Uni Freiburg

"Mehr Gemüse, weniger Milch würde ökologischen Fußbadruck verbessern"

Freiburger Forschende haben untersucht, wie sich eine Ernährungsumstellung auf den ökologischen Fußbadruck der Deutschen auswirken würde

Weltweit werden die natürlichen Ressourcen für die Ernährung immer knapper. Unterschiedliche politische Initiativen zielen darauf ab, in den nächsten Jahren den ökologischen Fußabdruck des Lebensmittelkonsums zu verringern und Lebensmittelverschwendung zu verhindern.

Hanna Helander von der Professur für Gesellschaftliche Transformation und Kreislaufwirtschaft der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg hat zusammen mit Kollegen die Umweltauswirkungen verschiedener Ernährungsstile sowie die damit einhergehende Abfallvermeidung hierzulande untersucht. Ihre Ergebnisse zeigten, dass eine Umstellung auf eine pflanzenbasierte Ernährung den ökologischen Fußabdruck in Deutschland deutlich verringern könnte, heißt es.

Mithilfe eines Berechnungsmodells für Lebensmittel und Landwirtschaft hat das Team die Biomasse-, Ackerland- und Blauwasser-Fußabdrücke der globalen Lieferketten zu den Ernährungsszenarien erfasst. Als blaues Wasser wird die Wassermenge bezeichnet, die in der Industrie und im häuslichen Gebrauch zur künstlichen Bewässerung oder zur Herstellung von Produkten benötigt wird.

Vegetarische Ernährung und Vermeidung von Lebensmittelabfällen

Die Ergebnisse zeigen, dass eine milcharme, vegetarische Ernährung besonders effektiv wäre, um den Biomasse-Fußabdruck bis zu 61 % und den Ackerland-Fußabdruck bis zu 48 % zu verringern. Die Halbierung der Lebensmittelabfälle hätte eine Einsparung der Biomasse- und Ackerland-Fußabdrücke von 11 % respektive 15 % zur Folge. „Zwar ließen sich mit einer vegetarischen Ernährung fast die Hälfte der Flächen für die Lebensmittelproduktion einsparen, der Einfluss auf das blaue Wasser wäre aber leider gering. Um diesen Verbrauch zu senken, wäre es hilfreicher, Lebensmittelabfälle zu reduzieren“, sagt Helander.

Eine vegetarische Ernährung allein reiche dafür nicht aus – im Gegenteil: Die Studie zeigt, dass auch eine pflanzenbasierte Ernährung trotz verringerter Fußabdrücke zu mehr Lebensmittelabfällen führen kann, da damit der Konsum von Produkten steigt, die einen höheren Anteil an Lebensmittelabfällen aufweisen – zum Beispiel Kartoffel, Rüben oder Getreide.

„Politische Strategien, die sowohl den Fußabdruck des Lebensmittelkonsums als auch die Lebensmittelverschwendung minimieren wollen, können also widersprüchlich sein“, bilanziert Hanna Helander. „Eine höhere Ressourceneffizienz lässt sich am besten erreichen, wenn wir die Reduktionspotenziale aller verfügbaren Strategien ausschöpfen und gleichzeitig die Wechselwirkungen der unterschiedlichen Strategien berücksichtigen.“


Diskussionen zum Artikel

von Gerhard Steffek

Umstellen auf pflanzenbasierter Ernährung???

Wieso? Die ganze Ernährung basiert doch auf pflanzlicher Kost. Wenn ich mir ein Schnitzel schmecken lasse, dann futtere ich im großen und ganzen ja auch Getreide, Mit dem wurde halt zuvor das Schwein gefüttert. "Secondhandvegetarier" eben. __ __ Besonders interessant wird es dann aber ... mehr anzeigen

von Egge Mansholt

Der

ökölogische Fußabdruck wäre allgemein schon wesendlich besser, wenn alle aufs Urlaubsfliegen, Blechlawinen und Kreuzfahrten verzichten würden. Seitdem Corona das u.a. Fliegen stark minimiert hat, ist die Luft wesendlich klarer.

von Rudolf Rößle

Bei uns geht auch eine Fluglinie vorbei

und heute habe ich ein Fotos gemacht, wie die Flieger immer wieder pechschwarze Streifen hinter sich herziehen. Lassen die bewusst Kerosin ab? Jeder Andere landet vor Gericht wegen schwerer Umweltverschmutzung.

von Fritz Gruber

Gras

Ist noch besser als Gemüse und man kann es auch noch getrocknet verzehren

von Franz Giesler

Mehr Gemüse

Ich würde sagen bei der volkshochschule einen Kurs belegen wie lerne ich Wiederkauen

von Matthias Everinghoff

Die Untersuchung ist Blödsinn

Die Untersuchung unterschlägt komplett die Bodenwirkung. Gemüseanbau senkt den Humusgehalt und Grünland erreicht Humusvorräte an die das Ackerland nie heran reicht. Zudem können über Tiere Nebenprodukte der Lebensmittelherstellung genutzt werden. Von der Düngerproduktion ganz zu schweigen.

von Helmut Wehr

Wasser

Gemüse wächst in aller Regel nicht ohne künstliche Bewässerung!!!! Das meiste Viehfutter schon. Auch der Nährwert wird bei solchen Studien meist nicht berücksichtigt. Die Verwertung von Nebenprodukten z.B. Extraktionsschroten, Ölkuchen, Nachmehlen oder nicht mahlfähigem Getreide ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Wir fressen unser Gras

selbst.

von Eike Bruns

Forschen...de

dann ist das Ergebnis schon im Vorfeld klar. Es lebe die "freie" Forschung und Lehre. Sag mir wer die Studie bestellt und ich sag Dir das Resultat. Wenigstens hat die Dame*inennnen noch den Hinweis gegeben das auch Vegan seine Probleme hat. Armes Deutschland ich wähle die Grünen*innnenn ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Da

hast Du recht, denn wer in Zukunft gutes Fleisch essen will, wird der Hehlerei verdächtigt, somit wird Fleisch fast unbezahlbar kostbar.

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