Milch NRW

Milchprodukte sind gefragt

Der aktuelle Milchmarkt ist angespannt, aber durch den guten Absatz von Milchprodukten gestützt. Das berichtet die Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW.

Der NRW-Milchmarkt verzeichnete aufgrund der Corona-Pandemie im Gastronomiebereich Absatzeinbußen von bis zu 75 %. Zwar konnten zweitweise andere Segmente profitieren, aber insgesamt die Negativeffekte nicht ausgleichen. Das berichtet Dr. Rudolf Schmidt, Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW (LV Milch NRW) beim digitalen Jahresgespräch und ist überzeugt: „Die Milchwirtschaft in NRW hat in der Erzeugung, Verarbeitung und Logistik einen wirklich guten Job gemacht“.

Absatz im Einzelhandel gestiegen

Der Absatz von Milchprodukten im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) ist deutschlandweit in allen Segmenten gestiegen. Das gilt nicht nur für Milch und Käse sondern produktübergreifend. Die Corona-Situation hat dabei einen großen Einfluss, so Dr. Schmidt. Besonders Bio-Trinkmilch und Weidemilch verzeichnen ein deutliches Plus von 15,5 bzw. 17,9 %. Auch der Absatz von Milchimitaten ist deutlich gestiegen. Diese Produkte machen am Gesamt-Absatz noch wenig aus, stellen jedoch eine zunehmende Konkurrenz dar.

Absatzentwicklung im LEH

Der Absatz von Milchprodukten im LEH entwickelte sich 2020 positiv. (Bildquelle: LV Milch NRW)

Nicht nur der Einzelhandel profitiert vom aktuellen Einkaufsverhalten: Die Stimmung in regionalen Käsereien und auf Betrieben mit Direktvermarktung ist positiv. Hofläden, Milchtankstellen und andere Formen der direkten Vermarktung erleben gerade einen deutlichen Aufschwung.

NRW: Milcherzeugung

Die konventionell erzeugte Milchmenge (Januar bis Oktober 2020) ist laut der LV Milch NRW um 1,7 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Der Anstieg auf Bundesebene liegt bei einem Plus von 0,3 %. Der durchschnittliche Auszahlungspreis für Milch in NRW lag 2020 bei 33,34 ct/kg. Dieser Preis wurde im Jahr 1984 zwar ebenfalls gezahlt, jedoch haben sich die Produktionskosten seitdem weiterentwickelt. Für 2021 erwartet die LV Milch NRW eine stabile Entwicklung.

Butter und Milchfett halten sich stabil, liegen preislich mit 1,42 € im Schnitt (Januar bis Oktober 2020) jedoch rund 7 % unter Vorjahresniveau.

Butterpreis nicht nachvollziehbar

Die aktuelle Preissenkung von Butter um 56 ct/kg im Einkaufspreis war auch bei dem Jahresgespräch der LV Milch NRW ein Thema. „Der deutliche Preisnachlass ist nicht unbedingt dem Markt geschuldet – der Butterpreis war zum Jahresende eigentlich stabil“, sind sich Hans Stöcker und Wilhelm Brüggemeier, Vorsitzende der LV Milch NRW, einig. Die Marktkonstellation und die Macht des LEH seien hier ausschlaggebend. Mit den Demonstrationen und Blockaden übten die Landwirte Druck auf den LEH aus. Jetzt sei es die Aufgabe der Politik, diesen Druck zu halten und Lösungen zu finden.



Diskussionen zum Artikel

von Franz-Josef Aussel

Der arme Dr. Schmidt

Immer wenn sich dieser Mann zu Wort meldet, kommt nur Blödsinn raus. Der Absatz läuft gut und die Preise sinken. Das zeigt eindeutig: wir haben schlechte Manager in unseren Molkereien am Ruder!

von Gerd Uken

Die Absenkung des Butterpreises

Ist einzig und allein ein Machtspiel der ehrbaren Kaufleute bei Aldi- die wollen zeigen wo der Hammer hängt und wer allein das Sagen hat!

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