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Milchwirtschaft

Molkereien fordern vom Handel bis zu 30 % mehr

Aufgrund der aktuellen Kosten-Situation fordern die Molkereien vom Lebensmitteleinzelhandel deutliche Preissteigerungen von bis zu 30 %. Sie fürchten bei einem Erdgas-Lieferstopp aus Russland ihre Produktion schließen zu müssen und hoffen auf Energie-Liefer-Zusagen vom Ministerium im Krisenfall.

Lesezeit: 3 Minuten

Die Milchwirtschaft in Österreich ist im Krisenmodus. Es gibt Preissteigerungen in allen Bereichen und gleichzeitig hängt das Damoklesschwert eines Erdgas-Lieferstopps aus Russland über der Branche. Viele Molkereien müssten über Nacht ihre Produktion einstellen, da sie vom Gas abhängig sind. Bald danach kämen die Lieferketten zum Erliegen, so bliebe die Milch schließlich beim Bauern.

Die Energiekosten, auch wenn das Gas noch fließt, sind massiv gestiegen. "Wir sehen Preise, die wir noch nie gesehen haben. Es gibt Kostensteigerungen an allen Ecken und Enden, von der Energie über die Verpackung bis hin zum Rohstoff und die haben wir bis jetzt noch kaum an den Lebensmittelhandel weitergegeben", sagt Költringer. Derzeit laufen die Verhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel und die Molkereien bräuchten Erhöhungen zwischen 25 und 30 Prozent, um ihre Kosten zu decken. Denn beim Gros der Milchprodukte sei die Teuerung bisher noch unter dem Index gewesen und belief sich auf 3 bis 5 %, meint Költringer: "Für die Bauern haben die Molkereien schon die Preise erhöht, es gibt zwischen 43 und 46 Cent pro Kilo Milch".

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Trend könnte anhalten

Der Trend zu höheren Preisen werde noch anhalten, denn in den marktbestimmenden Ländern wie Deutschland, Frankreich und Holland, gehen die Produktionsmengen zurück, wie Költringer erklärt: "So lange sich diese Mengenentwicklung nicht dreht, wird das hohe Preisniveau anhalten. Denn normal springt die Produktion an, wenn der Preis gut ist, derzeit ist das nicht der Fall, denn auch die Kosten für die Bauern sind massiv gestiegen." Der momentane Preis basiere auf den Produktionskosten der Milchviehalter. Entscheidend für die weitere Entwicklung der Preise werde auch die Entwicklung des Krieges in der Ukraine sein und ein möglicher Lieferstopp von Erdgas oder Sanktionen gegen Russland.

Die Molkereien fühlen sich vom zuständigen Energieministerium im Stich gelassen. Sie fordern eine Zusage, dass die Branche Priorität hat, falls es zum Lieferstopp bei Erdgas kommt. Das österreichische Energielenkungsrecht sieht ein Prozedere vor, mit dem die Versorgung und Zuteilung der Erdgas-Reserven geregelt wird. "Bis dato wurde die Milchwirtschaft über konkrete Vorgangsweisen und Umsetzungsschritte dazu nicht informiert. Hier sollten seitens des zuständigen Ministeriums endlich Klarstellungen erfolgen, auch gilt es rasch Schritte für alternative Bezugsquellen von Erdgas einzuleiten", erklärt Helmut Petschar, Präsident der Vereinigung Österreichischer Milchverarbeiter (ÖVM).

Molkereien auf Erdgas angewiesen

Die österreichische Milchwirtschaft habe beim Energieeinsatz bereits Einsparungen und Optimierungen vorgenommen, teilweise erfolgt die Energieversorgung auf Basis von Biomasse oder über Fernwärme. Um die nötigen Wärmebehandlungs- und Verarbeitungsschritte bis zu den lagerfähigen Milchprodukten zu durchlaufen, brauche es trotzdem viel Energie und das Gros wird aus Erdgas gewonnen. Einige Molkereien seien bereits dabei ihre alten Ölkessel wieder zu reaktivieren, um im Notfall die Produktion am Laufen zu halten. Laut Petschar werden auch andere Alternativen organisiert, die sehr kostenaufwendig und in der Kürze nicht überall möglich sind.

Aufgrund der weiterhin höchst unkalkulierbaren Versorgungssituation mit Erdgas fordert der ÖVM vom Energieministerium die Ausarbeitung und Vorlage entsprechender Krisen- und Notfallpläne. "Bisher haben wir keinerlei verbindliche Zusage, aber so geht es auch anderen Branchen", heißt es vom ÖVM.

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