Sachsen-Anhalt

LBV: "Wolfskompetenzzentrum wird Weidetierhaltung nicht retten"

Sachsen-Anhalt hat die aktuellen Fördermodalitäten zum Schutz von Weidetieren wie Schafen oder Rindern vor dem Wolf veröffentlicht. Die neuen Regelungen bedeuten für Tierhalter noch mehr Bürokratie!

Seit Bestehen des Wolfskompetenzzentrums in Iden (WZI) gibt es Beratungen zum Zaunbau, die der Sicherung der Weidetiere vor Wolfsübergriffen dienen sollen. Öffentlich wurde dies bisher als sehr erfolgreich dargestellt.

Zukünftig sind Antragsteller von Förderungen zum Weidetierschutz verpflichtet, an einer Schulung über wolfsabweisende Zäune teilzunehmen, informiert der Landesbauernverband Sachsen-Anhalt. Nur wer eine Schulung beim WZI besucht oder einen ähnlichen Nachweis erbringen kann, kann auch eine Förderung für Zäune erhalten. Dies sorgte bei vielen Tierhaltern für Unverständnis, denn es gelten bereits Regeln für die – vermeintlich sicheren – Zäunungen.

Der Bauernverband ist überzeugt, dass neu aufgesattelte "Rechtfertigungsbürokratie" vorschriftsmäßige Zäune nicht „noch wolfssicherer“ machen wird. Dazu schreibt der Verband in einer Pressemitteilung: "Die bisherigen Risse 2020 zeigen: Zäune und Beratungen allein wirken nicht. 171 gerissene Nutztiere seit Jahresbeginn, knapp so viele wie jeweils im gesamten Jahr 2017 oder 2018. Im Vorjahr gab es insgesamt 247 gerissene Tiere bei 69 Übergriffen durch Wölfe. Die Zahlen der Übergriffe und Risse werden weiter steigen, auch bei mehr Schulungen des WZI. Nicht eine mangelnde Beratung der Tierhalter ist der Grund für die steigende Zahl getöteter Tiere, sondern mangelndes Handeln bei zuständigen Institutionen."

Der Bauernverband empfiehlt dem Agrarministerium, sich nicht weiter gegen die jüngste Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes zu stemmen. Diese Änderung habe einen Rahmen zur Entnahme bei wiederholten Wolfsübergriffen geschaffen. In Sachsen-Anhalt ist die Entnahme von verhaltensauffälligen Wölfen weiterhin nur in der Theorie möglich, solange nicht Menschen in Gefahr sind oder großer „Schaden für die Akzeptanz der Wölfe“ abgewendet werden soll, wie es in der Leitlinie Wolf des MULE heißt. Diese Akzeptanz schwinde jedoch auch, wenn dem Wolf weiterhin ein genereller Vorzug vor Weidetieren und deren Haltern eingeräumt ist, heißt es beim LBV.

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Diskussionen zum Artikel

von Stefan Lehr

Schizophrenie

Die selbe Schizophrenie wie in SH. Da werden zusaetzliche Steuergelder locker gemacht um Tiere zu entschaedigen, oder wirkungslose Zaeune in die Pampa zu setzen, anstatt dem Wolf, als wildlebendes Raubtier!!, eine gezielte Bejagung entgegenzusetzen. Der Wolf ist hochintelligent und sehr ... mehr anzeigen

von Gerd Uken

Wäre es nicht einfacher

Die Wölfe zu Schulen, gleichzeitig werden sie dann noch besendert, anstatt kilometer lange Zäune ziehen zu müssen?

von Gerhard Steffek

Verbesserungen???

Mir scheint eher, daß die Ministerien, mangels besserem Wissen und ihrer Ideologiehörigkeit, höchsten nach dem Motto gehen: "Die Guten "ziehen Konsequenzen" und "optimieren", die Schlechten "mißbrauchen" und "instrumentalisieren". Wobei sich hier ja natürlich die Frage aufwirft: Wer ... mehr anzeigen

von Rudolf Rößle

Zäune

bringen nichts, wenn sie nicht ordentlich unter Strom stehen. Hunde haben riesigen Respekt, wenn sie mal einen Schlag abbekommen haben. So sollte im Wolfsreservat der Wolf lernen, dass jeder Zaun mit großem Schmerz verbunden ist. Dort sollten schon Kennenlernzäune installiert werden.

von Gerhard Steffek

Trotz allem -

auch wenn der Zaun mal kurzfristig helfen könnte. Nicht umsonst heißt es "Hunger ist der beste Koch", denn wer Hunger hat, dem schmeckt auch ein trockenes Brot. So wird es auch mit dem Zaun sein. Sobald der Wolf bemerkt, daß außer dem momentanen Schmerz sonst nichts passiert, dann ... mehr anzeigen

von Renke Renken

Wohlstand macht die

Menschen scheinbar hirnlos. Und mit dem Wolf wird es kommen, wie hier mit den Gänsen im Norden, irgendwann sind es so viele, daß sich keiner mehr rantraut, den Bestand zu dezimieren, weil es dann nämlich ein Gemetzel geben muß, um der Bejagung in dem Moment überhaupt einen Sinn zu ... mehr anzeigen

von Claus Sylvester

So...

...hab ich mir als unwissender „ Wessi" die Behandlung der Bürger durch die damaligen Behörden der DDR immer vorgestellt ....

von Erwin Schmidbauer

George Bernard Shaw sagte mal:

Wer etwas kann, tut es, wer etwas nicht kann, lehrt es.

von Renke Renken

Wirklich

passendes Zitat, ich hätte da auch noch eins : Ein gesunder Menschenverstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen, aber kein Grad von Bildung den gesunden Menschenverstand.

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