Mit A2-Milch eine neue Nische besetzt Premium

Die Betriebe Reingruber und Wallner sind die ersten A2-Milch-Erzeuger Österreichs. Mit der „Milch für Menschen mit Eiweißallergie“ nehmen die Landwirte die Milchvermarktung selbst in die Hand. Torsten Altmann berichtet für top agrar Österreich...

Die Betriebe Reingruber und Wallner sind die ersten A2-Milch-Erzeuger Österreichs. Mit der „Milch für Menschen mit Eiweißallergie“ nehmen die Landwirte die Milchvermarktung selbst in die Hand. Torsten Altmann berichtet für top agrar Österreich: Es hört sich fast so an, wie ein österreichischer Telefonanbieter. Doch es ist vielmehr eine neue Milch. Die Rede ist von A2-Milch. Mit dieser Milch für Menschen mit Eiweißallergie wollen die Betriebe Reingruber aus Inzersdorf im Kremstal und Wallner in Scharnstein (OÖ) in eine Nische vordringen und damit bessere Erlöse aus der Milchproduktion erzielen. Die Anfänge sind vielversprechend. Regalpreis knapp 2 € Mit ihrer Marke ,A-zwei, die Urmilch‘ sind sie gerade dabei, in die Regale einer Supermarktkette vorzustoßen. Trotz des stolzen Preises von knapp 2 € pro l soll die Milch Menschen mit Beta-Kasein-Unverträglichkeit zum Kauf bewegen. Und damit beiden Betrieben langfristig ein gutes Einkommen sichern. „Bisher gab es die A2-Milch nur von Schaf- und Ziegenmilcherzeugern“, so Gerhard Reingruber. „Als wir im letzten Jahr aus Bayern gehört haben, dass dort auch Kuhbetriebe in die A2-Milchproduktion eingestiegen sind, kam uns die Idee, dies auch zu probieren.“ Die Bezeichnung A2 bezieht sich auf eine natürlich vorhandene Variante des Milcheiweißes Beta-Kasein (siehe Erläuterungen unten). Welche Variante eine Kuh produziert, ist genetisch bedingt und vererbt sich wie Hornlos oder Rotbunt. Neben den reinrassigen A2A2-Kühen, die zwei Allele A2 besitzen, gibt es auch A1A1- oder mischerbige A1A2-Tiere. Der Anteil an A2-Kühen schwankt von Betrieb zu Betrieb zwischen 20 und 70 %, je nach Kuhfamilien und eingesetzten Stieren. Für Reingrubers lag der Einstieg in die A2-Milch-Produktion quasi nahe. Denn sie sind schon seit über 20 Jahren in der Direktvermarktung aktiv. Sie beliefern knapp 30 Schulen und Kindergärten mit rund 75 000 kg Milch und Joghurt jährlich. Knapp 300 000 kg Milch geht an die Gmundner Molkerei. Im vergangenen Jahr erlebten Reingrubers neben dem allgemein stark rückläufigen Preisniveau beim Milchpreis mit dem Milchmengen-Begrenzungsmodell der Gmundner Molkerei einen zusätzlichen Nackenschlag. „Denn wir haben 2014 einen neuen Lauftstall für unsere 50 Fleckviehkühe gebaut. Und danach haben wir kontinuierlich aufgestockt. Somit sind wir in den vollen Abzug gekommen.“ Nur 20 % A2-Kühe zum Start „Dies war schließlich der entscheidende Auslöser, es mit der Produktion von A2-Milch zu versuchen. Sein Rinderzuchtverband, der RZV Vöcklabruck, stellte den Kontakt zu Dr. Thomas Grupp, den Geschäftsführer der Bayern-Genetik, her. Diese Besamungsstation bietet Gentests an. Reingrubers stanzten von allen Kühen Proben aus den Ohren und sandten sie an die Bayern-Genetik zur Untersuchung ein. Eine Untersuchung kostet 20 bis 30 € (abhängig von Anzahl und Probematerial). Das Ergebnis war etwas ernüchternd für uns“, so Gerhard Reingruber. Mit 20 % reinerbigen A2A2 Kühen lag man am unteren Ende der von Experten angegebenen Schwankungsbreite. Aber Reingrubers wollten nicht warten, um die Herde in langsamen Schritten züchterisch auf A2 umzustellen. Deshalb entschieden sie sich schweren Herzens, die reinerbigen A1- und die mischerbigen Tiere gegen reinerbige A2-Tiere auszutauschen. Die in der Regel Erstlingskühe hat Reingruber in Ober- und Niederösterreich zugekauft. Vorher hat er sich über verschiedene Quellen über geeignete Kühe informiert und dabei darauf ...

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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