolge falsch gemacht hat, oder den Raps viel zu spät drillt, unter schlechten Bedingungen und in Schleswig-Holstein den Raps nach Weizen stellt, wo dieser aber eigentlich fachlich nichts verloren hat, steht er nach dem Weizen stellt sich immer noch die Frage ob der Rest Stickstoff von der Ertrags und Qualitätssicherung nicht ausreicht um den Raps trotzdem noch zu pushen also summa summarum Raps zu düngen aus süddeutscher Sicht totaler Schwachsinn, in der Regel überwachsen sich die Rapsbestände eher als dass sie verhungern, und wenn es so trocken ist wie letztes Jahr das er nicht aufläuft dann nützt der ganze Stickstoff nichts, in warmen Jahren ist es oft so das der Rapsbestand zweimal eingekürzt wird, auch wenn's auf dem Papier nur einmal passiert. Aber der Prinz hat ja vollkommen richtig dargestellt dass die Zwischenfrüchte die idealen Nährstoffeverwerter für die Gülle sind und damit natürlich auch noch einen anderen Faktor erfüllen, sie produzieren und binden Kohlenstoff aus der Luft in Verbindung mit der Düngung aus der Gülle oder aus dem Gärrest, ganz nebenbei bieten die Zwischenfrüchte im Frühjahr einen optimalen Erosionsschutz sofern sie nicht untergepflügt werden, wie das leider noch einige Nichtwissende Landwirte tun. Die Flächenbindung müsste meiner Meinung nach nicht unbedingt sein, dafür gibt es eine Düngebilanz wenn man die Stoffstrombilanz knallhart durchzieht gibt es auch keine Schlupflöcher mehr, dafür müssen die Strafen für diejenigen die trotzdem dagegen verstoßen wollen deutlich ausgesprochen werden und sie müssen auch eine entsprechende Größenordnung erreichen, dem Betrieb entsprechend. Bezüglich der Gesamtstickstoffmenge und des Abschlags von 20 %muss man sagen dass das eigentlich kein Problem ist, wir haben vor neun Jahren in Triesdorf an der Hochschule exakt Versuche durchgeführt mit Sechsfacher Wiederholung mit zwei verschiedenen Gärresten alleine dort konnte man über das Ausbringensystem (wobei man das gute System mit allen negativen Voraussetzungen versehen hat und das schlechte System mit allen positiven) schon mehr Erträge im Rohprotein von 14 % erreichen, die TU München hat Versuche von 2004-2008 gefahren im Silo Mais, im Auftrag der SKw Piesteritz um die Wirksamkeit von Piadin zu testen, und auch bei diesen Versuchen hat sich herausgestellt das bei der Gülle Einarbeitung für Mais, gigantische Ertragsunterschiede und Effizienzunterschiede vorhanden waren, obwohl man in der schlechtesten Variante die Gülle wirklich innerhalb von 1 Minute eingearbeitet hat, das ist in der Versuchstechnik der TU München möglich gewesen, weil die Schlepper mit Breitspureinrichtungen versehen waren und die ganzen Parzellen in Breitspur bestellt wurden, so konnte über die ausgebrachte Gülle auf den Parzellen sofort innerhalb von einer halben Minute breitflächig mit der Kreiselegge eingearbeitet werden, hierzu im Vergleich war die Variante mit dem richtigen Dünge Termin und der Bandablage im Bodenund Piadin von der N Abfuhr pro Hektar zwischen 30 und 70 % besser, bezogen auf 35 m3gedüngten Gärrest. Das setzt eben aber voraus das man die richtigen Techniken einsetzt, die auch entsprechend schlagkräftig sind, bedeutet das man wie in Holland mit dem Güllegrubber ausbringen muss, oder in den stehenden Mais bestand mit richtigen Reiheninjektoren im Boden injizieren muss, die Technologie gibt es in kleineren Arbeitsbereichen schon lange in Italien oder auch in Kanada für die Düngung im Bestand sodass die Gülle komplett vom Boden verschwindet seit 2015 gibt es diese Technik auch in Deutschland entwickelt von der Profiagrartechnik e.K., vorgestellt auf der Deluta 2014 in Münster, bzw. dann 2015 auf der Agra in Leipzig ebenso 2017 und 2019, aktuell mit Elementen zu sehen auf der Ausstellung in Tarmstedt vom 12. bis 15. Juli. Das einfachste wäre gewesen einen Düngeverordnung zu machen wie in den Niederlanden, da ist am 1. September Schluss egal was los ist, jedoch mit Ausnahmen wenn die Witterung dies gebietet, ebenso wäre es besser gewesen Technologien vorzuschreiben nicht eine 4 Stunden Einarbeitungsregel sondern die direkte sofortige Injektion im Boden somit entstehen keine Verluste von Ammoniak und die 20 % mehr Effizienz wäre ganz einfach zu erreichen, das gleiche gilt auch für Getreide mit dem einschlitzen mit Scheibenschlitzgeräten sodass die Gülle sofort verschwunden ist, viele Betriebe in Ost und Süddeutschland praktizieren dies schon seit teilweise zehn Jahren und länger und diese Betriebe sind erfolgreich und wachsen auch in ihren Viehbeständen, mit einer top Grasnarbe in ihren Grünlandbeständen, auch auf Standorten wo über den Steinen nur 10 cm Boden sind. Aber noch mal Hut ab vorm Prinz zu Löwenstein, optimal sachlich und richtig, nur schade dass die Typen vom Bauernverband und von der Bundesregierung keinen Plan haben. Wenn beim Bauernverband Leute wären die auch mal agieren wollen, dann würden sie sagen wir machen ein System wie in Holland und dann könne man auch sofort nachweisen dass hiermit die Nitratseinträge in den letzten 27 Jahren um 90 % gesunken sind. Aber der Bauernverband ist eben ein Verein von Reaktionären die nur reagieren

von Stefan Nieberg

Er hat recht...

konsequente Flächengebundene Tierproduktion und die Nährstoffproblematik wäre kein Thema mehr. Das ist aber politisch nicht gewollt, man muss sich ja nur die bestehenden Regelungen anschauen, die führen doch zu einer Konzentration der Tierproduktion in bestimmten Gebieten. Da sitzen Politik und Lobbyverbänden in einem Boot......

von Stefan Nieberg

Er hat recht...

konsequente Flächengebundene Tierproduktion und die Nährstoffproblematik wäre kein Thema mehr. Das ist aber politisch nicht gewollt, man muss sich ja nur die bestehenden Regelungen anschauen, die führen doch zu einer Konzentration der Tierproduktion in bestimmten Gebieten. Da sitzen Politik und Lobbyverbänden in einem Boot......

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen