DVT

Mischfutterindustrie zeigt sich problembewusst in Umweltfragen

Die Futtermittelbranche erwartet Folgen für die Wirtschaft durch die kommenden Agrarstrategien. Besorgniserregend seien dabei Rufe nach Steuern und Abgaben, um Einfluss auf die Produktion zu nehmen.

Die Grundsatzfragen zur Tierhaltung, die Akzeptanz des Umgangs mit den Tieren und darüber hinaus Umweltthemen sowie Klima und Nachhaltigkeit bestimmen die Diskussionen auch innerhalb der Futtermittelwirtschaft.

Beim Online-Pressegespräch des Deutschen Verbands Tiernahrung zeigte sich DVT-Geschäftsführer Dr. Hermann-Josef Baaken überzeugt, dass politische Pläne wie Green Deal, Farm-to-Fork, Borchert-Kommission, Ackerbaustrategie und die Nutztierhaltungsstrategie die Fütterung und die Futtermittelwirtschaft beeinflussen werden.

Bei der Formulierung "from farm to fork" bzw. "vom Hof auf die Ladentheke" dürfe man nie vergessen, dass zwischen Hof und Verbraucher die geernteten Agrarrohstoffe zu Tiernahrung verarbeitet werden, mahnt Baaken. Bei allen diesen Fragen werde sich die Futtermittelwirtschaft einbringen und die Bedeutung der Tierernährung deutlich machen.

"Besorgniserregend ist, dass in solchen Gremien nach dem Staat gerufen wird, um durch Steuern und Abgaben Einfluss auf die Veränderung in der Produktion zu nehmen, damit die Landwirte eine kostenneutrale Produktionsumstellung vornehmen können", bewertet Baaken und verweist dabei auf ungeklärte Fragen zur Wettbewerbsfähigkeit.

Baaken erinnerte auch daran, welchen Beitrag eine optimale Tierernährung zur Wirtschaftlichkeit und Bewältigung der Auswirkungen auf die Umwelt leiste. Denn optimierte Futterrationen mit intelligenten Zusatzstoffen kämen dem Klimaschutz zugute. In diesem Zusammenhang verwies er insbesondere auf den hohen Einsatz von Nebenprodukten aus der Lebensmittelherstellung, der für Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit steht.

Zur Verantwortung der Futterhersteller gehörten außerdem auch Selbstverpflichtungen. So seien dem Aufruf, bis spätestens zum Jahr 2025 ausschließlich nachhaltiges Soja zu kaufen, viele Firmen gefolgt. Darüber hinaus hat sich der DVT durch die Mitgliedschaft im Forum Nachhaltiges Palmöl verpflichtet, zu einer Erhöhung des Anteils nachhaltig zertifizierten Palmöls beizutragen. Baaken: "Allerdings dürfen wir auch erwarten, dass die Regierungen ihrerseits durch bilaterale Vereinbarungen weltweit vergleichbare Bedingungen als Basis für den globalen Warenverkehr schaffen." Deshalb sei das Mercosur-Abkommen, in dem auch die Fragen zur Umweltpolitik in Brasilien geregelt werden müssen, sehr wichtig.

Sorgenvoll äußert sich der DVT-Geschäftsführer zu dem geplanten Lieferkettengesetz. Einerseits sehe die Wirtschaft eine große Verpflichtung darin, global die Rohstoffe unter Einhaltung der Menschenrechte einzukaufen. Hierzu wolle man, wie auch in den Leitlinien zum nachhaltigen Soja bereits umgesetzt, Transparenz sicherstellen. Andererseits sei die Rückverfolgbarkeit für Massengüter, die meistens Schüttgüter sind, nicht einfach zu dokumentieren und erfordert komplexe technische Systeme, auch wenn viele Prozesse heute bereits zertifiziert und somit abgesichert seien. Hierzu müssten in dem Gesetzentwurf entsprechende individuelle Lösungen berücksichtigt werden.

Europäische Nachhaltigkeits-Charta 2030

Die vom europäischen Verband der Mischfutterhersteller (FEFAC) verabschiedete Feed Sustainability Charter 2030 wurde auch vom DVT unterzeichnet. Die Charta besteht aus fünf wesentlichen Meilensteinen zur Steigerung der Nachhaltigkeit in der Tierernährung und -haltung. Der DVT hat hierzu eigene Maßnahmen formuliert. Sie dienen dem Ziel der

  • klimaneutralen Tierproduktion durch Futtermittel
  • Förderung nachhaltiger Ernährungssysteme durch Erhöhung der Ressourcen- und Nährstoffeffizienz
  • verantwortungsvollen Beschaffung von Ressourcen
  • Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierwohls sowie des sozio-ökonomischen Umfeldes sowie der
  • Widerstandsfähigkeit/Krisenfestigkeit der Branche.

Die Redaktion empfiehlt

DVT-Mitgliederversammlung

Verband Tiernahrung meldet stabile Mischfutterproduktion

vor von Alfons Deter

Anlässlich der Mitgliederversammlung hat der Verband Tiernahrung die neuesten Zahlen zur Futterbranche und der Mischfutterproduktion mitgeteilt.

Im Wirtschaftsjahr 2019/20 produzierten 287 meldepflichtige Betriebe insgesamt 23,9 Mio. t Mischfutter. Das sind 0,4 % Mischfutter mehr als im Vorjahr. Raps liegt vor dem Sojaanteil im Mischfutter.


Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen