Forschung

Methanausstoß mit der Milchprobe messen

Wissenschaftler des Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich der Methanausstoß von Milchkühen anhand der Milchprobe bestimmen lässt.

Forscher des Leibniz-Institut für Nutztierbiologie in Dummerstorf (FBN) haben sich eine Methode patentieren lassen, mit der sie die tatsächliche Methanemission einer Kuh errechnen können. Das berichtet das FBN.

„Mit unserem Verfahren können aus der Analyse der Milchfettsäuren einer Milchprobe und der Kenntnis der täglichen Milchmenge einer Kuh der Methanausstoß von Milchkühen gut geschätzt werden. Dafür sind keine zusätzlichen Geräte oder Aufwendungen notwendig“, sagt Professor Dr. Cornelia Metges, Leiterin des Instituts für Ernährungsphysiologie. Es sei das erste Methanschätzverfahren, dass die Milchleistung einbeziehe.

Um den tatsächlichen Methanausstoß zu ermitteln, verwendet das FBN bisher zusätzlich Respirationskammern. Bei den Messreihen könne eindeutig belegt werden, dass sich auch mit dem neuen Verfahren eine realitätsnahe Schätzung ableiten lässt.

Klimaauswirkungen verringern

Methan entsteht durch die Verdauung des Futters im Pansen und wird hauptsächlich durch das Rülpsen der Kühe sowie aus Mist und Gülle freigesetzt. Der Ausstoß von Methan variiert zwischen 400 und 700 Litern je Kuh und Tag. Es ist ein klimarelevantes Treibhausgas und besitzt ein hohes Erwärmungspotential in Bezug auf den Klimawandel.

Für den Ausstoß von Methan ist die Fütterung von Bedeutung. Ein entsprechendes Fütterungsmanagement kann helfen, die Methanproduktion zu verringern und die Rinderhaltung umweltschonender zu gestalten. Laut Metges steht die Futteraufnahme in einem engen Zusammenhang zur Milchleistung, die auch in der Schätzformel von Bedeutung ist.

„Bislang fehlen die betriebswirtschaftlichen Anreize für die Landwirte, hier aktiv zu werden“ sagt Metges. Bei sinkenden Einnahmen und kostenintensiven Auflagen werde sich letztlich nichts ändern.


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