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Lidl Werbespot: Doch wieder nur Hauptsache billig

Lidl hat seine „Alles geht, nix teuer"-Kampagne gestartet. Kernaussage des dazugehörigen Werbeliedes von Ballermann-Star Peter Wackel: Sch… auf Vorsätze, Hauptsache billig.

Als bester Werbespot des Jahres wird schon der neue Lidl-Song mit Ballermann-Sänger Peter Wackel im Netz gefeiert. Der hat seinen bekannten Hit „Malle ist nur einmal im Jahr“ für den Lebensmittelhändler umgedichtet. (Video unten)

Hintergrund ist die neue Kampagne des Discounters unter dem Motto „Alles geht, nix teuer". Dabei scheint Lidl seine guten Vorsätze, was die Wertschätzung von Lebensmitteln angeht, schon wieder über Bord geworfen zu haben. Das meint auch das Magazin STERN.

Wer das Lied feiere, solle mal hinterfragen, welche versteckte Botschaft hier transportiert wird. Dazu heißt es beim STERN:

„Scheiß auf gute Vorsätze, im Zweifel auch in Sachen Lebensmittel? Denn: Sich gesünder ernähren, qualitativ hochwertigere Lebensmittel einkaufen, nachhaltiger leben - das haben sich bestimmt mehr Leute vorgenommen, als Japanisch zu lernen, wie es im Spot gezeigt wird. Weniger Fleisch essen, auf Bio-Qualität achten, mehr regionale Produkte kaufen – das würden viele Menschen ja theoretisch gerne tun, wenn ihnen im Alltag nicht immer die innere Scheiß-drauf-Stimme dazwischen kommen würde. Und genau die feiert der Spot. Denn natürlich hält Peter Wackel keine veganen Bio-Produkte aus regionalem Anbau in die Kamera, das würde nur den Spaß verderben."

Dabei sei Lidl auf den Trend zur bewussteren Ernährung ja durchaus angesprungen. Die Kette kooperiert seit Januar 2019 mit dem Anbauverband Bioland, hat zahlreiche Bio-Produkte ins Sortiment aufgenommen und will zum "nachhaltigsten Discounter" aufsteigen, so das Magazin.

Der niedrige Preis ist laut STERN eben trotz aller Bemühungen auf anderen Feldern immer noch das einfachste, mit dem man hierzulande als Lebensmittelhändler werben kann. "Statt mahnend den Zeigefinger zu heben, wollen wir unseren Kunden sagen: Ihr habt die Wahl, wie ihr ins neue Jahr starten möchtet. Aber eines ist sicher, auf Lidl könnt ihr immer zählen", zitiert das Magazin Lidls Marketingchef Jürgen Achenbach.

Die Konkurrenz schläft allerdings auch nicht: Im Edeka-Spot streicht gerade wieder "Supergeil"-Onkel Friedrich Liechtenstein mit großer Geste die Preise. Und Netto hat TV-Schuldnerberater Peter Zwegat verpflichtet, der in schrägen Spots Familien das Sparen im Discounter verordnet.


Diskussionen zum Artikel

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von Gerd Schuette

Sie reden von Nachhaltigkeit und verramschen alles bei dem die Marge stimmt. Heute billig, morgen Bio und zum Ende des Jahres Böller. Markt hat kein Gewissen.

von Erwin Schmidbauer

@Nagl und Bramkamp: Der Überschuss allein ist es nicht!

Es gibt zwei wunderbare Beispiele, dass die Überschußproduktion in Deutschland nicht der alleinige Grund für geringe Preise ist: Honig und Schaffleisch. Selbstversorgungsgrad in Deutschland 30 bzw. 40 %. Der Rest wird zu billigsten Preisen aus dem Weltmarkt importiert. Nur: Wisst ihr nicht, dass die Berufsimker und die Schafhalter diejenigen sind, die unter den landwirtschaftlichen Erzeugern am meisten über die miserablen Preise jammern? Die Mehrheit der Verbraucher sagt: sch... auf regional usw. Hauptsache billig!

von Rudolf Rößle

Schickt

diese Werbung mal Gretha, dass sie den deutschen LEH mal zum "....Ballermann ...schickt...". Wenn ich sehe wie massiv jetzt im Januar schon für Fun und klimaschädliche Reisen geworben wird, sollten wir uns dann überhaupt ändern? Die nächste Generation ist für unsere Berufsgruppe außerordentlich wichtig, denn Sie ist immer der Stolz der Zukunft. So werden wir auch in die richtige Richtung gehen und Kompromisse schließen. Die Mühlen mahlen, brauchen aber Zeit.

