Nach 3 1/2 Jahren

Nabu zieht positives Fazit nach Projekt „Herdenschutz Niedersachsen“

Beim Projekt „Herdenschutz Niedersachsen“ wurden bei über insgesamt 50 Tierhaltungen fast 100 Weideflächen wolfsabweisend fest eingezäunt. Das sind ca. 530 ha und 82 km neue Zäune, berichtet der Nabu.

Nach 3 ½ Jahren endet die Förderung des NABU-Projektes „Herdenschutz Niedersachsen“ durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung (NBU).

Der Landesvorsitzende des NABU Niedersachsen, Dr. Holger Buschmann, würdigte vor allem den herausragenden Einsatz der Aktiven, die über 5.500 Stunden ehrenamtlicher Arbeit im Projektzeitraum beim Bau wolfsabweisender Zäune als praktische Unterstützung von Weidetierhaltern aufgewendet haben.

DBU-Experte Wachendörfer ergänzte: "Das NABU-Projekt ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie die wichtige Symbiose zwischen Naturschutz und Weidetierhaltung gelingen kann. Vor allem: Es ist der richtige Weg, um die berechtigten Interessen verschiedener Akteure miteinander zu versöhnen."

Gegenseitiger Respekt entstanden

Durch die Freiwilligenarbeit zusammen mit Tierhaltern würden nicht nur Weidetiere vor Wolfsübergriffen geschützt, sondern es entstehe gegenseitiger Respekt und Verständnis zwischen den Beteiligten, so der Nabu weiter. Die Umsetzung von wirkungsvollen Herdenschutzmaßnahmen bewirke direkte Informations- und Anschauungsmöglichkeiten vor Ort, was oftmals zur Umsetzung weiterer Maßnahmen in der Region führt. So könne der Herdenschutz schrittweise flächendeckend umgesetzt werden.

„Damit trägt der NABU wesentlich dazu bei, Akzeptanz für die Anwesenheit von Wölfen und darüber hinaus noch viel mehr, nämlich eine persönliche Verbindung zwischen Weidetierhaltung und Naturschutz zu schaffen“, so Dr. Buschmann weiter.

NABU-Projektleiter Peter Schütte erklärte: „Konkret bedeutet die Anwesenheit von Wölfen für Weidetierhalter höhere Kosten, z. B. für wolfsabweisende Zäunungen, die Anschaffung von Herdenschutzhunden oder erforderlich gewordene Betriebsumstellungen sowie einen Mehraufwand an Arbeitsleistung. An diesen Stellen können wir ansetzen, um Wissen zu schaffen und anfallende Kosten minimieren.“

100 Weiden wolfssicher eingezäunt.

Im Rahmen des Projekts wurden so über 130 Weidetierhalter vor Ort zur Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen beraten. Dabei handelte es sich bei etwa der Hälfte um Schaf-/Ziegenhaltungen, einem Viertel Rinder-, einem Fünftel Pferde- und zwei Gatterwildhaltungen. Bei insgesamt 50 Tierhaltungen wurden fast 100 Weideflächen wolfsabweisend fest eingezäunt. „Das sind ca. 530 Hektar und 82 Kilometer neue Zäune, die alte marode, nicht wolfsabweisende Zäunungen ersetzt haben – und zwar vom Nordseedeich bis zum Harz!“, rechnet Schütte vor.

Kangal

Kangal (Bildquelle: Bärbel Wittor)

Durch vom Projekt empfohlene Elektrozäune wird die Hütesicherheit für Weidetiere deutlich verbessert und Wolf und Wildschwein bleiben außerhalb der Weiden. „Unsere Erfahrungen zeigen, dass Kleintiere und Rehwild die von uns favorisierten fünfreihigen Elektro-Festzäune queren“, nimmt Schütte Befürchtungen einer Zerschneidung der Landschaft den Wind aus den Segeln.

Welcher Zaun ist gut?

In diesem Zusammenhang präsentierte der Nabu mehrere wolfsabweisende Zaunarten. Als dauerhafte Anschauungsmöglichkeit wurden im Camp Reinsehlen ein für Schaf- und Rinderweiden geeigneter „fünfreihiger Glattdrahtzaun“ und eine Festzaunlösung für Pferdehaltungen installiert. Auch mobile Varianten wie der „Litzenzaun“ wurden vorgestellt und zusätzlich Hinweise zu Tricks und Tücken beim Aufbau von Elektronetzen gegeben.

„Der Schlüssel für eine wolfsabweisende Wirkung ist die korrekte Elektrifizierung und Erdung“, erklärte Sven Zwirner, Weidezaunexperte der Fa. Patura, „wir stellen immer wieder fest, dass es in diesem Bereich große Defizite gibt“. Ferner sei die Einhaltung der entsprechenden Abstände der elektrischen Leiter bei Fest- und Litzenzäunen zueinander und vor allem zum Boden wichtig. Da Wölfe in der Regel Hindernisse untergraben, darf der Abstand des untersten elektrischen Leiters zum Boden 20 Zentimeter nicht überschreiten.

Ein Video-Mittschnitt des Symposiums sowie weitere Informationen finden Sie unter: www.herdenschutz-niedersachsen.de.


Diskussionen zum Artikel

von Wilhelm Grimm

Der "Niedersächsische Weg", der müsste es machen !

