Interview

Lasar: „Rinder kann man essen, Autos nicht.“ Premium

Ansgar Lasar, Klimabeauftragter der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, erklärt im top agrar Interview, wie auch Rinderhalter ihre Klimabilanz verbessern können.

Die Kuh steht als „Klimakiller“ in der Kritik. Doch wie schaden und nutzen Rinder dem Klima wirklich?

Lasar: Rinder verursachen im Vergleich zu bspw. Geflügel je Produkteinheit deutlich höhere Treibhausgasemissionen. Den größten Einfluss hat dabei das Methan. Das Gas entsteht bei der Verdauung des Wiederkäuers und ist etwa 25-mal klimaschädlicher als Kohlendioxid. Positiv ist aber, dass Rinder aus Grünlandaufwuchs hochwertige Lebensmittel erzeugen. Grünlanderhalt verbessert wiederum die Klimabilanz, gleicht sie aber nicht aus.

Wo stehen Rinder im Vergleich zu anderen...

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Diskussionen zum Artikel

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von Jürgen Greiner

Klimaschützer Rind und Klimazölle gegen Washington

Methan ist vergleichbar mit Salz in der Suppe. Es kommt auf die Menge in der Luft an, ob es schädlich für unser Klima ist oder nicht. Ohne Methan hätten wir Durchschnittstemperaturen auf der Erde unter dem Gefrierpunkt. Dies würde die Existenz der Menschheit gefährden. CO2 bleibt mehr als 1000 Jahre in der Atmosphäre. Methan wird durch Reaktion mit Hydroxyl-Radikalen innerhalb von 9 - 15 Jahren in CO2 und Wasser umgewandelt. Deshalb sind permanente natürliche Methanquellen wie Wiederkäuer oder Reisanbau zur Stabilisierung der Temperaturen erforderlich. Bei im Zeitablauf (12 Jahre) unveränderten Rinderbeständen und Reisanbauflächen sind die Methanemissionen der Landwirtschaft klimaneutral. Beim CO2-Fußabdruck dürfen sie deshalb nicht berücksichtigt werden. Der starke Anstieg des Methangehalts im letzten Jahrzehnt wird zu 89 % durch Fracking zur Gewinnung von Gas und Öl aus Schiefergestein insbesondere in Nordamerika verursacht. Dadurch ist das Gleichgewicht zwischen Emisssionen und natürlichem Abbau in der Atmosphäre empfindlich gestört worden. Die Erderwärmung könnte am schnellsten durch sofortigen Stopp des Fracking vermindert werden. Durch Fracking gefördertes Öl oder Gas sollte mit extrem hohen Klimaumlagen belastet werden. Eine KWh gefracktes Gas sollte mehr kosten als Strom. Die beste Antwort auf US-Sanktionen wegen der Ostsee-Pipeline sind hohe Klimazölle gegen Washington.

von Rudolf Rößle

Klimaerwärmung ist

das Hauptproblem. Da in vielen Regionen weniger kalte oder Frosttage das Wettergeschehen ausmachen. Dauerfrost heißt keine Treibhausgase. Permafrostgebiete , die durch die Erwärmung auftauen bedeuten Vegetation. Das bedeutet Methanausgasung in riesigem Umfang. Tiere pflegen die Vegetation, daher können sie nicht klimaschädlich sein. Tiere sorgen nicht für eine Erwärmung. Fossile Energieträger haben das Klima versaut und die Folgeschäden eingeleitet.

von Andreas Gerner

Einspruch

Mir widerstrebt folgender Satz: "Dass Landwirtschaft Emissionen produziert, ist nicht wegzurechnen."-------------------------------------- Hallo geht´s noch? Warum wird offensichtlich schon wieder die CO2 - Bindung durch das Pflanzenwachstum unter den Tisch gekehrt??? Sehr wohl kann man das gegenrechnen und kommt objektiv berechnet auf einen positiven Saldo. NUR LANDWIRTSCHAFT (incl. Forstwirtschaft) kann das. ALLE anderen Sektoren emittieren nur. ------------------------ Laut Landesanstalt für Pflanzenbau Forcheim bindet z.B. Getreidebau 24 to/ha CO2. Mais 32. ---------------- Dass die Mengen nicht dauerhaft aus der Atmosphäre raus bleiben, sondern durch Verzehr der Nahrung dann im Mensch wieder zu CO2 (Atmung) werden und deshalb nur ein Kreislauf besteht, lasse ich nicht gelten. Dies kann man uns doch nicht anlasten, was andere dann mit unserem Getreide, Mais, Fleisch, Raps(-öl) usw. machen. Die Menge ist dann gefälligst der Bevölkerung anzulasten und nicht der Produktion auf der Fläche!!!

