Molkereiwirtschaft

FrieslandCampina: 1,1 Mrd. € mehr Umsatz

Sowohl Umsatz als auch Nettogewinn der Molkereri FrieslandCampina sind in der ersten Jahreshälfte gestiegen. Eine vorläufige Nachzahlung soll es trotzdem nicht geben.

Die Umsatzerlöse der Molkereigenossenschaft FrieslandCampina lagen in der ersten Jahreshälfte 2022 bei 6,6 Mrd. €. Das entspricht einer Steigerung von 19,4 % im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2021 mit 5,5 Mrd. €. Grund dafür seien Preiserhöhungen, höhere Preise für Basismolkereiprodukte und die Erholung des Außer-Haus-Markts in Europa.

Die Ergebnisse in den einzelnen Buisness Groups im ersten Halbjahr 2022:

  • Food & Beverage: Anstieg um 19,7 % von 3,8 auf 4,5 Mrd. €. Das Volumen der Einzelhandelsmarken sei leicht rückläufig gewesen. Das Professional-Geschäft profitiere von höheren Preisen für Basismolkereiprodukte, insbesondere für Butter, und vom Wachstum der Außer-Haus-Aktivitäten in Europa.
  • Specialised Nutrition: Umsatzerlöse stiegen von 516 um 18,6 % auf 612 Mio. €. In China habe es ein signifikantes Wachstum gegeben, vor allem durch die Erweiterung der Distribution in kleinern Städten Chinas.
  • Ingredients: Wachstum um 31,8 % auf 775 Mio. € (Vorjahreszeitraum: 588 Mio. €). Grund seien Preiserhöhungen in den Marktsegmenten Kindernahrung, Lebensmittel für ältere Menschen und Pharmazie.
  • Trading: Der Umsatz stieg um 21,7 % auf 663 Mio. € (2021: 545 Mio. €). Dazu haben die stark gestiegenen Preise für Basismolkereiprodukte geführt.

Das Betriebsergebnis von FrieslandCampina stieg in der ersten Jahreshälfte 2022 auf 328 Mio. € (erste Hälfte 2021: 130 Mio. €) und der Nettogewinn auf 139 Mio. € (erste Hälfte 2021: 62 Mio. €).

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit‌ sei mit ‑89 Mio. € (erste Hälfte 2021: 46 Mio. €) geringer ausgefallen. Das sei eine Folge des höheren Arbeitskapitals durch höhere Milch- und Verkaufspreise und teilweise durch die höheren Betriebsergebnisse ausgeglichen.

Milchanlieferung, Milchpreis und Nachzahlung

Die Milchanlieferung der Genossenschaftsmitglieder sank um 4,6 % auf 4,8 Mrd. kg gegenüber des ersten Halbjahrs 2021 (5,0 Mrd. kg). Das sei die Folge der rückläufigen Mitgliederzahl, geringerer Qualität der Grassilage und höherer Futtermittelkosten.

Der Milchpreis für die Mitglieder ist um 37,8 % auf 51,33 € je 100 kg Milch (zzgl. MwSt.) gestiegen (2021: 37,25). Das habe ein Preisanstieg für Basismolkereiprodukte infolge der gestiegenen Nachfrage aus dem Markt verursacht. Der Preis für Bio-Milch betrug 57,31 € je 100 kg Milch (zzgl. MwSt.) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2021 mit 49,16 €.

Eine vorläufige Nachzahlung für Mitgliedsbetriebe soll es vorerst nicht geben. Die Unsicherheiten bezüglich der Marktentwicklungen seien zu groß. Die Ausschüttung einer Barnachzahlung soll deshalb auf Basis der endgültigen Betriebsergebnisse zum Jahresende erfolgen.

Das Ende aller Unsicherheiten ist laut Hein Schumacher, CEO, noch nicht in Sicht: "Wir stehen noch vor Herausforderungen auf dem Gebiet von Inflation und den damit zusammenhängenden Preiserhöhungen, steigendem Rohstoffmangel, abnehmendem Verbrauchervertrauen und der Corona-Pandemie, die sicher noch nicht vorbei ist. Es besteht aber auch große Unsicherheit über die angekündigten Stickstoffpläne der niederländischen Regierung für unsere Mitglieder und unser Unternehmen. Aus diesem Grund sind wir mit unseren Prognosen für den Rest des Jahres besonders zurückhaltend und haben beschlossen, keine vorläufige Ausschüttung der Pro-Forma-Barnachzahlung für unsere Mitglied-Milchviehhalterinnen und Milchviehhalter vorzunehmen.

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