EU: China größter Exportmarkt für Milchprodukte Premium

Die Milchwirtschaft der Europäischen Union hat 2017 Milchprodukte im Wert von 10,64 Mrd. € auf den Weltmarkt exportiert. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Umsatzsteigerung um mehr als 1,5 Mrd. €. Der größte Markt für Milchprodukte aus der EU ist derzeit die Volksrepublik China mit einem Marktanteil von 12 %.

Exporte der EU (Bildquelle: ZMB)

Die Milchwirtschaft der Europäischen Union hat 2017 Milchprodukte im Wert von 10,64 Mrd. € auf den Weltmarkt exportiert (Zolltarifstellen 0401 bis 0406). Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies eine Umsatzsteigerung um mehr als 1,5 Mrd. €. Die Zunahme ist sowohl auf höhere Mengen wie auch auf teilweise höhere Produktpreise zurückzuführen. Auch der Rekordwert aus dem Jahr 2014 ...

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Patrick Liste

Redakteur Rinderhaltung

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Arbeiten auf einer 840.000-Hektar-Farm

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von Forst Genossenschaft Hardegsen

Auf dem Rücken der Bauern ....

Die Information ist ohne Angabe des Wertschöpfungsanteils der Milcherzeuger wenig aussagekräftig. Wenn man nachschaut, was sich hinter den Zolltarifstellen 0401 bis 0406 verbirgt, dann stellt man fest, dass es sich überwiegend um Bulkware handelt. Die Industrie gewinnt an jedem Liter immer ihre Wertschöpfung, egal wie billig der (Export-) Preis, uns Bauern bleibt nur eine Restgeldzahlung, die zumeist noch nicht einmal die Gestehungskosten deckt. Der Trend gilt gerade für solche Weltmärkte, wo es darum geht andere zu unterbieten, um selbst liefern zu können (weil die Pulverlager überquellen). Wenn dann solche Zahlen mit der Absicht präsentiert werden, wie toll doch Exporte sind, dann wissen wir, was damit erreicht werden soll. Eine faire Verteilung der Wertschöpfung, auch an die Erzeuger, in Zukunft jedenfalls nicht und eine Erhöhung der Wertschöpfungsanteile für die Erzeuger schon lange nicht.

von Steffen Hinrichs

Wenig beeindruckend !

Sagte man uns Milchbauern nicht schon vor Jahren die asiatischen Märkte saugen alles auf ?! Wieviel Industriegüter kommen denn im Vergleich aus China wohl hierher ?

von Christian Kraus

Wie viel Milchprodukte wurden importiert? Wie viel Futter wurde importiert um diesen Überschuss zu erzeugen. Was bleibt bei uns hängen? Waren das exklusive Produkte mit entsprechendem Preis oder nur Dumpingware unter Wert und vielleicht sogar noch zusätzlich subventioniert? Das der Handel immer verdient ist schon klar ab was hat dieser Handel an Kosten verursacht, wie viele Bauernhöfe haben dabei drauf gezahlt oder aufhören müssen? Rechnet sich das überhaupt für uns?

von Alfred Gmelch

Es stellt sich die Frage: WEM NÜTZT NUN DIESER EXPORT

Die Ausrichtung auf höhere Erzeugung und der daraus generierte Exporte sind für die Milchbauern in der EU sehr problematisch, schwer nachvollziehbar und lassen für die Milchbauern auch keine Wertschöpfung aufkommen. Angesichts dieser Export – Strategien der Milch verarbeiteten Molkereien, der Politik und des Bauernverbandes hält seit Jahrzehnten der Strukturwandel hin zu größeren und immer weniger Betrieben an. Allein in Deutschland ist die Zahl der Milchvieh haltenden Betriebe in den letzten Jahrzehnten um etwa 80% zurückgegangen. Mit dem Ende der Quote, sowie in der letzten und auch in der aktuellen Preiskrise droht nun ein weiterer Strukturbruch bei der Milch. Um bäuerliche und ökologisch verträgliche Milcherzeugung in der EU und Deutschland zu ermöglichen, ist ein deutlicher Kurswechsel in der Strategie der Molkereiunternehmen und der sie unterstützenden Politik, bzw. des BV notwendig. Die für die derzeitige Milchpreiskrise vorgeschlagenen Instrumente, wie Erhöhung der Intervention, kurzfristige Liquiditätshilfen für die Milchbauern oder weitere Exportoffensiven eignen sich nicht, um die Krise – ausgelöst durch eine Überschussproduktion der Milch – wirksam und zügig zu beseitigen, bzw. weitere zerstörerische Krisen präventiv zu verhindern. Stattdessen müssen Anreize geschaffen werden, die die Erzeugung in solchen Krisenzeiten begrenzen, um die Preise zu stabilisieren. Mittelfristig muss die Produktion an den Bedarf auf dem EU-Binnenmarkt und insbesondere für Qualitätsprodukte auf dem Weltmarkt angepasst werden. Nur dadurch kann sich der Erzeugerpreis für die Milcherzeuger erholen und stabilisieren und Exporte von Massenprodukten wie Milchpulver zu Dumpingpreisen sind nicht mehr möglich und bringen für die Milcherzeuger auch keine auskömmlichen Preise. Dabei sollte auch gezielt auf eine höhere Wertschöpfung aus Weiterverarbeitung, regionaler Identität und höherer Produktqualität gesetzt werden. Solche qualitative Milcherzeugung sollte im Zentrum der Strategien der Molkereien stehen, von Bäuerinnen und Bauern, vor allem in Genossenschaften mit weiterentwickelt werden und durch geeignete Rahmenbedingungen und Förderprogramme seitens der Politik unterstützt werden. Nur wenn das alles beherzigt angegangen wird, kann die Wertschöpfung bei den Milchbauern beginnen. Dass ungeachtet dessen allerdings die Konzentration auf die unteren Marktsegmente und die Absatzmärkte in Afrika oder China Teil einer langfristigen Strategie der EU Molkereien ist, zeigen auch die Investitionen großer europäischer Molkereiunternehmen in Afrika. Die Unternehmen Arla, FrieslandCampina und Danone investierten in den letzten Jahren verstärkt in die Milchverarbeitung in Westafrika, meist indem sie bestehende afrikanische Unternehmen aufkaufen oder Anteile erwerben. Die Mutterunternehmen in der EU verbessern den Zugang zu einem wichtigen Absatzmarkt, wobei die Tochterunternehmen in Afrika ihren Rohstoff aus der EU zu Dumpingpreisen bekommen. Die Frage bleibt: WEM NÜTZT NUN DIESER EXPORT??

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