Rechtsstreit

Salmonellen im Futtermais: Landwirt gibt Tierhaltung auf

Ein Landwirt aus Neuharlingersiel (Niedersachsen) muss seinen gesamten Schweinebestand von rund 6.000 Tieren aufgrund von Salmonellen schlachten. Als Auslöser wird Futtermais aus der Ukraine vermutet. Nach dem Vorfall will der Betrieb keine Schweine mehr halten.

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Die Landwirtsfamilie Georg und Eckard Janssen bezogen im Dezember über einen Hamburger Importeur aus der Ukraine Futtermais, berichtet der NDR. Nach und nach seien die Schweine dann krank geworden. Rund 1.000 Tiere musste der Schweinehalter nach eigenen Angaben bereits töten. 5.000 weitere würden in den nächsten Wochen geschlachtet - darunter auch viele tragende Sauen. Experten haben im Nachgang im Futtermais auf dem Hof Schimmelpilzgifte und Salmonellen gefunden.

Importeuer weist Vorwürfe zurück

Der Importeur wehrt sich gegen die Vorwürfe. Stichproben auf dem Lieferschiff hätten ergeben, dass der Mais unbedenklich ist, sagte der Sprecher des Importeurs ADM Germany gegenüber dem NDR. Vielmehr sei der Futtermais wohl auf dem Hof des Landwirts durch langes und unsachgemäßes Lagern verunreinigt worden. Andere Kunden, die den Mais aus der gleichen Charge erhalten haben, hätten sich nicht beschwert.

Landwirt stellt Tierhaltung ein

Der Schweinehalter bestreitet das. Er habe den Mais sofort verfüttert. Wie hoch der für den Betrieb entstandene Schaden ist, stehe noch nicht fest. "Wir sind versichert und haben auch eine Futtermittelversicherung, ob und was dabei als Entschädigung herauskommt, ist noch offen", so Janssen gegenüber dem Anzeiger für das Harlingerland. Aufgrund des Vorfalls will er den Betriebszweig jetzt aufgeben und nur noch auf Ackerbau und Windkraft setzen.

Christina Selhorst Christina Selhorst

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