Protest

BDM ruft zum Protest in Bonn auf

Am 22. Oktober wollen alle Sektoren der Landwirtschaft gemeinsam auf die Straße gehen. Auch der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) beteiligt sich.

Für viele Bäuerinnen und Bauern haben die im Agrarpaket der Bundesregierung vorgesehenen Verschärfungen des Ordnungsrechts für Insekten- und Klimaschutz das Fass zum Überlaufen gebracht. Er sehe die Notwendigkeit deutlicher Veränderungen, diese müssten aber umsetzbar sein und auch finanziert werden können, so der BDM-Vorsitzende Stefan Mann.

„Mit immer weiter verschärften Auflagen und höheren Produktionsstandards allein lassen sich die Probleme nicht wirklich lösen. Sie verschärfen den Kostendruck der Landwirte und erhöhen den Effizienzdruck weiter. Wir brauchen Erlöse für unsere Produkte, die es uns ermöglichen, unsere Betriebe wirtschaftlich nachhaltig weiterzuentwickeln und mit denen wir die notwendigen Veränderungen in Bezug auf Umwelt-, Klima-, Naturschutz und Tierwohlstandards leisten können“, so Mann.

Von Bundesagrarministerin Julia Klöckner erwarte der BDM, dass sie sich in Berlin und Brüssel sofort für ein Umsteuern in der Agrarmarktpolitik einsetzt. Die Gemeinsame Marktordnung der EU müsse für eine Verbesserung der Marktstellung der Bäuerinnen und Bauern ausgestaltet werden. Dazu gehöre auch, die wettbewerbsschädliche Marktübermacht der Abnehmer unserer Produkte einzudämmen, um Preise für unsere Produkte erzielen zu können, die ihrer hohen Wertigkeit entsprechen. Freihandelsabkommen wie das Mercosur- Abkommen dürften nicht unterzeichnet werden, solange sie Anforderungen und Standards unterlaufen, die für die europäischen und deutschen Landwirte gelten.

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Artikel geschrieben von

Katharina Lütke Holz

Redakteurin Rinderhaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Hans Nagl

Wir brauchen doch beides.

Wir brauchen doch bessere Preise, und weniger Auflagen nur dann macht Landwirtschaft wieder Spaß.

von Norbert Post

Kernprobleme

Wir sollten uns auf die Kernprobleme konzentrieren und nicht auf so eine richtig dummes Gezicke. Und wenn jetzt auch der BDM zusammen mit DBV, ISN,... protestieren, dann würden bei mir als Politiker die Alarmglocken angehen, weil da tun sich welche zusammen, die sich lieber bekämpfen als zusammenarbeiten. Aber man sieht, wie weit es gekommen ist. Es ist 12 Uhr. Beim Klima sind wir sicher an einem Punkt wo es kippt, wenn wir nicht schnell handeln, aber wir in der Landwirtschaft auch. Nur: Es interessiert keinen. Beim Klima fliegen und shippern alle wie bisher und setzten noch einen drauf so nach dem Motto, wer weiß ob es morgen noch so billig ist. Genauso kaufen die Leute auch nur billig, noch billiger und wir machen damit Strukuturen, Landschaften, ländliche Räume kaputt als wenn es nichts wert wäre. Schämt euch Gesellschaft

von Martin Schmidt

Einigkeit kann stark machen

Aber das BDM bashing Video einer Ruth Bossmann, das geht gar nicht. Der BDM ermuntert uns, doch nur dazu, bei der Forderung nach mehr Wertschätzung, die Wertschöpfung nicht zu vergessen.

von Andreas Thiel

Ohweia...

Einigen Kommentaren nach zu urteilen, scheint das Ziel der Kundgebungen in weiter Ferne...Wie immer...Schade!

von Matthias Zahn

Bauernbashing Herr Bröher....

....betreiben Sie hier und auch anderswo im Netz. Sie haben offensichtlich schon viel von BUND und Co gelernt. So unterschlagen Sie z.B die Tatsache, dass der BDM schon mehrere Jahre bei WHES nicht mehr dabei ist, weil die Initiatoren nicht bereit waren auf die Forderungen und Notwendigkeiten der Bauern einzugehen. Weiterhin verschweigen Sie die Tatsache, dass die Kernforderung des BDM eine nachhaltige Entwicklung in der Milchbranche ist, welche ein sozialverträgliches Wirtschaften für die Milchbauern möglich macht. Aber vielleicht können Sie das als Ackerbauer nicht nachvollziehen. Ebenso ist es Unsinn, hier von Trittbrettfahrerei zu sprechen, wenn zahlreiche BDM Mitglieder (Verbandsneutral) sich vor Ort in die Organisation des 22. einbringen und an selbigen Datum mit Schleppern und Personen die Organisatoren bei der Demo unterstützen. Was nun ihren persönlichen Hass auf den BDM angeht, würde ich sie bitten, diesen um eine Woche auf Eis zu legen, damit wir alle gemeinsam am 22. ein Zeichen setzen können.