von Josef Doll

Überschuss

Nun wieder die Diskussion Tank oder Teller als die Vorräte unter 80 Tage gefallen waren . Wenn jetzt wieder dieses Szenario ohne Tank oder Teller gibt's die Diskussion Pflanze oder Tier !! Im übrigen muss wenn Nahrungsmittel immer da sein sollen ein Überschuss vorhanden sein um überall Nahrungsmittel vorrätig zu haben. Somit sind wir wieder bei der Diskussion einseitige Anforderungen sowohl bei Grundwasserschutz wie Tierwohl und natürlich noch Biotopssicherung ach ja den Insektenschutz gibt`s noch mehr Wolf und Wisente Krähen ach was noch die Nahrungsmittelpreise für Afrika . All das sollen wir einhalten zum Preis von Trumps exportwillige Landwirtschaft einhalten . Natürlich zum Preis von Aldi Lidl Edeka und Co. Das fordert WWF, NABU, und XXX auch noch natürlich nur von DE vielleicht auch der EU Landwirtschaft natürlich darf man Ausländische Produkte nicht benachteiligen in Aldi ,Lidl , Edeka und XXX Läden . Das heißt natürlich all diese Obrigen Forderungen müssen da "wegen" WTO oder sonst was müssen nicht eingehalten werden. Ach ja der Preis darf auch nicht zur Diskriminierung der Ausländischen Waren führen. Falls JETZT der Politik nicht doch einfällt für jede zusätzliche Anforderung auch einen Preis festzusetzen der natürlich entfällt erst wenn diese jeweilige Anforderung entfällt. Die leidige Diskussion die für den Ausgleich der Landwirtschaft für die Umstellung vom EU Preis zum Weltmarktpreis wird uns jeden Tag zweimal um die Ohren gehauen obwohl wir jetzt schon Zig zusätzliche Auflagen einhalten lässt Grüßen !!

von Hermann Bramkamp

Angebot und Nachfrage

Solange wir Bauern mehr produzieren wie der Markt braucht ,so lange wird der HANDEL und NACHGELAGERTE Bereich mit uns Schlittenfahren. Da hilft kein QS und QM uns Bauern. Das Marktgesetz " Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis" wird auch der Verbraucher durch sein Einkaufsverhalten nicht außer Kraft setzen.Der ASP geprägte Schweinefleischpreismarkt zeigt das am deutlichsten durch die Weltmarktnachfrage.

von Andreas Thiel

Traurig...

Welches Niveau die Werbung der Discounter erreichen muss, um ihre Kunden anzusprechen...!

von Franz Eul

Solange die Macht derer die an Überversorgten Märkten reichlich verdienen grösser ist als die der Erzeuger die Risiko und Arbeit tragen wird sich nichts ändern.Die Frage ist wer verhilft allen anderen ausser dem Erzeuger in diese komfortabele Position.Nun wenn man sich dann mal ansieht wer da so alles in Amt und Würden steht fällt es einem wie Schuppen von den Augen.Es sind nicht die Verbraucher dafür verandwortlich das der LEH solche Angebote fahren kann .Es sind diejenigen die dafür verantwortlich sind das sämtliche Marktordnung über Bord geworfen wurden und immer noch alles dafür tun das die Marge derer die am Markt verdienen ,recht hoch bleibt.Es ist richtig das die Bauern auf die Strasse gehen aber dann bitte bei denen die uns das eingebrockt haben und das sind unsere Bauernverbände.

von Dr. Willi Billau

LsV muss weiterkämpfen an Front 2: LEH

Die Strategie, gegen die Politik vorzugehen mit einerseits Großdemonstrationen, andererseits dezentralen Aktionen, ist gut. Wir brauchen langen Atem. Front 2 muss ich bundesweit gegen alle Monopolisten im LEH wenden bei gleichzeitiger Werbung um das Verständnis der Verbraucher. Die Direktvermarkter können das alleine nicht stemmen. Wir wissen aus Erfahrung, dass die Spanne des LEH immer stimmt, sie ist sogar absolut größer bei mengenmäßiger Überversorgung (da werden die Verkaufspreise zwar um 20% gesenkt, aber die Einkaufspreise sind aber um bis zu über 80 % günstiger). Hier müssen Riegel vorgeschoben werden und zwar europaweit. Wir haben da ja schon unsere Frau von der Leyen mit ihrem "Green Deal"! Dann soll se mal dealen!

von Hans Nagl

Solange!!!

Solange wir Überschüsse produzieren, die auch der Weltmarkt nur zu Dampingpreisen aufnimmt wird sich nicht's ändern.

von Markus Groenen

Ziel erreicht!

Besser kanns doch für Lidl nicht laufen. Es wird über diese Werbung diskutiert und ich möchte nicht wissen, wie oft dieses Video aufgrund der Diskussionen über die Medienplattformen geschickt wird. Lebensmittel werden auch in Zukunft Ramschware bleiben. Traurig aber wahr. Der LEH wird sich auch von unserer Politik in keiner Weise beeinflussen lassen....

von Thomas u. Helmut Gahse GbR

Ja glaubt denn Einer ernsthaft,

dass sich das ändert. Ein weiterer Träumer.

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