Baden-Württemberg

Wolfsriss: Land verweigert Schafhalter Entschädigung

Aussage gegen Aussage: Ein Schafhalter hat Tiere an den Wolf verloren. Das Amt sagt, die Weide war nicht korrekt gesichert. Der Mann bestreitet das. Geld gibts trotzdem nicht für ihn.

Ein Wolf hat vermutlich vergangene Woche Freitag in Bad Wildbad sieben Schafe gerissen. Das Land Baden-Württemberg verweigert dem Tierhalter aber die Entschädigung. Wie das Umweltministerium am Dienstag mitteilte, hätte der Schafhalter das Gelände unzureichend gesichert. Somit bestehe kein Anspruch auf Entschädigung aus dem Ausgleichsfonds Wolf.

Wie der SWR die Beamten zitiert, müssten Nutztierhalter in der so genannten "Förderkulisse Wolfsprävention" im Nordschwarzwald ihre Herden mit einem sachgemäß errichteten Elektrozaun schützen. Bad Wildbad liegt in genau diesem Bereich. In dieser Region bezuschusst das Land die Anschaffung von Materialien für Herdenschutzmaßnahmen derzeit mit 90 % der anfallenden Nettokosten.

Der betroffene 77-jährige Tierhalter ist laut SWR allerdings anderer Meinung: Seine 26 Tiere seien vorschriftsgemäß mit einem Elektrozaun gesichert gewesen.


Diskussionen zum Artikel

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von Stephanie Winhard

@Schaneé

Mit Objektivität hat das leider rein gar nichts zu tun. Die Vorgaben zum Schutz von Weidetieren (natürlich hat jedes Bundesland seine eigenen, die sich zum Teil erheblich voneinander unterscheiden, obwohl der Wolf überall der gleiche ist) sind rein willkürlich, spekulativ und entbehren jeglicher praktischer Fachkenntnis. 40€ Entschädigung für ein gerissenes Schaf sind absoluter Hohn. Wer den Wolf will - und das sind überwiegend Menschen aus dem urbanen Raum, die kaum noch Bezug zum Land haben - der soll ihn auch bezahlen. Die Weidetierhalter wollen keine Entschädigungs-Almosen, wir wollen machbaren, leistbaren und funktionierenden Schutz für unsere Tiere. Bisher sind früher oder später alle "wolfssicheren" Maßnahmen vom Wolf überwunden worden. Besuchen Sie doch einfach mal eine Schäferei, die bereits Besuch vom Wolf hatte und unterhalten sich mal mit den Leuten.

von Ahrend Höper

Wolf oder Weidetierhaltung?

Es hat sich in der letzten Zeit klar und sehr deutlich herausgestellt, dass Weidetierhaltung mit unter Schutz gestelltem Wolf nicht funktioniert. Warum wurde wohl der Wolf von unseren Vorfahren ausgerottet? Heute aktuell gibt es in Russland vom Staat bezahlte Wolfsjäger, die dafür Sorge tragen, dass der Wolf sich nicht zu sehr der Zivilisation nähert. Nur die links grünen Wohlstandsbürger im Westen Europas, die den Naturschutz nur vom Fernseher und den Spenden sammelnden NGO's her kennen, haben den Kontakt zur Natur und der Realität völlig verloren. Es kann nicht sein, daß Ahnungslose sich anmaßen über staatstragende Sachen urteilen zuwollen, von denen sie absolut keine Ahnung haben!

von Günter Schanné

Wolfsriss

Der Schadenersatz für Wolfsriss stammt aus Steuermitteln. Die Behörde ist verpflichtet verantwortungsvoll mit Steuermitteln umzugehen. Sind die Bedingungen für die Auszahlung der Entschädigung objektiv nicht erfüllt, entfällt der Anspruch. Der Schafhalter ist in der Beweispflicht.

von Stephanie Winhard

Für eine ...

nicht vom Aussterben bedrohte Art (Wolf) opfern wir Dutzende bedrohte Arten. Die Weidetierhaltung kann man getrost dazu zählen. In Hessen gibt es aktuell 40€ Entschädigung je nachweislich gerissenem Schaf. Gut, das ist immer noch mehr, als man zur Zeit für ein Milchkuhkalb bekommt, steht aber trotzdem in keiner Relation zum Schaden, bürokratischem und praktischen Aufwand. Viele Risse werden schon gar nicht mehr gemeldet. Die Zahlen zu Populationen und Übergriffen sind, nett formuliert, mit Vorsicht zu genießen. Hauptsache, die NGOs verdienen sich eine goldene Nase an diesem hier völlig überflüssigem Raubtier, das im Gegensatz zu bedrohten "exotischen" Arten (Elefant, Tiger, Löwe, etc.) nahezu weltweit verbreitet ist. Ich fürchte, die Haltung unserer Regierung zum Wolf wird sich erst mit den ersten menschlichen Opfern ändern. Und nein, in anderen Ländern, die schon immer mit dem Wolf zu tun hatten, funktioniert es auch nicht, wie uns die Wolfsbefürworter weismachen wollen.

von Gerhard Steffek

Konsequenz?

Ich kann mir ganz gut vorstellen, daß der Mann seine Schafhaltung aufhört. Einen Nachfolger wird es höchstwahrscheinlich definitiv nicht geben. Ergebnis: Naturschutz kontraproduktiv! Da frage ich mich schon, was für unsere Umwelt wertvoller ist. Ein Wolf, oder ein von einer Schafherde gepflegtes Offenland mit all seiner Begleitflora oder Fauna? Ohne Schafe weniger Insekten, weniger Blühpflanzen. Denn wenn dann das Land verbuscht und sich bewaldet, was ja in unseren Breiten recht schnell geht, dann ist die ökologische Vielfalt erst recht im Arsch. Denn im Wald gibt es nicht so viele Insekten wie auf dem offenen Land, da es denen dort zu kühl ist. Nur mal genau hinschauen. Kann man aber vom Schreibtisch aus nicht. Außerdem kann man ja auch mal fragen, welcher Zaun ist wirklich wolfssicher? Warum werden solche windigen Zäune mit 1,2 Meter empfohlen, wenn in Wildtiergehegen oder Zoos die Wölfe mit Zäunen eingegrenzt werden die 2,5 oder 3 Meter hoch sind, mit nach innen geneigten Abweisern? Hier wird doch wissentlich und absichtlich die Gefährlichkeit der Tiere verschwiegen. Selbst auf Hundeparcours gibt es ja Hindernisse bis zu 2 Meter, die ein Schäferhund zu überwinden lernt. Was also sollen diese Lügen?

von Willy Toft

Steckt das Geld in die Bildung oder Beihilfe für die Kita- Gebühren, der Wolf muss stärker bejagt werden!

So helft ihr den Weidetierhaltern, und vor allem den Schafhaltern! Es ist schon grotesk, wie sich eine ganze Nation dem Wolf unterordnen will, oder sind es nur Einige, die den Wolf lieben? Dafür eine wichtige Bewirtschaftungsform, für das Naturgleichgewicht, aussterben zu lassen, mit all den persönlichen Schicksalen, die dahinter stehen, ist schon bitter! Schweden und Finnland haben es nicht so schwer mit der Wolfspopulation, und wir hier im dichtbesiedelten DE wollen da immer weiter drauf züchten!

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