Erzeugerpreise

BDM will Neuausrichtung der Agrarpolitik

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) hat einen offenen Brief an Bundesministerin Julia Klöckner verfasst. Es sei an der Zeit, die Agrarpolitik neu zu denken.

In einem Brief an die Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner fordert der BDM eine Neuausrichtung der Agrarpolitik.

Die wirtschaftliche Situation der Erzeuger auf landwirtschaftlichen Betrieben sei schlecht und die Zukunftssorgen würden wachsen. „Jeder schiebt die Verantwortung von sich weg, hin zu einem anderen. Wir drehen uns im Kreis“ heißt es in dem Brief. Manche Landwirte sehen laut BDM den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) in der Verantwortung. Dieser verweise jedoch auf die Politik und von dort aus gehe es zurück zum LEH und den Verbrauchern.

Verarbeiter in der Pflicht

Die Verarbeitungsbranche falle bei den Streitigkeiten um die Verantwortung aus dem Blickfeld. Den Verarbeitern komme jedoch eine hohe Verantwortung zu. Der BDM verweist dafür auf eine Untersuchung des Bundeskartellamts: Es bestehe wenig bis kein Interesse der Molkereiunternehmen an höheren Milcherzeugerpreisen. Das gelte auch für genossenschaftlich strukturierte Molkereien.

„Die Marktstellung der Landwirtschaft braucht eine deutliche Verbesserung gegenüber ihren Marktpartnern, den Verarbeitungsunternehmen“, fordert der BDM. Da komme die Agrarpolitik ins Spiel.

Die Umsetzung der UTP-Richtlinie, der gemeinsame Verhaltenskodex, die nationale Herkunftskennzeichnung und das Preiswerbeverbot für Fleisch seien dazu dienlich. Aber es brauche eine Neuausrichtung der Agrarpolitik, die in erster Linie nicht das Ziel haben sollte, die Verarbeitungs- und Ernährungsindustrie mit günstigen Rohstoffen zu versorgen. Dazu würde auch die BDM-Sektorstrategie beitragen.

Den gesamten Brief können Sie sich hier herunterladen:



Diskussionen zum Artikel

von Martin Siekerkotte

Artikel 148

hätte schon längst umgesetzt gehört alles sehr ernüchtern

von Erwin Schmidbauer

Genossenschaften

Das traurige ist, dass eben selbst Genossenschaften kein Interesse an hohen Milchpreisen haben. Genossenschaften wurden seit über 100 Jahren als Selbsthilfeeinrichtungen der Landwirte gegründet, um eben das Angebot zusammenzufassen und eine höhere Wertschöpfung, einen besseren Preis, ... mehr anzeigen

von Christian Bothe

BDM

Endlich mal einer, der den Verarbeiter mit ins “Boot”nimmt, was Preise des LEH etc.betrifft. Bezweifle allerdings die “Macht” Kloeckners in dieser Angelegenheit...

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