von Matthias Zahn

Hallo Herr Böhrer

So ein Unsinn....

von Jochen Böhrer

Trittbrettfahrer

Die Agenda der Demo ist eine ganz andere. Wenn der BDM meint, er müsse die Thesen von BUND, NABU, Grünen und anderen Bauernfeinden stützenm nach denen wir Umweltsäue und Tierquäler wären (Zitat: Er sähe die Notwenigkeit deutlicher Veränderungen) soll er mit seinen Freunde beim WHES-Karnevalsumzug in Berlin mitlaufen und deren Hetze und Geschrei nach einer "Agrarwende" unterstützen. Die Agenda der Demo sieht auch keine Bettelei um Geld vor. Ich habe das Gefühl, dass da manche BDM-Funktionäre in Gedanken schon ans Amok-pachten und Stallspiegeln denken. Ich finde es jedenfalls niederträchtig, sich einer Demo anzuhängen und dort seine ureigenste Parolen zu streubn, hinter denen 80% der Teilnehmer NICHT stehen.

von Gerd Uken

Mir ist heute eine andere Pressemitteilung

Zugeschickt worden aus NL Der LTO Nord kündigt für Montag eine Demo an in Aßen und Groningen an. LTO kündigt die Zusammenarbeit mit den Provinzregierungen auf weil sie die Economie der Stadt über die der Ländlichen stellt. Es ist so keine Zukunft für jetzt und für die nächste Generation. Freitag waren die Friesländischen Bauern schon unterwegs mit dem Ergebniss das die Province Friesland die neuen Regelungen( für Natura 2000 ) vom Tisch nahm. Es lässt sich was bewegen-wenn alle dahinter stehen

von Rudolf Rößle

Es

sollte auch der enorme Aufwand bei jetzt schon getätigten Umweltmaßnahmen aufgezeigt werden. Die einen sind heute im Freizeitstress wir im Feldstress.

von Rudolf Rößle

Illusion

der Standard und die Qualität der Nahrungsmittel wird weltweit nicht an deutsche und hochqualifizierte europäische Bauern heranreichen. Schon das ganze Controlling fehlt. Schule und Bildung ist in vielen Ländern Luxus pur. Bei uns gibt es die heftigen berechtigten Diskussionen, weil die Berufsqualifizierung so gut ist. Dass unser Vermarktungssysteme murgs sind weiß jeder. Dort müssen wir aber ansetzen, weil Preissteigerungen einen enormen höheren Gewinnbeitrag bringen. Die Kosteneinsparungen sind auf vielen Betrieben ausgereizt und wird durch Mehrproduktion nicht mehr besser.

von Dieter Müller

Wir dürfen der Politik kein Alibi mehr liefern, ihre Untätigkeit im Sinne der Landwirte/innen, mit der Uneinigkeit der Betroffenen zu begründen.

Schon viel zu lange haben die verantwortlichen Politiker/innen argumentiert, dass sie teilweise mit völlig gegensätzlichen Forderungen konfrontiert wurden und deshalb oft keine Entscheidung im Sinne der Landwirtschaft getroffen haben. Das Desaster, was dadurch entstanden ist fällt inzwischen Allen auf die Füße. Wer bei der aktuellen Situation, die sowohl finanziell, überbürokratisch und vor allem emotional, durch das negative Ansehen in der Bevölkerung geprägt ist, noch immer nicht für die "Einigkeit der Bäuerinnen und Bauern" einsteht, der hat den Schlag nicht gehört. Es kann und darf nicht weiter innerhalb der Landwirtschaft gestritten werden, weil es inzwischen eine Menge Probleme gibt die Alle betreffen. Vielleicht haben wir in diesem Monat noch eine Chance das Ruder herumzureisen, deshalb ist die erste Priorität ein geschlossener Auftritt mit cleverem Vorgehen.

