Futterkolloquium Lichtenwalde

Fütterung stetig im Wandel

Wirtschaftlichkeit, Proteinquellen und Tiergesundheit – das sind aktuelle Themen für Milchviehhalter, die das Lichtenwalder Futterkolloquium in Sachsen aufgriff.

Um die „Eiweißlücke“ in Deutschland zu verkleinern, rückte Dr. Olaf Steinhöfel (Sächsisches Landesamt für Umwelt und Landwirtschaft) auf dem Futterkolloquium in Lichtenwalde die Futtererbse in den Fokus. Laufende Untersuchungen würden zeigen, dass thermisch behandelte Erbsen eine gute Alternative zu Rapsextraktionsschrot sein können. In Versuchen konnten die Wissenschaftler 3 kg Rapsextraktionsschrot mit getoasteten Erbsen ersetzen. Steinhöfel empfiehlt die Ernte der Erbsen bei einem Korn-Trockenmassegehalt von 70 bis 75 %, um hohe Protein- und UDP-Gehalte zu sichern. Allerdings stehe die Forschung noch vor der Herausforderung, die verlustreiche Erntetechnik der Leguminosen zu verbessern und das Toasten zu standardisieren. "Es fehlen weiterhin sichere Nachweismethoden zur Bestimmung des UDP-Gehaltes von Proteinfuttermitteln", ergänzt Steinhöfel dazu.

An der Fütterung sparen

Die Fütterung ist eine große Kostenstelle. Sie nimmt 16 % der Arbeitszeit ein und verursacht rund die Hälfte der Vollkosten der Milchproduktion. Das präsentierte Dr. Stefan Weber von der LMS Agrarberatung Rostock in seinem Vortrag. Eine Automatisierung der Fütterung lohne sich nur, wenn sich die hohen Anschaffungskosten durch eine höhere Produktivität und geringere Arbeitserledigungskosten begleichen. Weber empfiehlt daher regelmäßig die Arbeitsabläufe beim Füttern zu überprüfen: Was geht schneller? Welcher Zusatzstoff bringt mir was? Lohnen sich beim Zukauf Kontrakte?

Eine hilfreiche Übersicht würden auch betriebseigene Listen schaffen, auf denen alle eingesetzten oder potenziellen Futtermittel mit ihren Kosten pro dt organischer Substanz, pro 10 MJ NEL und pro Gramm Rohprotein vermerkt sind.

Milchfettsäuren messen

Die Messung der Milchfettsäuren in der Milch kann ein weiteres Tool für die Herdendiagnostik sein, meint Dr. Wolfram Richardt von der Landwirtschaftlichen Kommunikations- und Servicegesellschaft (LKS) Sachsen. In den USA wird dieser Ansatz schon verfolgt. In der Milch gibt es verschiedene Milchfettsäuren, die eine unterschiedliche Herkunft haben. Ein Teil wird in der Leber oder den Milchdrüsen synthetisiert, andere stammen direkt aus dem Futter. Unterschiedliche Anteile an Fettsäuren in der Milch lassen beispielsweise Rückschlüsse auf die Tiergesundheit und die Futteraufnahme zu. "Die Richtwerte aus den USA können hier aber nicht Eins-zu-eins übernommen werden", sagt Richardt. Das stellte das Labor in Sachsen in eigenen Studien fest.

Artikel geschrieben von

Julia Hufelschulte

Redaktion Rind

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