Dauerstreit

Anwohner beschweren sich über Geruch von Tönnies-Schlachthof Weißenfels

Seit 15 Jahren schon streiten Anwohner mit Stadt, Land und Tönnies in Weißenfels um den Schlachthof. Sie behaupten, der Betrieb verstoße gegen Regeln, das Thema werde ausgesessen.

Seit über 15 Jahren gibt es nun schon Beschwerden um Gerüche und Lärm vom Tönnies-Schlachthof in Weißenfels. Anwohner fühlen sich vom Betreiber, von der Stadt und der Landespolitik nicht ernst genommen. Daher widmet der MDR dem Thema einen großen Bericht.

Eine Anwohnerin berichtet von süßlich-stechendem Schweinegeruch, vom Brummen der technischen Anlagen, von Schweinequieken und dem LKW-Verkehr. Ihrer Ansicht nach würde das Werk in den jetzigen Ausmaßen auch rechtswidrig betrieben. Laut dem Sender werden dort 8.000 Schlachtungen pro Tag durchgeführt. Zwar gebe es dafür eine Genehmigung der Stadtverwaltung, aber keine öffentliche Beteiligung. Eine Erweiterung auf 20.000 Schweine täglich erhalte Unterstützung von der Politik, mobilisierte aber auch weiteren Widerstand aus der Bevölkerung.

Tönnies selbst habe ein Konzept zur Minderung der Lärm- und Geruchsbelastungen vorgelegt. Die Anwohner kontern, dass die Auflagen zum Immissionsschutz nie eingehalten wurden. Auch der Bebauungsplan für das Gebiet rund um den Schlachthof sei bis heute nicht beschlossen. Die Bewohner der nahen Siedlung vermuten, dass so ein großer Betrieb dort gar nicht genehmigt werden dürfte.

Gegenüber dem MDR machten die interviewten Anwohner den Wartebereich neben dem Werk als Hauptursache aus. Von dem großen LKW-Parkplatz komme mutmaßlich der Gestank und ein beträchtlicher Teil des Lärms. Eigentlich dürfte dieser Parkplatz nur in Ausnahmefällen gefüllt sein, behaupten die Kritiker, weil die Schweine innerhalb von 30 Minuten nach dem Eintreffen auf dem Werksgelände vom Wagen müssten. Alles andere wäre eine Störung und müsse dem Landesverwaltungsamt gemeldet werden, haben die Protestierer nachgelesen.

Vom Landesverwaltungsamt, das für die Kontrolle der Bestimmungen zuständig ist, wünschen sich die Weißenfelser ausführlichere Lärm- und Geruchsmessungen. Einige dieser Überprüfungen seien schon vor Jahren durchgeführt worden und hätten zum Teil erhebliche Überschreitungen von Grenzwerten gezeigt, so die Bürgerinitiative.

Das Landesverwaltungsamt erklärt auf Anfrage des MDR, dass jährlich Kontrollen am Schlachthof durchgeführt werden. Zudem gebe es zusätzliche Überprüfungen bei Beschwerden. Auch seien Gutachten angefertigt und Geräuschpegelmessungen veranlasst worden. Die Bürger vermuten dagegen, dass Stadt und Landespolitik den Betrieb schützen wegen seiner enormen wirtschaftlichen Bedeutung.


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