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Bundestagswahl: So wählt Deutschland beim Thema nachhaltige Landwirtschaft

Welche Bedeutung hat nach Meinung der Verbraucher die Politik, wenn es um eine verantwortungsvolle, nachhaltige Landwirtschaft geht? Die Rabobank hat die Bürger befragt, mit überraschendem Ergebnis.

In drei Wochen entscheidet sich, wer die neue Bundesregierung stellen wird. Der Rabobank Food Navigator hat die Deutschen vorab gefragt, bei wem sie am ehesten die Verantwortung für eine nachhaltigere Landwirtschaft sehen - bei der Politik oder bei anderen Akteuren?

Überraschend: Die Politik steht nur auf Platz 3. Und die Finanzindustrie spielt aus Sicht der Verbraucher trotz des Booms grüner Geldanlagen bisher nur eine marginale Rolle.

Die Details

Mehr als die Hälfte der insgesamt 2.800 Befragten (57,0 %) sieht hier am ehesten die Landwirte in der Pflicht. Auf einem überraschenden zweiten Platz stehen die Verbraucher selbst: 47,6 % der Befragten haben sich für diese Option entschieden und sehen damit große Gestaltungsmöglichkeiten bei ihrem eigenen Kauf- und Konsumverhalten. Die Politik liegt mit zwei Prozentpunkten Abstand mit 45,5 % knapp dahinter auf dem dritten Platz. Danach folgen die Lebensmittelindustrie (37,3 %) und mit großem Abstand der Einzelhandel (14,8 %).

So sieht es bei den Parteien aus

Der Blick auf die Wahlabsichten der Befragten legt unterschiedliche Schwerpunkte bei den jeweiligen Parteien offen: So sehen die Anhänger fast aller Parteien die Landwirte am ehesten in der Verantwortung, für mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft zu sorgen, ausgenommen die Grünen und die Linke.

Den Verbraucher und seine Einflussmöglichkeiten sehen am ehesten die Wähler der FDP (53,8 %) in der Verantwortung, dicht gefolgt von den Wählern der Grünen (52,4 %) und der CDU/CSU (50,8 %). SPD-Wähler folgen mit etwas Abstand (47,4 %), während bei den Anhängern der Linken nur knapp ein Viertel (24,3 %) und bei der AfD ein Drittel (34,5 %) dem Verbraucher genügend Einfluss zugestehen.

Bei denjenigen, die die Politik am ehesten in der Verantwortung sehen, sind die Abstände größer: Während sich ein Drittel der CDU/CSU-Wähler (31,0 %) für die Politik entscheidet, sind es bei denen der Grünen (65,2 %) und der Linken (65,4 %) mehr als doppelt so viele. Dazwischen liegen Wähler von SPD (46,2 %) und FDP (41,5 %).

Politik versus Verbraucher

Bei den Altersgruppen fällt auf, dass die Jüngeren die Hauptverantwortung bei der Politik sehen, während die Älteren eher auf den eigenen Einfluss als Verbraucher setzen: Die 18- bis 29-Jährigen entscheiden sich mit 58,2 % für die Politik und mit 39,0 % für den Verbraucher, bei den 30- bis 39-Jährigen sehen 49,7 % die Politik in der Verantwortung, während nur 33,9 % den Verbraucher vorne sehen. Die Menschen in der Lebensmitte zwischen 40 und 49 sehen Politik (48,1 %) und Verbraucher (47,6 %) etwa gleichauf.


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