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Bauern protestieren vor Aldi, Tierrechtler vor Thomsen

Während Landwirte am Montag vor dem Aldi-Lager in Wilsdruff gegen Dumpingpreise demonstrierten, blockierten Tierrechtsaktivisten die Zufahrt zum Thomsen-Schlachthof in Kellinghusen.

Vor dem Aldi-Logistikzentrum in Wilsdruff hat es am Montagmorgen eine Protestaktion von Landwirten gegeben. Laut MDR Sachsen parkten die Bauern zahlreiche Traktoren vor der Lagerhalle. Die Aktion in Wilsdruff ist Teil weiterer Bauernproteste in anderen Bundesländern. Die Landwirte kritisieren, dass durch Dumpingpreise der Lebensmittelketten die Existenz ihrer Betriebe bedroht wird. Es wurden weitere Protestaktionen angekündigt.

Am Sonntag blockierten bereits mehr als 50 Traktoren das Zentrallager eines Discounters im niedersächsischen Schwanewede-Brundorf.

Aktivisten blockieren Schlachthof

Etwa 60 Aktivisten des Aktionsbündnisses "Gemeinsam gegen die Tierindustrie" protestierten am Montagmorgen am Thomsen-Schlachthof in Kellinghusen, der zum Tönnies-Konzern gehört. Sie gehören zum Bündnis "Gemeinsam gegen die Tierindustrie" und fordern, die Fleischindustrie abzuschaffen, meldet der NDR (Video). Die Aktivisten blockieren zwei Zufahrtstore und damit die Anlieferung von Tieren. Zwischenzeitlich standen zehn Lastwagen mit Tieren vor den Toren.

Polizeiangaben zufolge hatten sich zwei Aktivisten angekettet, während andere versuchten, auf das Dach zu gelangen. Der Forderung der Polizei, das Gelände zu verlassen, kamen sie nicht nach, heißt es. Es seien immer noch Kritiker auf dem Grundstück.

Bauernverband Schleswig-Holstein fordert konsequentes Durchgreifen

Der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein, Werner Schwarz, hat mit deutlichen Worten ein Eingreifen gegen Blockadeaktionen gefordert, wie sie sich heute am Schlachthof in Kellinghusen ereignet haben.

„Es ist nicht hinnehmbar“, so Schwarz, „dass rechtmäßig arbeitende Unternehmen durch eindeutig rechtswidrige Aktionen geschädigt und so das Demonstrationsrecht missbraucht wird“. Militante und strafrechtlich relevante Kommandoaktionen dürften nicht als ´ziviler Ungehorsam´ bemäntelt und damit der gezielte Rechtsbruch verharmlost werden. „Wir Bauern fordern, dass der Staat in solchen Fällen schnell und konsequent durchgreift“ bekräftigt der Bauernpräsident die Position des Verbandes.

Andernfalls drohe auch eine Erosion des Rechtsempfindens und letztlich des Rechtsstaates. „Wir Bauern stützen und respektieren den Rechtsstaat und haben uns bei den vielen Aktionen und Demonstrationen der vergangenen Jahre selbstverständlich an das geltende Recht gehalten. Umgekehrt setzen wir voraus, dass dieser Staat uns und die Lebensmittelwirtschaft vor rechtswidrigen Angriffen selbsternannter Tierrechtler schützt.“

Besonders verantwortungslos sei es, die aufgrund der Corona-Auflagen und der dadurch reduzierten Schlachtzahlen ohnehin angespannte Situation in der Schlachtbranche und Landwirtschaft für die Wirkung der Störaktion ausnutzen zu wollen. „Wer den Schweinestau durch Blockaden vergrößert, dem geht es nicht um Tierschutz, noch interessiert ihn die Versorgungssicherheit der Verbraucher“, betont Schwarz.

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