von Dr. Willi Billau

Mann fordert zurecht höhere Preise bei momentanen Standards

aber es stellt sich doch die Frage, ob durch die neuen Forderungen seitens Bundesregierung und NGOS (Agrarpaket, DÜVO), die Möhre nicht so hoch gehängt wird, dass ein erfolgreiches Wirtschaften unmöglich gemacht wird. Da nützen dann auch höhere Preisversprechungen nichts mehr. Ich bin seit Jahren in einer Preiskommission für Industriekartoffeln. Höhere Preise lassen sich nur dann durchsetzen, wenn der Markt unterversorgt ist oder als unterversorgt eingeschätzt wird! Schlimm ist dann, wenn von unseren eigenen Kollegen, den Besserkönnern, mit "Friedensangeboten" unser Bestreben, höhere Preise durchzusetzen, untergraben wird. Wird bei der Milch nicht anders sein! Noch was: Haben wir mal einen guten Abschluss gemacht und der Markt dreht, es ist also Mengendruck, dann wird schneller geweigert, da erstens Alternativware da ist und zweitens diese wesentlich billiger ist. Wichtig ist jetzt eines: Alle Verbände sollten ihr Kriegsbeil untereinander begraben und gemeinsam gegen eine Agrarpolitik vorgehen, die uns alle ruiniert. Wir Bauern machen wissenschaftlich begründete Maßnahmen mit, die der Natur, dem Klima und dem Grundwasser helfen, wenn man uns nach wie vor Geld verdienen lässt. Aber ideologische Schnellschüsse, die von Ungerechtigkeiten, Halbwahrheiten und Bauernhass nur so gespickt sind, machen wir nicht mit. Fahrt nach Bonn, macht aber keinen Scheiß, macht Aktionen in euren Orten, in Euren Kreisen und lasst diese nicht mehr enden. Bis auf Augenhöhe verhandelt wird!

von Randy Aller

Sich gegen Klima und Insektenschutz zu verwehren bringt derzeit keinen Erfolg. Man landet in der Trotzecke und wird auch so behandelt werden. Klar muss aber sein, wer Insekten, Klima und diverses mehr will, hat die Finanzierung ebenfalls bereit zu stellen. Entweder durch Direktzahlungen oder durch ordentliche Produktpreise für denjenigen, der die Anforderungen umsetzen soll. Dies einzufordern ist absolut legitim und sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Generelle Ablehnung bringt nur generelle Ablehnung.

von Dietmar Fritz

Moin,

dachte Spalterei sei in diesen Tagen gerade nicht angesagt... Rahmenbedingungen! für diverse ldw.Produktion einzufordern die es ermöglichen steigende Produktionsstandards auch zu erwirtschaften und somit ein nachhaltige Landwirtschaft im Einvernehmen mit der Gesellschaft-Verbraucher zu ermöglichen kann keine falsche Forderung sein.Vielleicht doch etwas genauer hinschauen...! Ansonsten kann man sich bei der anstehenden Demo frei von Verbänden für seine Produktionsrichtung einbringen und Geschlossenheit demonstrieren...wenns dem einen oder anderen auch schwer fällt...

von Reinhard Matzat

Höhere Preise kann die Politik nicht für uns erwirken.

Denn da wird die WTO was gegen haben und müsste handeln wie ein Trump. Das ist eine Vorderung die so ganz und granicht geht seitens des BDM. Was geht, ist, dass vordern, das Lebensmittelimporte nur zu den selben Sozial- und Umweltstandarts eingeführt werden. D.h. Deutscher mindestlohn auch im Ausland(auch in Afrika und sonst wo) und die PSM die bei uns verboten sind dürfen dort auch nicht eingesetzt werden. Dann könnten die Preise etwas steigen. Teilweise wird das aber auch nicht gegenüber der WTO begrünbar sein warum z.B. in DE/EU verboten sind wo es keine Wissensachaftliche Basis für ein Verbot gibt. So jedoch können sich, bei dem Freihandel, Industrie und Handel überal bedienen und kaufen da wo es günstig ist. Nein höhere Preise vordern ist als wenn der BDM von seinen Mitgliedern verlangen würde das 50% aufhören soll mit dem Melken!!! Die Kostenschraube ist die einzige Schraube an der wir drehen können und die wird erzeit zu schnell gedreht. DAS ist die Kernaussage und es ist unerhört das der BDM sich nicht mal anderen anpassen und kompromissbereit sein kann und wieder mal nur ihrer eigenen IDEOLOGIE freien lauf läst.

von Willy Toft

Es geht hier um die Verteuerung der Produktion durch Restriktionen der Regierung!

Da können wir uns alle drüber einig werden, und wir müssen zusammen stehen! Nur unsere Einigkeit macht uns stark, und wir werden gehört!

von Albert Maier

Zwei paar Stiefel!!

Höhere Erlöse sind sicher notwendig in allen Produktionssparten der Landwirtschaft. Diese dürfen aber keinen Freibrief für unnötige, kontraproduktive Auflagen und Verschärfungen des Ordnungsrechts (richtiger wäre Gängelungsrecht) darstellen. Der BDM vermischt hier zwei Dinge auf fahrlässige Weise und redet fraglichen Standarterhöhungen das Wort. Dabei hat er sich vor Jahren mal richtiger Weise gegen das unsägliche QM-System ausgesprochen, jetzt scheint der BDM eine für Bauern untragbare Kehrwende gemacht zu haben!

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