von Eike Bruns

Rinder und Reisnassanbau

haben Global betrachtet ungefähr die gleiche Methanemission. Warum wird über Rinder geschrieben über den Nassanbau von Reis aber nicht. Wenn man jetzt mal die Nährwertmenge dieser beiden Produkte vergleicht, denke ich, ist je Kalorie das Fleisch im Vorteil. Wenn man das mal kommunizieren würde wäre vielleicht etwas Hitze aus der Diskussion genommen. Frohes Fest

von Christian Bothe

Klima

Topgrar 2019: 1ha Mais assimiliert CO2 von 60000km Autofahrt! Nur mal zur Erinnerung! Was unsere „zukünftige Ernährung“ betrifft, können wir ja mal die Amisch People aus Amerika konsultieren, welche dort sehr naturnah LW betreiben, fast ohne Technik nur Pferde.Das unsere Grünen Weltverbesserer noch nicht darauf gekommen sind??Amische stammen ja sogar aus Europa.Übrigens ist deren Handwerks-und Backkunst dort legendär.Obwohl ich Fan der amerikanischen Farmwirtschaft bin, konnte ich mich mehrfach vor Ort davon überzeugen.Ist natürlich nicht für Europa’s LW und insgesamt für die Ernährung von 10 Milliarden Menschen weltweit relevant.

von Albert Maier

Mehr erwartet!

Von einem "Klimabeauftragten" der LWK hätte ich schon ein bischen mehr erwartet. Nicht nur, das Methan in der Atmosphäre nicht stabil ist und weil schwerer als Luft in Bodennähe höher konzentriert und daher nicht mit CO2 vergleich bar ist, sondern auch, dass der Faktor 25ein vom IPCC politisch fest gelegter Faktor ist. Ein Klimabeauftrager müsste auch vor der Wiedervernässung von Mooren und Grünland warnen, da dort in erheblichem Maße Methan gebildet wird. Würde man Grünland, statt durch Rinder zu nutzen, nur noch mulchen, wären die Methanemmissionen je ha höher als durch Nutzung mit Rinderhaltung! Es drängt sich eher der Verdacht auf, dass das Klimawandelthema dazu missbraucht (wie so oft) wird, die Tierhaltung in der Landwirtschaft anzugreifen.

von Kirsten Wosnitza

Rinderhalter können hohen Beitrag leisten

Um Klimaschutz Ziele zu erreichen. Ein hoher Anteil von Dauergrünland auf dem Betrieb und der Verzicht auf Umbruch tragen deutlich zur Speicherung von CO2 bei.

von Matthias Everinghoff

Ein Faktum fehlt

Methan verliert nach 12 Jahren die Klimawirkung, weil es zersetzt wird. CO2 bleibt 1000 Jahre in der Atmosphäre.

von Josef Doll

Somit muss die Rinderhaltung

die das gute ach so Wertvolle Grünland erhält so laut Umweltbundesamt in eine zukünftige Klimabilanz mit eingerechnet werden. Zumal ja das politische Sprachrohr der Umweltlobbyisten schon eine Fleischsteuer ins Gespräch gebracht hat. Zumindest wird Sie in die neue Kolationspapier eingebracht werden ob mit oder ohne CDU. Mich jedenfalls würde da interessieren wie hier ein Hektar Grünland die Ökobilanz / Fleisch / Milch aufwerten würde ?? Oder wie ist es mit dem Siomais der durch die höhere Energieleistung je Ha die doppelte Menge an Stärke liefert wie Weizen ?? Oder gar Grünland mit Siomais und dem noch wertvolleren Hülsenfrüchte ?? Würde der Mist von Rindern ,gar zur Produktion, von Methan vergärt, dem ganzen gar eine Positive Umweltbilanz erstellt werden können ?? Auf die "Wissenschaftliche Studien von ÖKO oder Konventionelle bin ich gespannt. Zumal hier Roß und Reiter genannt werden müssen. Oder anders geschrieben " der Hauch der Lager würde sich vielleicht Lüften "

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