Lebensmittelmesse

AbL: "Anuga schmückt sich mit Leistungen der Bauern"

In Köln feiert die Lebensmittelbranche auf der Anuga gerade ihre Erfolge und neuen Produkte. Das macht die AbL wütend: "Die Anuga gründet auf den Ernten, die auf unseren Höfen eingefahren werden!“

Noch bis Mittwoch findet in Köln die Lebensmittelmesse Anuga statt. Sie gilt als weltweit größte Fachmesse für Lebensmittel und Getränke. Rund 7.500 Aussteller aus mehr als 100 Ländern präsentieren einen Mix aus Vergangenheit, Trends, Inspirationen, neuen Impulsen und fachlich orientierten Zukunftsthemen, so die Veranstalter.

Kritik kommt dagegen von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) NRW. Der Verband fordert die Lebensmittelindustrie auf, ihren Beitrag zur Umsetzung von stetig steigenden Bewirtschaftungsauflagen auf den Höfen zu leisten. „Die Wertschöpfung bei Lebensmitteln streichen sich die Verarbeiter der Wertschöpfungskette sowie der Handel ein, nur auf den Höfen kommt außer ständig steigenden Anforderungen für Tierwohl, Insekten- und Klimaschutz nichts an“, kritisiert Bernd Schmitz, Landesvorsitzender der AbL-NRW.

„Die neuen Herausforderungen auf den Höfen mit Auflagen zur Tierhaltung, dem Wasserschutz und der Luftreinhaltung müssen endlich mit höheren Erzeugerpreisen bezahlt werden. Schon jetzt reichen die Erzeugerpreise etwa bei Milch und Getreide nicht aus, um die Kosten im Rahmen der guten fachlichen Praxis zu bezahlen. Industrie und Handel müssen mehr leisten, damit wir die gesellschaftlichen Wünsche erfüllen können“, so Schmitz weiter.

Anlässlich der Anuga lobe sich stattdessen der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels in Sachen Biologische Vielfalt, drückt aber gleichzeitig die Erzeugerpreise oder liste Anbieter wegen Preisforderungen aus.

„Die Anuga in Köln als wohl wichtigste Messe im Ernährungsbereich gründet auf den Ernten, die auf unseren Höfen eingefahren werden“, so Ophelia Nick, AbL-Landesvorsitzende. „Alles, was in Köln als verarbeitete Ware angeboten wird, ist ursprünglich die Einkommensgrundlage für die landwirtschaftlichen Betriebe weltweit. Doch im Gegensatz zu Lebensmittelindustrie und Handel stehen sehr viele Höfe in ganz Europa vor dem Ruin. Dabei sichert besonders die Vielfalt der Bauernhöfe die Reichhaltigkeit sowie die angebotene Qualität auf dieser Messe und kann einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“

Stand: Ehrmann, Anuga Dairy, Halle 10.1 (Bildquelle: www.anuga.de)

Bundesagrarministerin Julia Klöckner auf der Anuga (Bildquelle: www.anuga.de)

Stand: Frimancha, Anuga Meat, Anuga-Halle 6 (Bildquelle: www.anuga.de)

Anuga Start-up Area, Halle 5.2 (Bildquelle: www.anuga.de)

Stand: elpozo, Anuga Meat, Anuga-Halle 6 (Bildquelle: www.anuga.de)

Stand: Bio Breadness, Anuga Bread & Bakery, Halle 3.2 (Bildquelle: www.anuga.de)

Avita Gemüse-Hanf-Sticks für Foodservice, Stand: Schne-frost, Halle: 4.2 E031 (Bildquelle: www.anuga.de)

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Christian Bothe

Abl

So eine Diskussion kann man sich sparen, weil es ja alle wissen, das die Erzeugerpreise zu niedrig sind.Sie müssen den Zwischenhändler ordentliche Preise abverlangen ,denn der verhandelt mit dem LEH Einkäufer und bietet hochwertige veredelte Produkte zur Einlistung an. Habe das alles mit Kartoffelverarbeitungsprodukten erlebt und war auch schon Aussteller dort.Trotzdem ist die ANUGA eine tolle Sache und zeigt, was für Produkte die NGW im konventionellen und BIO-Bereich auf Basis qualitätsgerechter Primärproduktion herstellen kann.

von Gerd Uken

Wenn man bedenkt das wir

Auch noch 30% unserer teuer erzeugten Lebensmittel wegschmeißen dann fasst man sich an Kopf! Es muss erst wieder knapp werden bevor sich was ändert- leider.

von Hans Nagl

Solange

Solange wir Überschüsse produzieren wird sich nichts ändern.

von Wilhelm Grimm

Hohe Auflagen im Ackerbau und in der Tierhaltung

zahlen wir aus eigener Tasche , so lange noch was drin ist.

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