Und auch die gezielte Öffentlichkeitsarbeit. Aber er will es anscheinend nicht und der Bauernverband kann es nicht. Dann kann die Manipulation der Massen in den Medien ungebremst weitergehen. Schlaf Kindchen schlaf, unsere Berufsvertretung ist ein Schaf.

von Josef Doll

Sie müssten

zeigen wie der Wolf tötet. Schon ist ihre Iniziative dem wirklichen Ziel gewichen. Es ist ein Versuch mehr Spendengelder zu generieren . Selbst lassen Sie wegen ( eigener/ Internen ) Probleme Rinder verhungern. Davon kann man aber nur als insider gelesen werden. Denn anders als bei ... mehr anzeigen

von Hermann Helmers

Ohh

Video mit 100 toten Schafen in Brandenburg wurde schon gelöscht. Mafiöse strukturen in Deutschland

von Rudolf Majerus

Soviel hilft der Wolfsschutz beim Vorzeigeschäfer

https://www.facebook.com/christian.lohmeyer.7/posts/3305690382880419 Zeigt deutlich wie schlecht der vielgepriesene Zaun hilft. Laut Homepage ja selber Wolfsexperte

von Gerhard Steffek

langfristiger Gedanke -

was ist mit der Pflege des Zaunes? Wer muß den unterhalten? Solange die Nabu-Fuzzis den nicht wöchentlich abgehen, den Aufwuchs mähen und auch die Schadstellen ausbessern, könnten die vor mir auf den Knien betteln. Die könnten mir den Buckel runterrutschen, solch eine scheinheilige ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Schrecklicher Gedanke !!!

von Hermann Helmers

ohne wäre es besser

wir sind Jahrhunderte ohne Wolf und ohne Nabu ausgekommen... Was sind die Vorteile? Leute gehen nicht mehr im Wald spazieren? Es werden weniger Schafe und Rinder auf Weiden gehalten. Schäfer und Landwirte haben existensnot Zumindest haben wir Wolfsberater, einen Krankenwagen extra für ... mehr anzeigen

von Gerd Uken

Herr Schütte und Herr Buschmann

Ich wohne Deichnähe und da wurde mal ein sogenannter Schafszaun Außendeichs gezogen. Bei einer plötzlichen Sturmflut sind dort Rehe jämmerlich verendet. Das ist nie so publik gemacht worden. Was wenn die Rehe in Panik v. Wolf gejagt plötzlich so einen Zaun vor sich haben- den ... mehr anzeigen

von Jens Schreinicke

Träumt weiter...

Wie viele Spendengelder sammelt der NABU denn bei Patura ein, um solche Geschichten produzieren zu können? Wolfssichere Zäune gibt es nur im Tierpark! Die nächste Story über untaugliche Zäune in Brandenburg ist schon in der Pipeline.

von Wilhelm Grimm

Selbst beim Äpfel klauen

half kein Zaun.

von Alwin Fegebank

past nicht

die zaunlänge ist für die fläche zu kurz.da im raum türingen -hessen wölfe schon diese zäune über springen und dabei gelernt haben das dabei der strom nicht stört ist dieses nur um spenden zu werben.

von Paul Lieb

Warum will man wieder den Wolf???

Kann mir mal jemand vom NABU, oder sonst ein "Wolfsexperte" erklären, welchen Nutzen ein Wolf in der Natur hat? Er bringt keine Bestäubungsleistung, wie Insekten! Er ist kein Aasfresser, wie z.b. der Fuchs! Er bringt eigentlich nur unermessliches Leid für unsere Nutztiere! Wo sind ... mehr anzeigen

von Kirsten Wosnitza

Sicherlich funktioniert der Zaun idR gut

Es fehlt noch die Erklärung, wie solch ein Festzaun für Rinder von Bewuchs aus dem Knick freigehalten wird. Und wie hoch muss er sein, damit der Knick keine Hilfe zum Einsparung wird? 5 Reihen Draht reichen da nicht. Alle 10 Jahre muss der Knick auf den Stock gesetzt werden. Dafür muss ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Es geht nicht !

von Gerd Uken

Ein NLWKN

Finde ich das nicht so schnell https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Mehr-als-1000-Wolfsrisse-n-Norddeutschland,wolf4332.html Das dann die Negative Bilanz - Bingo

von Erwin Schmidbauer

Hä?

Bei aller Lust sich selbst zu beweihräuchern und ihr Projekt doch schön darzustellen: Die Risse sogar von Rindern und Pferden sprechen doch eine andere Sprache. Entweder hat der NABU noch sehr sehr viel zu tun oder irgendwas anderes passt da nicht.

von Gerd Uken

Klasse

Und wieviele Nutztiere wurden von Isegrimm allein in der Zeit gerissen??? Stell dich mal einer die Zahl da rein

von Willy Toft

Solange die Herrschaften sich an der Arbeit und den Sorgen beteiligen, ist alles möglich!

Trotzdem sollten wir den Wolf kurz halten! Wir leben in einem dichtbesiedelten Gebiet, dass doppelt so hoch besiedelt ist, wie damals als der Wolf uns verlassen hat! Die Weidewirtschaft darf nie gefährdet sein.....

von Wilhelm Grimm

SOLANGE ?

Nicht lange !

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