Investment

Bill Gates ist größter Landbesitzer und Verpächter der USA

Um Umweltschutz geht es Bill Gates, dem seit neuestem größten Landbesitzer der USA nicht: Seine Investment-Firma hat schlicht Boden als stabile und im Wert steigende Anlageform entdeckt.

Der Milliardär Bill Gates ist seit Anfang des Jahres größter Besitzer von Landwirtschaftsflächen in den USA. Er soll laut dem Sender NBC in 18 Bundesstaaten insgesamt 110.000 ha besitzen, woran sich nun eine kritische Debatte entzündet hat.

Gates lässt die Flächen von seiner Investment-Firma Cascade verwalten, die diese wiederum verpachtet hat. Genutzt werden sie vor allem für den Gemüseanbau. Auf 28.000 ha in Louisiana würden aber auch Sojabohnen, Mais, Reis und Baumwolle stehen und in Washington würden Kartoffeln für McDonalds angebaut, berichtet das Magazin Stern unter Berufung auf NBC.

Kritiker halten das für bemerkenswert, weil sich Bill Gates doch sonst dem Umweltschutz verschrieben hat und auf die zunehmenden Probleme mit dem Klimawandel aufmerksam macht. Angesprochen auf sein Engagement im Ackerbau soll er gesagt haben, dass dies „nicht mit dem Klimaproblem verbunden" sei. Es sei eine Entscheidung von Cascade gewesen, darin zu investieren. "Der Agrikultur-Sektor ist wichtig", betonte Gates trotzdem im Rückbezug zur Klimafrage. Es gehe dabei etwa um effizientere Samen, darum Waldrodungen zu verhindern, sowie die Möglichkeit, mit günstigen Biotreibstoffen einen Wandel im Kraftstoffverbrauch bei Trucks und Flugzeugen zu erreichen, erläutert er.

Auf kritische Nachfragen geht er laut Medienberichten nicht ein. Dabei würden die in den USA immer lauter. Denn Land ist bei Großinvestoren in. Viele Kapitalgeber sehen es als wichtigen Bestandteil eines ausgeglichenen Portfolios. Der größte Vorteil: Landwirtschaftliche Flächen sind in ihrem Wert weniger von Wirtschaftskrisen betroffen. Fachleute werten Land als gutes Investment, das smart und stabil sei und vor allem über mehrere Jahrzehnte Geld einbringe, heißt es.

Wie bei uns beklagt daher auch der Bauernverband, dass es für die Farmer immer schwerer wird, Land zu bekommen. Zudem treiben die Großinvestoren die Preise nach oben. Nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums würden schon jetzt knapp 54 % der Acker- und 28 % der Weideflächen von ihren Besitzern nicht selbst bewirtet, sondern verpachtet, berichtet der Stern weiter.

Statt Familienbetrieben wirtschaften Landwirtschaftskonzerne auf dem Land. Mit Folgen für die Region: "Sie kaufen nicht bei lokalen Samenhändlern ein, sie statten sich nicht bei Ausrüstungshändler vor Ort aus und ihre Kinder besuchen nicht die dortigen Schulen", klagt der Landwirtschaftsverband. Zudem sei die Gefahr größer, dass die Konzerne das Land nicht nachhaltig beackern, sondern den Boden mit Überdüngung und Monokulturen überbeanspruchen und dann auf die nächsten Flächen weiterziehen.

Laut dem Stern habe Gates Firma aber zumindest zugesagt, den Fokus auf Nachhaltigkeit bei dem Investment zu legen. Man habe alle Landwirtschaftsflächen im Portfolio bei einer Non-Profit-Organisation registriert. Diese verpflichte alle Besitzer, konstant die Qualität des Bodens, die Biodiversität und die Wasser- Luft und -Erntequalität zu erhöhen. Zudem müssten sie positiv zu den Gemeinden vor Ort beitragen. Auch der respektvolle und sichere Umgang mit den Arbeitskräften werde überwacht, zitiert das Magazin daraus.