Flutkatastrophe

Hochwasser: „Das Ausmaß der Zerstörung ist unvorstellbar“

Nach der Flut stehen viele Weinanbauer im Ahrtal vor den Trümmern ihrer Existenz. Wir haben mit Klaus Schneider vom Deutschen Weinbauverband über die Situation vor Ort gesprochen.

Herr Schneider, nach und nach weichen die Wassermassen und das Ausmaß der Schäden wird sichtbar. Wie stark hat es die Weinanbauer getroffen?

Schneider:

Für eine Bilanz ist es zu früh. Wir können das Ausmaß der Schäden noch nicht absehen. Was wir aber bereits jetzt schon sagen können: Viele Betriebe stehen vor dem Ruin. Die Weinkeller sind vollgelaufen, gleich mehrere Jahrgänge haben die Wassermassen wortwörtlich davongespült. Maschinen und Hallen sind abrissreif. Stellenweise sind nicht nur einzelne Rebstöcke, sondern komplette Weinberge den Fluten zum Opfer gefallen. Dort, wo noch vor ein paar Tagen die neue Ernte heranreifte, klafft jetzt ein Krater. Den Betrieben hat die Katastrophe ihre Existenzgrundlage genommen. Wer mit dem Leben davon gekommen ist, der steht nun vor dem wirtschaftlichen Nichts.

Welche Regionen sind betroffen?

Schneider: Betroffen ist vor allem die Region Ahr. An der Mosel gab es zwar auch Hochwasser. Aber dort halten sich die Schäden nach unseren Informationen in Grenzen.

Eigentlich stünden jetzt wichtige Pflanzenschutzmaßnahmen in den Weinbergen an. Können die Winzer diese nun überhaupt vornehmen?

Schneider: Nein, das ist in der Region Ahr kaum möglich. Dort, wo die Weinberge mit einem...


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